Strom war noch nie so billig

Meldung der iwr:

Weiteres Rekordtief: Strompreis für 2017 fällt erstmals unter 4-Cent-Marke

Münster – Die Preise an der Strombörse fallen trotz des Atomausstiegs immer weiter. Gestern wurde am Terminmarkt eine weitere Preisgrenze nach unten durchbrochen. Stromhändler und Großabnehmer, die schon heute Grundlaststrom für das gesamte Jahr 2017 einkaufen, bezahlten gestern (29.04.2013) nur noch 3,995 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Das ist ein neuer Preis-Tiefststand für die Stromlieferung im Jahr 2017. Großabnehmer und die Industrie zahlen für Grundlaststrom zur Lieferung für das Jahr 2017 derzeit genauso viel wie sie für den Strom im Jahr 2005 bezahlt haben.

Strompreise für Jahreslieferung 2015 und 2016 schon seit Anfang April unter 4 Cent
Erst am 10. April 2013 waren die Preise für die Lieferung von Grundlaststrom in den Jahren 2015 und 2016 erstmals unter die 4-Cent-Marke gerutscht. Mittlerweile werden die Stromkontrakte bereits zu Preisen unter 3,9 Cent pro kWh gehandelt.

Zu viel Strom in Deutschland – Ausbautempo der erneuerbaren Energien unterschätzt
Wurden nach dem Atomausstieg im Jahr 2011 noch eine große Stromlücke und drastisch steigende Strompreise befürchtet, so ist genau das Gegenteil eingetreten. Eine geringere Stromnachfrage und der steigende Anteil erneuerbarer Energien haben die vermeintliche Stromlücke durch den Ausfall von acht Atomkraftwerken bereits innerhalb von zwei Jahren kompensiert. Zeitgleich treffen im Jahr 2013 neue Kohle- und Gaskraftwerke mit einer Rekordleistung auf einen gesättigten Markt und drücken die Preise weiter. “Die Stromversorger haben das Ausbautempo der erneuerbaren Energien völlig unterschätzt und überschwemmen den Markt zusätzlich mit neuen konventionellen Kraftwerken”, sagte IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch. Die Folge ist ein Rekord- Exportüberschuss in Höhe von 23 Milliarden kWh im Jahr 2012, der in den nächsten Jahren noch weiter ansteigt. Selbst die Abschaltung der nächsten zwei Atomkraftwerke im Jahr 2015 (Grafenrheinfeld) und 2017 (Gundremmingen B) sind schon eingepreist.

Hintergrund
Am Terminmarkt der Strombörse werden längerfristige Stromeinkäufe getätigt. Stromhändler und Großabnehmer können schon heute Strom zur Lieferung für die nächsten Jahre einkaufen. Am Spotmarkt werden dagegen kurzfristige Stromkontingente gehandelt (selbigerTag oder für den nächsten Tag).

Diese Entwicklung zeigt zweierlei.

  1. Wir könnten problemlos die verbleibenden Atomkraftwerke unmittelbar abschalten, ohne die Gefahr einer Stromlücke.
  2. Wir müssen dringend dafür sorgen, dass die günstigen Strompreise auch für den Verbraucher spürbar werden!

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Strompreisexplosion – Wie Energielobby und Bundesregierung die Energiewende abschaffen

In dieser Präsentation werden die verschiedenen Maßnahmen, durch die die EEG-Umlage in den Jahren 2009 – 2012 durch die schwarz-gelbe Bundesregierung gezielt aufgebläht wurde, sowie die Widersprüchlichkeit der vollmundigen Erklärungen zur Energiewende zu den tatsächlichen Taten aufgezeigt.

Wir fordern, die Energiewende zu beschleunigen und die Kostenträger zu entlasten. Damit lässt sich eine Preisexplosion der Strompreise verhindern.

Ebenfalls werden die angewandten Kommunikationsmethoden (“agenda setting”) untersucht, die dazu führen, dass bestimmte Schlagzeilen in den Medien stehen und andere nicht.

Nicht die EEG-Umlage ist der Sündenbock, sondern die Bundesregierung, die absichtlich die Umlage aufbläht um sie politisch zu diskreditieren und abzuschaffen. Denn der Erfolg des EEG geht den etablierten Stromversorger an die wirtschaftliche Substanz.

„Deshalb begrüßen wir die Einleitung des Beihilfeverfahrens durch die EU-Kommission. Das Beihilfeverfahren richtet sich nicht gegen die EEG-Umlage, sondern gegen die Ausnahme von der Umlage. Unsere Beschwerde entlastet im Erfolgsfall die Stromrechnung jeden Haushalts um rund 30 Euro im Jahr, den Mittelstand um wesentlich höhere Beträge.” betont Dr. Aribert Peters, Vorsitzender des Bund der Energieverbraucher e.V. in einer Pressemitteilung vom 05. Juni 2012

Der Bund der Energieverbraucher ergänzte dies in einer Pressemitteilung vom Dezember 2012

Unverschämte Strompreiserhöhungen

Viele Stromanbieter erhöhen zum Jahresanfang die Preise saftig. Der Bund der Energieverbraucher rät Verbrauchern, Erhöhungen über acht Prozent kritisch zu prüfen. Zwar hört sich eine Erhöhung von 13 Prozent moderat an. Auf einen Strompreis von 27 Cent je Kilowattstunde berechnet erhöht sich der Strompreis jedoch dadurch um 3,5 Cent je Kilowattstunde. Wer jährlich 4.000 Kilowattstunden verbraucht, muss dadurch 140 Euro jährlich mehr bezahlen.

Ist eine solche Erhöhung gerechtfertigt?

Die staatlich verordneten Mehrbelastungen der Strompreise summieren sich auf 3,3 Cent je Kilowattstunde: Die EEG-Umlage steigt zum Jahresanfang um 1,7 Cent, die Netzentgelte steigen um rund 0,5 Cent, die KWK-Umlage  um 0,17 Cent, die Industriebefreiungen von den Netzentgelten (§ 19 NetzeV) machen 0,2 Cent aus  und die Offshore-Haftungsregelung 0,25 Cent. In der Summe sind das 2,82 Cent Erhöhung worauf noch die Mehrwertsteuer erhoben wird.

Kostensenkungen nicht weitergegeben

Die Stromversorger kaufen den Strom günstiger ein – wegen der erneuerbaren Energien. Und die meisten Versorger haben diese Kostensenkung nicht weitergegeben sondern ihre Margen erhöht. Der Strom könnte also zwei Cent je Kilowattstunde günstiger sein, ohne dass die Versorger weniger verdienen als vor zwei Jahren. Das hat ein Gutachten von Gunnar Harms aufgedeckt.

Angemessene Erhöhungen

Verrechnet man die Mehrkosten mit den Einsparungen, dann erscheint für die meisten Versorger eine Strompreiserhöhung von 1,8 Cent beziehungsweise sechs bis acht Prozent angemessen. Dabei wurde bei den Kostensenkungen bereits ein Sicherheitsfaktor von rund einem Cent berücksichtigt. Die meisten Versorger verordnen ihren Kunden höhere Preisaufschläge. Im konkreten Einzelfall können die Verhältnisse anders liegen, wurden möglicherweise die Einkaufspreissenkungen bereits in der Vergangenheit gutgeschrieben.

Die Energiekonzerne profitieren gleich mehrfach.

Wir fordern, dass die Energiewende noch beschleunigt wird und die Energiegewinnung in Bürgerhand überführt wird, losgelöst von den bisherigen monopolartigen Strukturen.

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Keine Angst vor der Energiewende

Energiewende, Bilder: CC SA: Kohlekraftwerk:Volker Polednik, Erneuerbar: Florian Gerlach, Bearbeitung: Jürgen Stemke

Was bedeutet die Energiewende?
Was läuft gut, was läuft nicht so gut?

Mitschnitt des öffentlichen Vortrags
Referent: Dr. Michael Berndt
3. Januar 2013, Wolfsburg

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Podiumsdiskussion Energiewende – 3. Januar, Wolfsburg

Energiewende, Bilder: CC SA: Kohlekraftwerk:Volker Polednik, Erneuerbar: Florian Gerlach, Bearbeitung: Jürgen Stemke
Was bedeutet die Energiewende? Was läuft gut, was läuft nicht so gut?

Öffentlicher Vortrag & Podiumsdiskussion
Referent: Dr. Michael Berndt
3. Januar 2013 17:00 Uhr
Neues Schützenhaus, Breslauer Straße 400, Wolfsburg

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Förderung der Erneuerbaren Energien verändern –
und warum die Ansätze der FDP falsch sind

Nachdem wir im Mai durch die Aussagen des Umweltpolitischen Sprechers der FDP im Niedersächsischen Landtag über seine Ansichten zum Fracking doch sehr irritiert waren, dürfen wir uns heute schon wieder wundern.

Dr. Gero Hocker spricht sich dafür aus, die Förderung der Energiewende zu kürzen und damit die Schultern, die die Energiewende derzeit stemmen, um 52 Mrd. Euro zu entlasten. Dabei soll die vorgesehene Geschwindigkeit der Energiewende nicht beeinträchtigt werden.

Er bezieht sich dabei auf eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Die INSM ist ein Lobbyverband, der sich darauf spezialisiert hat, die eigenen Inhalte bei Medien gut zu platzieren. Dazu liefert sie medienfertige Beiträge für Print- und Fernseh-Redaktionen, stellt O-Töne für Hörfunkjournalisten zur Verfügung und beliefert Bildagenturen mit Bildmotiven und bietet Workshops für Journalisten an. Wer andere Studien zum EEG sucht, wird u.a. beim Umweltministerium fündig.

Die von der FDP favorisierte Studie setzt angeblich auf Wettbewerb und geht dabei davon aus, dass sich damit Windparks an Land als Hauptenergielieferant durchsetzen. Den Handel von erneuerbarem Strom möchte die Studie nach unserem Verständnis über Zertifikate regeln. Die Geschwindigkeit der Energiewende wird dadurch bestimmt, dass diese Zertifikate einer Quotierung unterliegen. Die Studie bemängelt, dass das bisherige EEG nur geringen Rückgang der CO2-Emissionen bewirkt, da diese ebenfalls auf einem Zertifikate-Handel basieren.

Unser Statement

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Ist Ökostrom aus der Sahara nicht sinnvoller?

  1. Wer sind die AntiAtomPiraten?
  2. Wie stehen die AntiAtomPiraten zu neuen Reaktortypen?
  3. Was spricht gegen eine neue Generation von Kernkraftwerken?
  4. Sind die AntiAtomPiraten einfach nur ‘Dagegen’?
  5. 100% Ökostrom. Kann das funktionieren?
  6. Wie kann man den steigenden Energiebedarf decken?
  7. Nachts scheint keine Sonne.
  8. Ist Ökostrom aus der Sahara nicht sinnvoller?

Wäre es nicht sinvoller, Solarenergie aus der Sahara zu nutzen anstatt Deutschland mit Windrädern zu pflastern?

Es gibt viele Gründe dafür, die Energie im eigenen Land zu ernten.

Das Wüstenprojekt DESERTEC ist nicht mehr zeitgemäß und auch nicht wirtschaftlich. Es setzt im Wesentlichen auf Solarthermische Energiegewinnung. Der Vorteil dieser Kraftwerke ist, dass die Sonnenwärme gespeichert werden kann und so auch während der Nachtstunden über das thermische Kraftwerk Elektrizität gewonnen werden kann. Das ist ein entscheidendes Merkmal für die Stromversorgung über den weiten Weg aus der Wüste, denn mit den angedachten Srommengen und bei den benötigten Leitungen soll nicht nur der Spitzenbedarf tagsüber gedeckt werden, eine Dauerauslastung ist wirtschaftlich notwendig.

Die Solarthermie hat mehrere Nachteile. Die thermischen Kraftwerksprozesse zum Betrieb von Dampfturbinen erfordern zur Kondensation des Dampfes immer auch eine ausreichende Kühlung. In der Wüste kann man nicht einfach durch aufheizen eines Flusses oder durch verdampfen von Wasser kühlen. Wasser ist dort Mangelware und man muss auf andere, aufwändige Methoden der Kühlung zurück greifen, zum Beispiel auf Trockenkühltürme.

Dies  war der größte Trockenkühlturm der Welt. Er stand in Hamm-Uetrop und diente  zur Kühlung des Hochtemperatur Thorium Reaktors. Er wurde 1991 gesprengt, da die Erhaltung als Industriedenkmal an den hohen Kosten scheiterte. Foto: Rainer Knäpper, Lizenz Freie Kunst (http://artlibre.org/licence/lal/de )

Dies war der größte Trockenkühlturm der Welt. Er stand in Hamm-Uetrop und diente zur Kühlung des Hochtemperatur Thorium Reaktors. Er wurde 1991 gesprengt, da die Erhaltung als Industriedenkmal an den hohen Kosten scheiterte.
Foto: Rainer Knäpper, Lizenz Freie Kunst (http://artlibre.org/licence/lal/de )

Der Preisverfall der Solarzellen macht es wirtschaftlicher, Stom aus Sonnenenergie mit diesen direkt vor Ort zu produzieren, dort, wo er gebraucht wird. Die Kosten für Solarmodule purzeln weiter. Alleine in den letzten vier Jahren ist der Preis um durchschnittlich 55% gesunken, im 1. Halbjahr 2012 sank der Preis um etwa 15%.

DESERTEC wäre vor etwa 30 Jahren eine gute Option gewesen, heute wird das Projekt von der Realität überholt. Hier haben sich die Energieriesen zu lange geziert.

Ein ganz entscheidendes Argument für die Produktion des Stroms im eigenen Land, in der eigenen Region, ist aber die Unabhängigkeit.

Wenn wir uns unabhängig machen können, von Energiemonopolen, unabhängig machen können von Energie- und Brennstoffimporten, wenn wir unsere Regionen selbständig machen können, bei der Energieversorgung, dann haben wir einen entscheidenden Schritt getan. Den Schritt in eine neue, freie, önkonomisch sinnvolle und ökologisch verantwortliche Energiepolitik. Weil wir das machen können, zu einem günstigen Preis, sollten wir es auch tun. Es geht, sobald wir es denken können.

Links

  • Wüstenstrom, eine Fata-Morgana?
    Weil die Photovoltaik deutlich billiger und leistungsfähiger geworden ist, gerät das  DESERTEC-Projekt in die Bredouille.
  • Linksammlung zu Quellen
  • Get it Done!
    Nachhaltiger Klimaschutz: Die Studentin Anjali Appadurai spricht tacheles mit den Delegierten auf der Weltklimakonfernz in Durban:
    Mandela sagte:
    Es scheint immer unmöglich – bis man es einfach getan hat.

 

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Nachts scheint keine Sonne

  1. Wer sind die AntiAtomPiraten?
  2. Wie stehen die AntiAtomPiraten zu neuen Reaktortypen?
  3. Was spricht gegen eine neue Generation von Kernkraftwerken?
  4. Sind die AntiAtomPiraten einfach nur ‘Dagegen’?
  5. 100% Ökostrom. Kann das funktionieren?
  6. Wie kann man den steigenden Energiebedarf decken?
  7. Nachts scheint keine Sonne.
  8. Ist Ökostrom aus der Sahara nicht sinnvoller?

 


Aber Nachts scheint keine Sonne …

Richtig. Aber Wind weht dennoch. Ernsthaft: Nachts wird deutlich weniger Energie benötigt. Der Solarstrom kann hervorragend dazu genutzt  werden, die Spitzenlasten tagsüber abzudecken. Der dynamische Anteil an benötigter Energie ist nahezu deckungsgleich mit den Zyklen der Photovoltaik. Scheint weniger Sonne, gibt es meist mehr Wind.

Schon heute sorgt der Solarstrom für niedrige Preise an der Strombörse zu den Spitzenzeiten, zu denen früher der Strom besonders teuer war. Derzeit werden durch das Überangebot an Kraftwerken die flexiblen Gaskraftwerke, die früher Spitzenlasten abgefangen haben, unrentabel. Die ersten werden bereits stillgelegt. Dabei benötigt das Netz bei vollzogener Energiewende gerade solche flexiblen Kraftwerke, um Zeiten mit weniger Wind und Sonne zu überbrücken.

Stromüberschüsse können in Pumpspeicherkraftwerken und auch chemisch gespeichert werden. Zur chemischen Speicherung erzeugt man Beispielsweise durch Elektrolyse Wasserstoff. Diesen kann man durch Zugabe von CO² (zum Beispiel aus der Luft) in Methan umwandeln. Wasserstoff wie Methan lassen sich im Gasnetz speichern. Benötigt man kurzfristig mehr Energie als Wind und Sonne liefern, kann man flexible Gaskraftwerke sehr schnell zuschalten, um den Bedarf zu decken. Kohle- und Kernkraftwerke müssen immer auf mindestens 50% Leistung gehalten werden. Gaskraftwerke dagegen lassen sich innerhalb weniger Minuten hoch und runter fahren.

Die Nutzung dieses sogenannten EE-Gases ist ökologisch deutlich sinnvoller, als die Nutzung von Agrargas, das die Bezeichnung Biogas gänzlich zu Unrecht trägt.

Das deutsche Gasnetz hat eine Kapazität von über 500 TWh. Diese Kapazität reicht aus, auch einen totalen Wind- und Sonnenausfall über 1 Monat zu überbrücken, wenn wir die gesammte Primärenergie aus Wind- und Sonnenenergie beziehen würden. Das entspricht einer Kapazität von 4-5 Monaten, bezogen auf den heutigen Strombedarf. Jeweils gerechnet mit thermischen Gaskraftwerken. Noch effektiver, mit einem Wirkungsgrad von etwa 80% arbeiten Druckluft-Speicherkraftwerke.

Verteilte Energiegewinnungsanlagen können virtuell ein Kraftwerk abbilden. Durch Wettervorhersagen kann man heute den erzeugbaren Strom der Anlagen bereits 2 Tage im Voraus bestimmen und die Stromverteilung planen. Bild: Peter Lehmacher, CC BY-SA 2.0

Verteilte Energiegewinnungsanlagen können virtuell ein Kraftwerk abbilden.
Durch Wettervorhersagen kann man heute den erzeugbaren Strom der Anlagen bereits 2 Tage im Voraus bestimmen und die Stromverteilung planen.
Bild: Peter Lehmacher, CC BY-SA 2.0

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Ist Ökostrom aus der Sahara nicht sinnvoller?

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Wie kann man den steigenden Energiebedarf decken?

  1. Wer sind die AntiAtomPiraten?
  2. Wie stehen die AntiAtomPiraten zu neuen Reaktortypen?
  3. Was spricht gegen eine neue Generation von Kernkraftwerken?
  4. Sind die AntiAtomPiraten einfach nur ‘Dagegen’?
  5. 100% Ökostrom. Kann das funktionieren?
  6. Wie kann man den steigenden Energiebedarf decken?
  7. Nachts scheint keine Sonne.
  8. Ist Ökostrom aus der Sahara nicht sinnvoller?

 


Den steigenden Energiebedarf kann man doch mit Windrädern und Solarenergie nicht decken?

Der steigende Energiebedarf ist ein Ammenmärchen. Diese Aussage gilt nicht für Deutschland. In den letzen 10 Jahren blieb der Verbrauch an Primärenergie in Deutschland nahezu konstant, mit leicht fallender Tendenz.

Wird konventionelle Energiegewinnung durch regenerative Elektroenergie ersetzt, verringert sich der Energiebedarf zusätzlich deutlich, da viele konventionellen Energiewandler einen Wirkungsgrad von nur etwa 30% haben (Verbrennungsmotoren, konventionelle Kraftwerke (Kohle, Kernenergie), ..).

Alleine durch 100% generative Stromerzeugung und Elektromobilität verringert sich der Bedarf an Primärenergie um etwa 40% (!), die wir bisher als Abwärme an die Umwelt abgeben.

Den Primärenergiebedarf in Deutschland kann man mit generativen Energieträgern decken – man muss nur wollen.

Der EV1 war ab 1996 das erste in Serie gebaute reine Elektrofahrzeug nach aktuellem Standard für ein "vollwertiges" Auto. Das Fahrzeug wurde nur verleast und nach dem erfolgreichen Kampf gegen die Emissionsgesetze in Kalifornien wurden die Fahrzeuge von General Motors wieder eingezogen und verschrottet, obwohl es lange Listen mit Kaufinteressenten gab. Die Nachfrage war deutlich höher, als die vorhandenen Fahrzeuge. Die Patente der Akkutechnologie (NiMH) wurden an die Ölindustrie verkauft. Diese hat die Weiterentwicklung gestoppt und den Einsatz auf Kleinbatterien beschränkt. Seit 2012 ist mit dem Telsa Model S das erste realisierte Konzept eines 5+2-sitzigen autobahntauglichen Elektroautos der oberen Mittelklasse auf dem Markt. Bild: EV1, Foto: Rmhermen, CC-BY-SA 3.0

Der EV1 von General Motors war ab 1996 das erste in Serie gebaute reine Elektrofahrzeug nach aktuellem Standard für ein “vollwertiges” Auto. Das Fahrzeug wurde nur verleast und nach dem erfolgreichen Kampf gegen die Emissionsgesetze in Kalifornien wurden die Fahrzeuge von General Motors wieder eingezogen und verschrottet, obwohl es lange Listen mit Kaufinteressenten gab. Die Nachfrage war deutlich höher, als die vorhandenen Fahrzeuge.
Die Patente der Akkutechnologie (NiMH) wurden an die Ölindustrie verkauft. Diese hat die Weiterentwicklung gestoppt und den Einsatz auf Kleinbatterien beschränkt. Siehe dazu auch den Film “Warum das Elektroauto sterben musste”.
Seit 2012 ist mit dem Telsa Model S das erste realisierte Konzept eines 5+2-sitzigen autobahntauglichen Elektroautos der oberen Mittelklasse mit einer Reichweite von 480km auf dem Markt.
Bild: EV1, Foto: Rmhermen, CC-BY-SA 3.0

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Nachts scheint keine Sonne

Links

  • Destatis
    Primärenergieverbrauch
  • Linksammlung zu Quellen
  • Warum das Elektroauto sterben musste, 2006
    Dieser Dokumentarfilm zeigt die Geburt eines der ersten serientauglichen Elektroautos, den EV1 von GM. Der Film zeigt auch, wie alle Fahrzeuge gegen den Protest der Kunden durch GM wieder zerstört wurden. Der Automobilindustrie lag sehr viel daran, dass es kein Elektroauto gibt.
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100% Ökostrom. Kann das funktionieren?

  1. Wer sind die AntiAtomPiraten?
  2. Wie stehen die AntiAtomPiraten zu neuen Reaktortypen?
  3. Was spricht gegen eine neue Generation von Kernkraftwerken?
  4. Sind die AntiAtomPiraten einfach nur ‘Dagegen’?
  5. 100% Ökostrom. Kann das funktionieren?
  6. Wie kann man den steigenden Energiebedarf decken?
  7. Nachts scheint keine Sonne.
  8. Ist Ökostrom aus der Sahara nicht sinnvoller?

 


Ist es denn überhaupt möglich, uns mit 100% Ökostrom zu versorgen?

Es ist möglich, Deutschland innerhalb von 18 Jahren zu 100% mit Elektrizität aus generativen Energiequellen zu versorgen. Auch den gesamten Primärenergieverbrauch können wir bis auf vielleicht wenige Ausnahmen auf generative Energieträger umstellen.

Wir selbst haben nachgerechnet und festgestellt, es ist möglich, Deutschland autonom mit Strom aus Wind oder Sonne zu versorgen. Dazu haben wir die Zahlen aus 2009 verwendet, da diese vollständig vorlagen.

Sehr anschaulich kann man das am Beispiel der Elektromobilität darstellen. Der Straßenverkehr in Deutschland hat einen Anteil von 18,6% am Primärenergieverbrauch. 2009 waren das 706,4 TWh. Durch Umstieg auf Elektroantrieb benötigt man weniger als ein Drittel der Energie für die selbe Wirkleistung. Das liegt daran, dass der Elektroantrieb drei mal effizienter ist, als der Verbrennungsmotor im optimalen Arbeitspunkt. Außerdem können wir die Bremsenergie wiederverwenden. Bei eMobilität benötigen wir also nur noch ungefähr 200 TWh um dieselben Fahrleistungen zu erbringen, vermutlich sogar deutlich weniger.

Das entspricht einer Kraftwerks-Leistung von 22,8 GW. Wenn wir diese mit Hilfe von Solarzellen ernten wollen, benötigen wir dazu eine Fläche von 500 km², beim Einsatz von Zellen mit 40% Wirkungsgrad und durchschnittlicher Sonneneinstrahlung. Die Fläche entspricht etwa 2% der versiegelten  Fläche in Deutschland, kann also ohne zusätzlichen Flächenverbrauch  genutzt werden.

Zum Vergleich, ein PKW mit den Abmessungen 1,8 x 4,3 Meter (z.B. VW Golf) verdeckt eine Fläche von 7,74 m². In Deutschland sind 58 Mio Fahrzeuge zugelassen. Diese verbrauchen damit über den Daumen geschätzt ungefähr die selbe Fläche (449 km²), die man zur Erzeugung des notwendigen Stroms mit Photovoltaik benötigt. Das sollte zu bewerkstelligen sein.

Der Vorteil an Photovoltaik ist, dass wir bereits versiegelte Flächen zur Ernte der Sonnenenergie nutzen können, ohne zusätzlichen Flächenverbrauch. Auch Windräder schränken die Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen oder von Wäldern und Brachland nicht ein.

Flächenvergleiche:  Das Bild zeigt die Fläche der Bundesrepublik Deutschland, so wie  exemplarisch die Menge einzelner Flächentypen. A: Menge der Waldfläche der Bundesrepublik Deutschland B: Menge der versiegelten Fläche der Bundesrepublik Deutschland 1: Notwendige Fläche, um eMobilität mit Photovoltaik zu speisen 2: Notwendige Fläche, um 100% des Strombedarfs mit Photovoltaik zu decken 3: Notwendige Fläche, um 100% des Primärenergiebedarfs mit Photovoltaik zu decken 4: Notwendige Fläche, um 100% des Strombedarfs mit Windenergie zu decken 5: Notwendige Fläche, um 100% des Primärenergiebedarfs mit Windenergie zu decken Die  Berechnungen beruhen auf Daten aus dem Jahr 2009, es wurde bei der  Photovoltaik mit 40% Wirkungsgrad gerechnet. Die Felder zeigen den  Flächenverbrauch an, der jeweils benötigt werden würde, wenn ausschließlich der genannte Energieträger zur Anwendung käme. Bild: AntiAtomPiraten; Karte: Botaurus-stellaris, CC-BY-SA 3.0

Flächenvergleiche: Das Bild zeigt die Fläche der Bundesrepublik Deutschland, so wie exemplarisch die Größe einzelner Flächentypen.
A: Größe der Waldfläche der Bundesrepublik Deutschland
B: Größe der versiegelten Fläche der Bundesrepublik Deutschland
1: Notwendige Fläche, um eMobilität mit Photovoltaik zu speisen
2: Notwendige Fläche, um 100% des Strombedarfs mit Photovoltaik zu decken
3: Notwendige Fläche, um 100% des Primärenergiebedarfs mit Photovoltaik zu decken
4: Notwendige Fläche, um 100% des Strombedarfs mit Windenergie zu decken
5: Notwendige Fläche, um 100% des Primärenergiebedarfs mit Windenergie zu decken
Die Berechnungen beruhen auf Daten aus dem Jahr 2009, es wurde bei der Photovoltaik mit 40% Wirkungsgrad gerechnet. Die Felder zeigen den Flächenverbrauch an, der jeweils benötigt werden würde, wenn ausschließlich der genannte Energieträger zur Anwendung käme.
Bild: AntiAtomPiraten; Karte: Botaurus-stellaris, CC-BY-SA 3.0

Die im Moment erhältlichen Standard-Solarzellen haben einen Wirkungsgrad von bis knapp über 20%. Damit würde man derzeit noch doppelt so viel Fläche wie in dem Beispiel errechnet benötigen. 2009 lag der Standard-Wirkungsgrad noch bei 15%. Serienreif sind seit 2012 schon Module mit 34% Wirkungsgrad. Im Labor gibt es bereits Zellen mit über 40% Wirkungsgrad. Die Innovationen in der Solarbranche schreiten derzeit noch schnell voran.

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Wie kann man den steigenden Energiebedarf decken?

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  • Strom ohne Atom
    Ausstieg bis 2015, 100% erneuerbar bis 2030
  • Get it Done!
    Nachhaltiger Klimaschutz: Die Studentin Anjali Appadurai spricht tacheles mit den Delegierten auf der Weltklimakonfernz in Durban:
    Mandela sagte:
    Es scheint immer unmöglich – bis man es einfach getan hat.
  • Linksammlung zu Quellen
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FreitagsFilm: Das Potential
Erneuerbare Energie in Deutschland und Japan

Harry Lehmann referiert 2011 zur Sicherstellung der Energieverxorgung durch generative Energieträger.

Der Vortrag handelt von den Herausforderungen auf dem Weg zu einer Gesellschaft, die bis 2050 zu nahezu 100% durch erneuerbare Energiequellen versorgt wird. Harry Lehmann gibt einen Überblick über REG-Technologien, den Stand von Wissenschaft und Technik und beschreibt wie eine ökologische Energie-Revolution perspektivisch erreicht werden kann, die nicht nur möglich, sondern auch notwendig ist, um mit den aktuellen ökologischen Bedrohungen umzugehen.

Seit der Untersuchung der dargestellten Ergebnisse hat die Technik enorme Fortschritte gemacht und die dargestellten Erfolge können noch deutlich übertroffen werden.

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