Endlager
Atommüll
Das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat mit der Veröffentlichung der Sicherheitsanforderungen dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) Maßstäbe für ein Endlager für wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle vorgegeben. Diese Sicherheitsanforderungen sind Bewertungsmaßstab für die Prüfung der Genehmigungsvoraussetzungen eines Endlagers im Rahmen eines Standortsuchverfahren und Planfeststellungsverfahren.
Zentrale Unterschiede zu den Sicherheitsanforderungen aus dem Jahr 1983 sind:
- Für eine Million Jahre muss gezeigt werden, dass allenfalls sehr geringe Schadstoffmengen aus dem Endlager freigesetzt werden können. Hierzu muss die Integrität des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs nachgewiesen und das vom Endlager ausgehende Risiko bewertet und dargestellt werden.
- Die Sicherheit des Endlagers muss von der Planung bis zum Verschluss des Endlagers einem kontinuierlichen Optimierungsprozess mit periodischen Sicherheitsüberprüfungen unterworfen werden.
- Es muss ein Mehrbarrierensystem realisiert werden, das den im kerntechnischen Bereich üblichen Prinzipien der Redundanz (doppelte Sicherheitssysteme) und Diversität (unabhängige Wirkmechanismen) folgt.
- Es muss ein Kontroll- und Beweissicherungsprogramm auch nach Stilllegung des Endlagers durchgeführt werden.
- Während der Betriebszeit des Endlagers muss die Rückholbarkeit der radioaktiven Abfälle möglich sein. Im Notfall müssen die Behälter auch 500 Jahre nach Verschluss des Endlagers geborgen werden können.
Konkrete Standortauswahl- und Erkundungskriterien werden nicht festgelegt.(Quelle: BMU)
- Asse
- Ehemaliges Salzbergwerk in Niedersachsen in dem zwischen 1967 und 1978 die Endlagerung radioaktiver Abfälle großtechnisch erprobt und praktiziert wurde.
- Vorbereitung der Schließung seit 1995
- Unkontrollierte Wasserzuflüsse aus Wegsamkeiten, die sich infolge der Verformung des Salzstocks in der Salzbarriere und im anstehenden Gebirge gebildet haben, und auf die bereits mindestens seit 1979 hingewiesen wurde
- Im Zeitraum von 2002 bis 2009 auf dem Gebiet der Samtgemeinde Asse gegenüber dem der anderen Gemeinden des umgebenden Landkreises Wolfenbüttel auffällig häufig Leukämie- und Schilddrüsenkrebserkrankungen
- Aktuell: Die Asse ist stark einsturzgefährdet, das Gebirge ist aufgrund der unkontrollierten Wasserzuflüsse instabil. Eine Standfestigkeit bis 2020 wurde prognostiziert. Eine Räumung wird vermutlich mehr als 10 Jahre dauern. Die erste Kammer wurde angebohrt um Informationen über den Zustand der Metallfässer zu erhalten, in denen seit ca. 30 Jahren der Atommüll lagert. Ob und inwieweit die Metfallfässer noch unbeschädigt/vorhanden sind, ist ungewiss, da sie seit schätzungsweise 30 Jahren in Salzlauge lagern.
-
Morsleben
- Ehemaliges Kali- und Steinsalzbergwerk.
- Ca. 37.000 Kubikmeter niedrig- und mittelradioaktive Abfälle mit überwiegend kurzlebigen Radionukliden eingelagert
- 20.10.2008: “Das frühere DDR-Atommülllager Morsleben erweist sich als gigantischer Sanierungsfall. Bislang unbekannte Dokumente zeigen, wie die damalige Umweltministerin Angela Merkel Mitte der neunziger Jahre die Expertenmahnungen ignorierte – und den Weiterbetrieb der Anlage durchsetzte.”
(http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-61366517.html) - “Seit dem Stopp der Atommülllagerung in Morsleben 1998 wird das Lager aufwendig stabilisiert, weil es inzwischen als stark einsturzgefährdet gilt. Die Kosten für die Schließung der Grube werden auf 2,2 Milliarden Euro geschätzt.” (http://de.wikipedia.org/wiki/Endlager_Morsleben#Situation_heute)
- “Bergbauliche Gefahrenabwehr im Zentralteil.” Aufgrund der Einsturzgefahr wurden insgesamt 27 Hohlräume im Zentralteil der Schachtanlage Bartensleben mit Salzbeton verfüllt. “Die Arbeiten wurden im Februar 2011 abgeschlossen. Die Stabilisierung gewährleistet, dass die Standsicherheit des Endlagers bis zum Abschluss des atomrechtlichen Planfeststellungsverfahrens und der Durchführung der genehmigten Stilllegungsmaßnahmen erhalten bleibt.” (http://www.bfs.de/de/endlager/endlager_morsleben/Stabilisierung.html)
- “Der Erörterungstermin zur Stilllegung des Endlagers für radioaktive Abfälle Morsleben, der Teil der Öffentlichkeitsbeteiligung im Genehmigungsverfahren zur Stilllegung des Endlagers war, konnte am 25.10.2011 beendet werden. Die vorgebrachten Erläuterungen wurden dokumentiert und werden nun im weiteren Verlauf des Genehmigungsverfahrens in die Prüfung mit einbezogen” (http://www.sachsen-anhalt.de/index.php?id=endlagermorsleben)
- “Atommülllager Morsleben, Asse, Gorleben: Lüge wie Merkel!” http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=9bnj_G0Vwc0
- “Bestimmte Gesteinsformationen bieten Angriffspunkte für eintretende Wässer (z.B. Kalisalz). Solche liegen in Morsleben vor und durchziehen den gesamten Salzstock. Wasser ist ein wichtiger potenzieller Transportweg für radioaktive Partikel in die Biosphäre. In Morsleben ist außerdem zumindest für eine Zutrittsstelle die Verbindung zum Deckgebirge und damit zur Biosphäre nachgewiesen, bei den anderen ist das teilweise noch nicht geklärt.” (http://www.gruenes-blatt.de/index.php/2009-03:Das_BfS-Stilllegungskonzept_des_ERAM_ist_untragbar)
-
Schacht Konrad
-
Gorleben




