MOX-Transport nach Grohnde

Die Brennelemente kommen vermutlich dieses Wochenende in Nordenham an.

Alles aktuelle und wissenswerte zum Transport der Brennelemente findet ihr auf dem Bog: AKW Grohnde – Nein Danke!

Aktuelles jeweils auf den Twitter-Tickern @castorticker und @MOX_Ticker.

Die Aktion findet unter dem Motto statt:
AKWs abschalten, Plutonium MOX-Verbot jetzt!

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Abmahnungen gegen Kernkraftgegner nach Besuch des Atomkraftwerks Grohnde

Es wird viral. Ein Video aus dem E.ON-Kernkraftwerk Grohnde verbreitet sich und Blogbetreiber werden mit sehr fragwürdigen Anschreiben abgemahnt und eingeschüchtert.

Aufruf

Wer wurde aufgrund eines Beitrags über einen E.ON-Sprecher abgemahnt und wie reagiert ihr?

Ihr könnt euch gerne auch anonym und verschlüsselt an uns wenden. Schaut dazu auf unsere Kontakt-Seite.

Hintergrund

Wir haben am 24. Juli einen Videoclip präsentiert, indem der Sprecher des E.ON-Kernkraftwerks Grohnde irreführende Angaben zum Reaktorunglück in Fukushima macht und darlegt, dass die Kernindustrie nicht an den Atomausstieg glaubt. Eine Kopie des Clips gibt es weiter unten.

Darauf hin wurde unser Informant angezeigt, der während des Besuchs offen und mit Zustimmung des Sprechers im Besucherzentrum Aufnahmen gemacht hat. E.ON weist jede Verbindung zur Anzeige zurück und distanziert sich von ihrem leitenden Mitarbeiter. Wir gehen inzwischen davon aus, dass der Sprecher von E.ON mit rechtlichen Schritten gegen unseren Informanten vor geht.

Das Video und das zugehörige Transkript hat sich mittlerweile weiter im Netz verbreitet. Google listet über 400 Treffer, sucht man nach Phrasen aus dem von uns erstellten Transskript.

Wie wir jetzt erfahren, verfolgt der Leiter der internen Kommunikation des Kernkraftwerks Grohnde, Claus Sievert, weitere Blogger mit Abmahnungen, um die Unterlassung der weiteren Verbreitung zu fordern. Was uns besonders weit hergeholt erscheint: Der Anwalt des Sprechers macht in der Begründung der Abmahnungen Urheberrechte geltend.

Gerne hätten wir in Grohnde nachgefragt. Dort war man sehr an unserem Anruf interessiert (die Kollegen vor Ort baten den Kollegen am Telefon, den Lautsprecher einzuschalten), man wollte aber nicht mit uns sprechen. Die Kollegen waren offenbar gebrieft, Piraten keine Auskunft zu geben. Man hat uns an die Leiterin für Presse und Politik der E.ON Kraftwerke GmbH verwiesen. Diese ist gerade in Urlaub. Das Sekretariat wollte uns keine Auskunft geben.

Den ganzen Beitrag lesen

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E.ON-Sprecher informiert falsch zu Fukushima –
Anzeige gegen Journalisten

Vor einigen Tagen haben wir einen Videoclip online gestellt, den ein AntiAtomPirat und Listenkandidat der Piratenpartei für die Landtagswahl in Niedersachsen im Januar 2013 bei einem Besuch des Kernkraftwerks Grohnde angefertigt hat. Er war dort als Journalist vor Ort. Filmaufnahmen waren genehmigt. Er wurde nun in dieser Sache angezeigt. Der Vorwurf im Ermittlungsverfahren: Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes, Verdacht der Verleumdung. Das Video wurde durch YouTube aufgrund einer rechtlichen Beschwerde gesperrt.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors stellen wir das Transskript des Beitrags online.

Update 2012-08-24: Inzwischen hat ein Sprecher von E.ON uns gegenüber dementiert, dass E.ON etwas mit der Anzeige zu tun hat. Siehe Kommentar. Wir haben den Titel des Beitrags daraufhin entsprechend angepasst. Dieser lautete zuvor: “E.ON erstattet Anzeige gegen Journalisten”.

Update 2012-08-27: Unseren Recherchen zur Folge wird zum Tatvorwurf als Ereignisort das AKW Grohnde genannt und als Ereigniszeit der Zeitpunkt des Besuchs des Kraftwerks.

Vorher:

Jetzt:

Transskript des Beitrags:

Besuch im AKW Grohnde am 14. Juni 2012

Sprecher:
“Jetzt kann man sagen: Ja, wieso ist denn in Fukushima dieses furchtbare Unglück passiert, das war ja im Grunde eine Folge aus dieser Naturkatastrophe. Jetzt kann man das alles aufdröseln. Und da empfehle ich Ihnen einfach: Da muss man sich mal zwei Stunden Zeit nehmen. Wir haben da so eine Broschüre zusammengefasst vom Deutschen Atomforum, da kann man es sich also durchlesen. Ich könnte das zwar auch herunterbeten, aber es ist..

Also als ich gehört habe, wenn das den Japanern passiert so etwas, dann müssen wir weltweit abschalten, weil in so einem Hochtechnologieland, wenn die es schon nicht im Griff haben, warum sollen wir alles im Griff haben.

Am Ende des Tages war ich sehr bestürzt und erschüttert, was dort für teilweise Fehlleistungen passiert sind und Versäumnisse. Jetzt kann man das auch nicht damit entschuldigen, dass diese Kollegen dieses Kraftwerk, was da jetzt havariert ist, in einem Jahr hätten abschalten wollen. Ja. Das war ja schon 40 Jahre alt.”

Diese Aussage ist irreführend und falsch. Richtig ist, dass für Block 1 in Fukushima im Frühjahr 2011, also noch vor der Katastrophe, die Betriebsgenehmigung ausgelaufen wäre. Diese wurde jedoch unmittelbar zuvor um weitere 10 Jahre verlängert.

Sprecher weiter:
“Da sind wir wieder bei dem Punkt, wo ich sage, egal ob wir wissen ob wir in 10 Jahren abschalten, Sie Herr $name und Sie können sich darauf verlassen, dass wir bis zum letzten Tag – natürlich auch in der Hoffnung, weil wir nicht glauben, dass wir in 10 Jahren abschalten – dass wir da investieren.

Ja, ich sag das einfach mal so provokant, ich glaube das einfach nicht. Vielleicht hoffe ich es auch, aber ich kann es mir nicht vorstellen, aber ich konnte mir einiges nicht vorstellen bis vor einem Jahr mit der Rolle Rückwärts und hin und her und so weiter.”

Der Sprecher spricht Klartext: Die Betreiber glauben nicht daran, dass der Atomausstieg umgesetzt wird.

Sprecher weiter:
“Ich meine, Politik ist das eine und der sichere Betrieb von solchen Anlagen ist das andere.”

Besucherin:
“Aber der sichere Betrieb produziert Atommüll, von dem wir nicht wissen, wohin…”

Sprecher fällt ins Wort:
“Kommen wir auch noch zu, es gibt Schattenseiten, da bin ich ganz bei Ihnen. Da kommen wir noch zu, nichts im Leben ist umsonst.”

Der Sprecher ist der Leiter Interne Kommunikation E.ON KWG.

Kernkraftwerk Grohnde

 
Betreiber Gemeinschaftskernkraftwerk Grohnde GmbH & Co. oHG
Gesellschafter E.ON Kernkraft (83,3% mittelbar)
Stadtwerke Bielefeld (16,7%)
Mitarbeiter 337 (davon 18 Auszubildende)*
Reaktortyp Druckwasserreaktor
Nettoleistung 1.360 MW
Inbetriebnahme 1985

Links

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Neulich im Kernkraftwerk Grohnde:
E.ON glaubt nicht an den Atomausstieg

Folgender Schnippsel aus dem Besuch des Kernkraftwerk Grohnde wurde uns zugespielt:

UPDATE 2012-08-23: Die Wiedergabe wurde YouTube offensichtlich untersagt, obwohl E.ON zugestimmt hatte, dass Aufnahmen erstellt werden dürfen.

UPDATE 2012-08-24: E.ON hat offenbar Anzeige gegen unseren Informanten erstattet. Da das Video nicht mehr online ist, haben wir das Transskript des Beitrags veröffentlicht.

Weitere Updates und Transkript, siehe hier.

Neulich im AKW Grohnde:
E.ON glaubt nicht an den Atomausstieg.

Frage:
Warum investiert E.ON 2,5 Mio € in einen neuen Farbanstrich des Kühlturms, wenn das Kernkraftwerk doch in weniger als 10 Jahren stillgelegt werden soll?

Der E.ON-Sprecher klärt auf:
Es wird nicht damit gerechnet, dass das AKW wirklich stillgelegt wird.

Frage:
Und der Atommüll?

Der E.ON-Sprecher klärt auf:
Nichts im Leben ist umsonst.

Kommentar der AntiAtomPiraten:
Das Leben wird jedem Menschen geschenkt, völlig umsonst, und vielleicht kennen die Menschen bei E.ON Wind und Sonne als Umsonst-Energiequelle einfach nur noch nicht, wenn die immer im Betonatombunker sitzen?

Außerdem lügt der Sprecher zu Beginn des Ausschnitts, wenn er behauptet, der Meiler in Fukushima hätte ein Jahr später abgeschalten werden sollen. Das Gegenteil ist richtig. Bei der Anlage wurde im Februar 2011 die Laufzeit verlängert, anstatt Block 1 Anfang 2011 still zu legen.

Weitere Updates und Transkript, siehe hier.

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