Atomkraft tritt auf der Stelle und wird von Solar- und Windkraft überrannt

Ruine AKW Stendal

Ruine AKW Stendal

Auch 2012 wurden weltweit nur zwei neue Reaktoren in Betrieb genommen und mit dem Bau von drei Reaktoren begonnen. Zwei wurden stillgelegt. Zwei AKW-Baustellen wurden endgültig wieder aufgegeben. Die Erneuerbaren Energien überrannten die Atomenergie.

Wie viele AKW-Reaktoren weltweit den Betrieb oder Bau beginnen und beenden:


Etwas abweichende Angaben: http://www-pub.iaea.org/MTCD/Publications/PDF/RDS2-32_web.pdf

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Strahlender Advent:
Machen statt labern – Asse

Asse bei Nacht in der Weihnachtszeit 2012

Bild 1 von 3

Asse bei Nacht in der Weihnachtszeit 2012 (Foto: Jürgen Stemke)

Jürgen Stemke, AntiAtomPirat, Themenpirat Energiepolitik und Kandidat der Piratenpartei zur Landtagswahl zu den aktuellen Vorgängen um die Asse:

 

Die Bürger sind entsetzt, wie langsam es bei der Rückholung des Atommülls aus der Asse voran geht! Man bekommt den klaren Eindruck, man will nicht, dass es schnell geht. Jedes Jahr dass man länger braucht, erhöht die  Wahrscheinlichkeit, dass das Zeug drin bleibt.

Die Landesregierung Niedersachsens und der neue Bundesumweltminister haben uns versprochen, das Zeug schnell da raus zu holen. Allein, man sieht nichts. Herr McAllister, Herr Birkner, Herr Altmaier, machen statt labern!

Wir haben erfahren, die Planungen gehen auch deshalb so langsam voran, da es an Personal fehlt, die Planungen durchzuführen. Jetzt soll zwar aufgestockt werden, es wurde aber weniger Personal und für dieses weniger Budget genehmigt, als benötigt. Damit kann nur weniger qualifiziertes Personal beschäftigt werden, als benötigt. Schlüsselpersonal im Umeltministerium wird aber mit Menschen besetzt, die die Rückholung gar nicht wollen. Herr  Altmaier, sie haben uns Bürgern vor Ort versprochen, am Geld wird es nicht scheitern. Herr Altmaier, machen statt labern!

Wir haben erfahren, dass seit 2010 klar ist, dass Schacht 5 her muss. Der Bau ist an zwei Stellen im Naturschutzgebiet bereits genehmigt, die Bohrstellen sind gerodet. Allein, man sieht keine Arbeiten und die Stellen verwildern wieder. Warum? Weil eine europaweite Ausschreibung zur Planung gemacht wird. Diese soll mehrere Jahre dauern. Dann soll das Bohren ausgeschrieben werden. Trotz Beschleunigung soll der Schacht erst 2025 fertig sein. Schnell geht anders und dass es anders geht, zeigt die Industrie. 1905 dauerte es 3 Jahre, den Schacht der Asse abzutäufen. Herr McAllister, Herr Altmaier, machen statt labern!

Michael Seiler, der Vorsitzende der Entsorgungskommission sagt ganz klar, bei der Asse ist Gefahr im Verzug. Warum, Herr Altmaier, Herr McAllister, Herr Birkner, warum muss man bei Gefahr im Verzug jeden einzelnen Schritt der Rettungsmaßnahme ausschreiben!? Wenn ein Atom-GAU passiert, machen wir dann auch erst eine Ausschreibung? Was ist billiger zu bewerten, die Gefahr jetzt ein paar Euro zuviel zu bezahlen, oder morgen den Müll der Asse im Grundwasser zu haben, von Göttingen bis zur Nordsee? Herr Altmaier, Sie haben den Menschen ins Gesicht versprochen, man wird alles mögliche tun, um den Müll schnell heraus zu holen. Herr Altmaier, machen statt labern!

Herr Altmaier, ihr Berater und Vorsitzender der Entsorgungskommission, Michael Seiler, glaubt nicht an die Rückholung – und das schon immer.

Herr Altmaier, ihr zuständiger Abteilungsleiter im Umweltministerium, Gerald Hennenhöfer, glaubt nicht an die Rückholung – und das schon immer.

Wie kann ein solches Projekt gelingen, wenn wichtige Schlüsselpositionen mit Leuten besetzt sind, die nicht an das Ziel glauben!? Bremser können wir hier aber nicht gebrauchen! Herr Altmaier, machen statt labern!

Frau Merkel ist entscheidend mit verantwortlich für den Zustand der Asse und in Morsleben. Sie war schon in den 90er Jahren über den Handlungsbedarf informiert. Frau Merkel macht auch nicht. Frau Merkel schweigt.

Eine besinnliche Weihnachtszeit wünscht,
Jürgen Stemke

Links:

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UN-Klimakonferenz in Doha

Derzeit findet in Doha die UN-Klimakonferenz statt. Ergebnisse sind nicht zu erwarten. Wissenschaftler sehen das Klimaziel von nur 2°C Erderwärmung für kaum noch zu halten. Sie rechnen inzwischen mit 4°C. Das mag wenig klingen. Zum Vergleich: die Eiszeiten der Erde waren nur 5°C kälter als unsere derzeitige globale Temperatur. 4°C sind dramatisch. 2°C sind das schon.

Zur Erinnerung an vergangene Klimakonferenzen bringen wir nochmals 2 beeindruckende Reden, einmal von der Weltklimakonfernz in Durban, 2011 und einmal von der Umweltkonferenz in Rio, 1992.

Anjali Appadurai, Weltklimakonfernz in Durban, 2011

Die Studentin Anjali Appadurai spricht tacheles mit den Delegierten auf der Weltklimakonfernz in Durban.

Ich spreche für mehr als die Hälfte der Erdbevölkerung.
Wir sind die schweigende Mehrheit.

Ihr habt uns einen Sitzplatz in dieser Halle zugestanden,
aber unsere Interessen liegen nicht auf dem Tisch.

Mein ganzes Leben verhandelt ihr schon.

Ihr habt die Versprechen gebrochen!

Radikal sind nicht wir.
Radikal seid ihr, die ihr uns um unsere Zukunft betrügt!

Mandela sagte:
Es scheint immer unmöglich – bis man es einfach getan hat.

Get it done!

Transkript der Rede in Deutsch.
Transkript der Rede in Englisch.


 

Severn Suzuki, Umweltkonferenz 1992, Rio

In den letzten 20 Jahren hat sich die Menschheit nicht signifikant weiterentwickelt. Das zeigt eine ganz ähnliche Rede von Severn Suzuki (12) auf der Umweltkonferenz 1992:

 

Transkript der Rede von Anjali Appadurai, 2011

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Neue Atomreaktoren – Die Erfolgsaussichten

Ein Artikel von Votan:
Volker Tanger ist Diplom-Physiker / Berater im Bereich IT-Sicherheit. Er ist Pirat und vertritt die Piraten in der BVV Berlin Marzahn-Hellersdorf, Piratenfraktion.

Next Generation (Gen-4) Atomreaktoren

Generation IV Reaktortypen

Generation IV Reaktortypen

Laut Generation IV International Forum könnten die Energie- und Entsorgungsprobleme durch “neue” Reaktortypen und Brutreaktoren gelöst werden. Die meist vorgeschlagenen Brutreatoren würden die Menge verfügbaren Brennmaterials deutlich vergrößern. Zunächst eine Vorstellung der Konzepte, dann eine Analyse. Die “neuen” Reaktorkonzepte sind dabei so alt, wie die derzeit genutzten. Vorgeschlagene Technologien sind: Den ganzen Beitrag lesen

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Förderung der Erneuerbaren Energien verändern –
und warum die Ansätze der FDP falsch sind

Nachdem wir im Mai durch die Aussagen des Umweltpolitischen Sprechers der FDP im Niedersächsischen Landtag über seine Ansichten zum Fracking doch sehr irritiert waren, dürfen wir uns heute schon wieder wundern.

Dr. Gero Hocker spricht sich dafür aus, die Förderung der Energiewende zu kürzen und damit die Schultern, die die Energiewende derzeit stemmen, um 52 Mrd. Euro zu entlasten. Dabei soll die vorgesehene Geschwindigkeit der Energiewende nicht beeinträchtigt werden.

Er bezieht sich dabei auf eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Die INSM ist ein Lobbyverband, der sich darauf spezialisiert hat, die eigenen Inhalte bei Medien gut zu platzieren. Dazu liefert sie medienfertige Beiträge für Print- und Fernseh-Redaktionen, stellt O-Töne für Hörfunkjournalisten zur Verfügung und beliefert Bildagenturen mit Bildmotiven und bietet Workshops für Journalisten an. Wer andere Studien zum EEG sucht, wird u.a. beim Umweltministerium fündig.

Die von der FDP favorisierte Studie setzt angeblich auf Wettbewerb und geht dabei davon aus, dass sich damit Windparks an Land als Hauptenergielieferant durchsetzen. Den Handel von erneuerbarem Strom möchte die Studie nach unserem Verständnis über Zertifikate regeln. Die Geschwindigkeit der Energiewende wird dadurch bestimmt, dass diese Zertifikate einer Quotierung unterliegen. Die Studie bemängelt, dass das bisherige EEG nur geringen Rückgang der CO2-Emissionen bewirkt, da diese ebenfalls auf einem Zertifikate-Handel basieren.

Unser Statement

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Stellungnahme der @FDP_NDS zu Fracking – und unsere Antwort.

Die FDP-Fraktion des Landtags Niedersachsen bezieht unter dem viel versprechenden Titel “Fakten zu Fracking.” Stellung zum Thema Fracking.

Im folgenden werden wir das ein wenig unter die Lupe nehmen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Thema Fracking beschäftigt die Öffentlichkeit in Niedersachsen seit Monaten immer wieder. Die Position der FDP-Fraktion ist dabei deutlich. Genannt seien hier die fünf wichtigsten Punkte:

1. Beim Hydraulic-Fracking-Verfahren handelt es sich um eine Technik, die in Deutschland seit Jahrzehnten angewendet wird.

Das ist richtig, allerdings in einem sehr beschränktem Umfang, unter Einsatz von weniger Chemikalien und in sehr großer Tiefe von mehreren 1000 Metern. Dieses Fracking ist mit dem Fracking der aktuellen Debatte nicht zu vergleichen.

Unsere bisherigen Erkenntnisse:

Die gemachte Aussage der FDP ist im gegebenen Kontext grob irreführend.

2. Die Energieversorgung und die Energiewende verlangt nach dieser Technik.

Das ist schlicht und ergreifend falsch. Lediglich einige Investoren verlangen nach dem Einsatz dieser Technik. Die Energiewende verlangt das Gegenteil, nämlich den Verzicht auf fossile Energieträger.

3. Saubere und effiziente Gaskraftwerke können die wetterabhängigen und jahreszeitlichen Schwankungen der Erneuerbaren Energien absichern. Wir sichern somit unsere Energieversorgung in jeder Hinsicht und nehmen Einfluss auf die Preisgestaltung bei Erdgas.

Das ist reines Blendwerk, gespickt mit Falschaussagen.

Gaskraftwerke sind nur so sauber, wie das Gas, das verwendet wird. Die Umweltbilanz von sogenanntem unkonventionellem Gas, das durch Fracking gefördert wird, ist jedoch schlechter als die von der “dreckigen” Braunkohle. Schiefergas ist keine saubere Energiequelle. Normales Gas aus fossiler Förderung übrigens in der Regel auch nicht.

Die Vorkommen des durch Fracking gewinnbaren Gases und die möglichen Fördermengen pro Jahr in Deutschland sind sehr gering. Die gesamten Vorkommen in Deutschland sind nach voraussichtlich 20 Jahren Ausbeutung erschöpft. Deutschland kann sich mit den Fördermengen nicht selbst versorgen. Deutschland kann auch die gesamte Fördermenge an Gas nicht erhöhen, sondern durch diese zusätzlichen Quellen maximal die derzeitigen jährlichen Fördermengen beibehalten. Damit ist auch keine gesteigerte Einflussnahme auf die Preise möglich, zumindest nicht in Richtung sinkende Preise. Die Förderung durch Fracking ist extrem teuer.

4. Wir sichern mehrere tausend Arbeitsplätze, wir sichern damit Forschung und Entwicklung in Deutschland und 500 bis 1.000 Millionen Euro pro Jahr an Förderabgaben für Niedersachsen.

Wir sollten uns damit abfinden und darauf reagieren, dass der Wohlstand in Deutschland nicht länger mit der Anzahl der Arbeitsplätze korreliert. Wir sichern 300.000 Arbeitsplätze in Deutschland, wenn wir die Energiewende voran treiben, so meldet das Bundesministerium für Umweltschutz und Reaktorsicherheit.

Für die Forschung und Entwicklung zu Fracking ist der Zug für Deutschland abgefahren. Bekannt ist, dass diese Technologie eine Hochrisikotechnologie ist und dass Experten auch nach 3-Jähriger Einarbeitung die bisherigen Erkenntnisse noch nicht vollständig verstanden haben. Wesentliche, neue Erkenntnisse sind jedoch nicht mehr zu erwarten.

Die Einnahmen durch Förderabgaben sind gering, verglichen mit den Erlösen, die die Industrie mit der Förderung erzielt. Ebenso stehen sie in keinem Verhältnis zu den Risiken, die bis heute nicht vollständig abgeschätzt werden können und den Kosten und Nachteilen für die Menschen, die einmal kontaminiertes Grundwasser verursacht.

5. Der Trinkwasserschutz muss an erster Stelle stehen – die FDP im Landtag setzt sich deshalb für strengere Kontrollen ein.

Vermutlich steht deswegen diese Forderung auch an der letzten Stelle der Aufzählung.

Kontrollen verhindern nichts. Kontrollen können immer nur prüfen, ob etwas passiert ist. Das ist völlig unzureichend.

Wir müssen dafür sorgen, dass unser Grundwasser und das Trinkwasser unverseucht bleiben.

Wer diese Technik aufgrund gefühlter und abstrakter Befürchtungen in Frage stellt, gefährdet viel und gewinnt nichts. In diesem Aktuelles aus der Fraktion möchten wir Ihnen Fakten rund um das Thema Fracking und weiterführende Links zur Verfügung stellen. Für Ihre Nachfragen stehen wir wie immer gerne zur Verfügung.
Herzliche Grüße! Gero Hocker
Dr. Gero Hocker
Umweltpolitischer Sprecher

Unsere Antwort an die FDP

Sehr geehrter Herr Hocker,
sehr geehrte Damen und Herren der FDP,

Sie haben nicht ein einziges, valides Argument vorgetragen, das für die Anwendung des Fracking-Verfahrens spricht.

Auf Umweltaspekte gehen Sie bis auf die Forderung nach mehr Kontrollen nicht ein.

Die Rahmenbedingungen muss man abstecken, bevor kontrolliert wird. Was kontrolliert werden soll und was dann erlaubt ist und was nicht, muss vorher festgelegt werden.

Wer nur kontrollieren will, wer das Grundwasser und Erdboden verseucht hat, der hat Umweltschutz und Nachhaltigkeit nicht verstanden.

Die FDP winkt hier gewissenlos ein Industrieprojekt durch.

Insgesamt sind Ihre “fünf wichtigsten Punkte” Vertretern der entsprechenden Industrie-Lobby würdig. Gibt es diesbezüglich etwas, das wir wissen sollten?

Genauso wenig, wie wir jemals ein Endlager in Gorleben akzeptieren werden, genauso wenig werden wir Fracking akzeptieren.

Die nächsten Wahlen werden kommen.

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Entwicklung des Strompreises
Neue Kernkraftwerke unwirtschaftlich

Der europäische Strommarkt leidet unter einer Überkapazität von etwa 15%. Dies trägt zusammen mit dem steigenden Anteil der erneuebaren Energien  zu extrem niedrigen Strompreisen an der Strombörse bei. Lag der Börsenpreis vor Fukushima noch bei etwa 5,5 ct/kWh, so liegt er heute bei 4,2 ct/kWh, also etwa 25% niedriger als vor einem Jahr.

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Fukushima:
Druckbehälter von Block 2 stark beschädigt
Ständig neue Lecks in neuen Leitungen

Fukushima 1 (Daiichi), Blöcke 1-4 vrnl., am 2011-03-30. Zu dieser Zeit hat man bereits vermutet, dass das Containment von Block 2 gerissen sei. Vermutlich gab es in Block 2 bereits eine Kernschmelze noch bevor die anderen Reaktorgebäude explodiert sind. Die Aufräumarbeiten werden noch Jahrzehnte dauern.

Fukushima 1 (Daiichi), Blöcke 1-4 vrnl., am 2011-03-30. Zu dieser Zeit hat man bereits vermutet, dass das Containment von Block 2 gerissen sei. Vermutlich gab es in Block 2 bereits eine Kernschmelze noch bevor die anderen Reaktorgebäude explodiert sind. Die Aufräumarbeiten werden noch Jahrzehnte dauern.

Von Cold Shutdown, also einer sicheren Kaltabschaltung in Fukushima I wird man wohl nie wirklich sprechen können. Tepco hat jetzt berichtet, dass es mit der Hilfe eines Endoskopes gelungen ist, den Wasserstand im Reaktor zu überprüfen. Man hat 60 cm gemessen. Üblich wären 10 Meter.

Man kann davon ausgehen, dass der Reaktorkern als ein geschmolzenes Häufchen Elend irgendwo im Fundament steckt. Hoffentlich noch im Fundament und nicht darunter.

Die Strahlung im Reaktor liege in etwa 10-fach über einer tödlichen Dosis. Das ist etwas Augenwischerei, denn jede Dosis kann tödlich sein. Unter einer “tödlichen Dosis” versteht man eine Strahlendosis, die in der Regel unmittelbar zum Tode führt und nicht erst Jahrzehnte später. Der Strahlentod ist ein statistischer Prozess. Zufall. Es gab auch Menschen, die eine 7-fach tödliche Strahlung überlebt haben.

/UPDATE:

“Der Wasserstand ist erschreckend niedrig und die Strahlenbelastung ist mit 73 Sievert pro Stunde unglaublich hoch.”, so Tsuyoshi Misawa vom Institut für Reaktorforschung der Universität Kyoto. Die Strahlung ist so hoch, da sie nicht durch die übliche Wassersäule abgeschwächt wird. Simulationen im November haben ergeben, dass der Reaktorkern vermutlich auf eine Höhe von etwa 20 bis 40 cm zusammengeschmolzen ist, so Ai Tanaka von Tepco. Bei den Untersuchung mit dem Endoskop ist es jedoch nicht gelungen zu dem geschmolzenen Kern vor zu dringen.

Man kann aufgrund der extremen Strahlung derzeit nicht viel weiteres unternehmen. Auch Roboter können nicht eingesetzt werden. Roboter können bei dieser Strahlenbelastung vielleicht zwei, maximal 3 Stunden arbeiten, bevor sie funktionsunfähig werden, so Eiji Koyanagi, Chefentwickler des Future Robotics Technology Center des Chiba Technologie-Forschungszentrums.

Diese Zeitspanne ist wahrscheinliche zu kurz. Man würde mindestens fünf bis sechs Stunden benötigen um Viedeomaterial und Wasserproben sammeln zu können, um ein genaueres Bild von der Lage im Reaktorblock 2 zu erhalten, schätzt der Reaktorexperte Misawa. Allerdings haben manche Roboter auch schon einer Strahlung von 20 Sievert die Stunde über einen Zeitraum von 10 Stunden standgehalten. Man möchte weiter beobachten, ob und wie lange die Roboter auch höheren Strahlendosen standhalten können.

In den Reaktoren der Blöcke 1 und 3 ist es Tepco bisher nicht gelungen die Wasserstände und die Radioaktivität festzustellen.

UPDATE/

Der Umgang mit der Katastrophe wirkt hilflos und improvisiert. Sämtliche Einrichtungen bei der Bekämpfung der anhaltenden Katastrophe sind nicht erdbebensicher. Die verwendeten Rohrleitungen sind nicht einmal widerstandsfähig genug um nicht von wachsendem Gras zerstört zu werden. Erst am Montag hat man wieder ein Leck in einer Leitung gefunden.

Das in der Leitung transportierte aufbereitete Meerwasser, dass eigentlich zur Kühlung der Reaktorruinen verwendet wird, ist ausgetreten und in Teilen ins Meer gelaufen. Dabei hat das Wasser auch radioaktive Partikel aufgenommen und ins Meer gespült. Tepco vermutet, dass 120m³ Wasser ausgetreten sind. Das sind 120 Tonnen und entspricht dem Inhalt von 4 großen Tanklastzügen.

Um den Wasseraustritt zu stoppen ist derzeit die Meerwasserentsalzung gestoppt. Zur weiteren Kühlung wird auf bereits gelagertes, aufbereitetes Wasser zurück gegriffen.

Insgesamt ist es erschreckend, wie eine der am weitesten hochtechnologisch entwickelten Gesellschaft mit dem Problem um geht. Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass ein entsprechender Kühlmittel-Unfall in Deutschland oder in Frankreich besser in den Griff zu bekommen wäre. In Europa steht keine der Atomanlagen so am Meer, dass der Wind den größten Dreck auf den größten Ozean der Welt hinaus weht. In Europa geht der Abwind über Land. Der Niederschlag gelangt in die Umwelt, Nahrung und das Grundwasser. Wenn Wasser am AKW austritt, so gelangt dieses in Flüsse und das Grundwasser.

Links

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Fukushima-Gedächtnisticker
Tag 2

Am Tag 2 der Katastrophe haben wir die Karten zur Ausbreitung der radioaktiven Wolke aktualisiert. Die Piraten waren immer noch weltweit die einzigen, die solche Karten angeboten haben.

Außerdem haben wir beschrieben weshalb man darauf schließen kann, dass bereits Kernschmelzen stattgefunden haben. Auch das Zuführen von Bor in den Kühlkreislauf lässt darauf schließen, dass eine Kettenreaktion stattgefunden hat, die nicht mehr durch die Steuerung des Reaktors zu kontrollieren war. Die deutsche Atomaufsicht hat dies bestätigt.

Die Verteilung von Jodtabletten zu diesem Zeitpunkt war eigentlich schon zu spät. Die Tabletten sollten eingenommen werden, bevor das Jod freigesetzt wird. Auch in Deutschland ist dies jedoch nicht besser gelöst. Die zuständigen Behörden haben nicht einmal Kenntnis davon, wo diese Tabletten lagern, wie eine Dokumentation zeigt.

Etwas untergegangen ist inzwischen der Zustand des Kernkraftwerks Fukushima II (Daini). Am Tag 2 war gerade mal ein Reaktor der 4 Reaktorblöcke unter Kontrolle und die Behörden haben die Evakuierung der Bevölkerung angeordnet, da auch in Fukushima II nicht klar war, ob die Situation unter Kontrolle gebracht werden kann.

Anfragen zu einem Anstieg der Radioaktivität in Bayern konnten wir beruhigen. Zu diesem Zeitpunkt konnte die Radioaktivität noch nicht bis nach Deutschland transportiert sein. Die Messungen in Bayern waren auf die Wetteränderung zurück zu führen.

Im Folgenden bringen wir eine Kopie unserer damaligen Veröffentlichung. Den Ticker liest man von unten nach oben. Das bedeutet, im Artikel erst nach unten scrollen und dann nach oben lesen. Tag 1 kann man hier nachlesen.

Samstag, 12.03.2011

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Japan im Jahr 1 nach Fukushima
Atomausstieg im April 2012?

Irgendwie haben wir versäumt, diesen Artikel an Weihnachten online zu stellen nun kommt er eben jetzt.

Fukushima Radiation Map

Fukushima Radiation Map

Japans Premierminister hebt Nuklearen Notstand auf

Weihnachten 2011: Japans neuer Premierminister Yoshihiko Noda hebt den Nuklearen Notstand um das Kernkraftwerk Fukushima Daini in Japan auf.

Diese Meldung muss der unbedarfte Leser zweimal ansehen, um sie zu verstehen. Das Kernkraftwerk Fukushima Daini ist das Kernkraftwerk Fukushima II, also nicht das Kernkraftwerk in dem 4 Reaktorbköcke katastrophal versagt haben. In Fukushima Daini kam es nicht zu derart massiver Freisetzung von Radioaktivität, wie in Fukushima Daiichi.

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