Ungenehmigtes Endlager Morsleben – Zwischenbericht Sommer 2012

Atommüll sauber gestapelt im Atommüllager Morsleben. Erst auf Weisung von Frau Merkel wurde nocht rückholbar verkippt, wie in der Asse. Foto: Volker Möll / PubliXviewinG

Atommüll, sauber gestapelt im Atommülllager Morsleben. Erst auf Weisung von Frau Merkel wurde nicht rückholbar verkippt, wie in der Asse. Foto: Volker Möll / PubliXviewinG

Ein Bericht von Carsten Bätge

Rückholbarkeit zur Simulierung eines Zwischenlagers

In Morsleben lagert u.a. hochaktiver Müll, der tatsächlich rückholbar dort liegt, was auch immer wieder getestet und nachgewiesen wird. Dadurch wird eine faktische Endlagerung erzeugt: Der Müll ist rückholbar, somit nur zwischengelagert. Da es aber kein offizielles Endlager gibt, bleibt er dort, was einer Endlagerung gleichkommt.

Wenn dieses Verfahren sich durchsetzt, dass allein durch diese technische Rettungsmaßnahme ein geologisch ungeeigneter Standort zum faktischen Endlager werden kann, könnte dieses Verfahren genauso in der Asse, in Gorleben oder in Konrad angewandt werden.

Das Stilllegungskonzept

Das Stilllegungskonzept von Morsleben basiert im Wesentlichen auf der Erstellung von zahlreichen Abdichtbauwerken, da Morsleben ein ehemaliges Gewinnungsbergwerk mit vielen Strecken und Kammern ist und die radioaktiven Abfälle verstreut in mehreren Bereichen auf der untersten Sohle eingelagert wurden. Mittels Einbau von Betonwänden soll der Müll somit eingeschlossen werden, obwohl niemand weiß, wie sich das Salz auf Dauer verhält: Da Beton nicht so verformbar ist wie Salz, lastet der Gebirgsdruck ganz anders auf dem Beton. Was passieren wird, ist unklar.

Schon bei der vorgezogenen Verfüllung mit Salzbeton zur mechanischen Stabilisierung im Zentralteil ab 2003 gab es Komplikationen: Eigentlich war vorgesehen, dass der Salzbeton so eingebaut wird, dass kein Wasser in das übrige Bergwerk läuft. In den Verfüllkammern sonderte sich aber unerwartet viel Überschusslösung  vom eingebauten Salzbeton ab. Die Lösung wurde nicht wieder vom Beton aufgenommen, sondern lief teilweise durch angrenzende Grubenbaue zu darunter liegenden Sohlen ab.

Geplant ist auch ein Abdichtbauwerk aus Magnesiabeton, es wurde dabei verschwiegen, dass bereits ein Versuch mit Magnesiabeton durchgeführt worden war und gescheitert ist. Magnesiabeton wird an den Stellen benötigt, wo nicht durch Fließbewegungen des Salzes die Randzone zwischen Abdichtung und umgebenden Gestein geschlossen wird. Dies ist im sogenannten Anhydrit der Fall, der als sprödes Gestein solche Fließeigenschaften nicht zeigt. Das Problem tritt bei der Abdichtung des oben genannten Ostfeldes auf. Man geht davon aus, dass Magnesiabeton beim Abbinden quillt und so Spalten im Randbereich zuverlässig verschließt.

Die Langzeitsicherheit

Zur Beurteilung der Langzeitsicherheit werden Prognoserechnungen durchgeführt. Diese Rechnungen basieren unter Berücksichtigung des  radioaktiven Zerfalls auf Modellvorstellungen zur Freisetzung der radioaktiven Stoffe im Einlagerungsbereich, dem Transport durch das teilweise verschlossene Bergwerk und durch die Deckschichten über dem Salzgestein sowie das Vermischen mit dem Grundwasser.

Es wird angenommen, dass dieses Grundwasser als Trinkwasser für die dann in der Region lebenden Menschen und als Beregnungswasser von landwirtschaftlichen Kulturen verwendet wird.

Aus den aufgenommenen radioaktiven Stoffen wird die Strahlenbelastung als “effektive Strahlendosis” berechnet. Selbst bei den stark manipulierten offiziellen Wahrscheinlichkeitsberechnungen wurden bei 2000 Rechnungen der Grenzwert von 0,001 mSv/Jahr in 60% der Fälle überschritten, 4 mal sogar um mehr als das dreihundertfache.

Abweichung vom Konzept zur Vortäuschung von Langzeitsicherheit

Aus nicht offiziell benanntem Grund sollte das Nordfeld (unbekannter radioaktiver Müll) nicht mit Beton verschlossen werden. Das führt dazu, dass in 70.000 Jahren ein großer Austritt von Strahlung über das Wasser zu erwarten ist. Etwa 10.000 Jahre später ist ebenfalls ein größerer Austritt an Strahlung zu erwarten. Wenn man nun das Nordfeld mittels Beton verschließt, erfolgt der erste Austritt an Strahlung 10.000 Jahre später, fällt also mit dem zweiten Peak zusammen, wodurch dieser also viel höher ausfällt – und die simulierten Grenzwerte deutlich überschreitet.

Das Gasproblem

Problem ist auch die Gasentstehung durch eingebrachtes Metall (Fässer), hier entsteht beim Rosten Wasserstoff, aus organischen Resten entsteht Methan. Diese Gase entweichen durch entstehende Mikrorisse, die sich eventuell wieder schließen, eventuell aber auch Makrorisse bilden, die Bestand haben. Das bedeutet ebenfalls ein völlig unkalkulierbares Risiko bzgl. des möglichen Austritts von Strahlung.

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