Erste Eindrücke aus Gorleben
Piratendoku begleitet Piraten über 1 Jahr und war bei uns mit in Gorleben. Hier die Eindrücke:
Die 600-Einwohner-Gemeinde im äußersten Nordosten Niedersachsens macht einen beschaulichen Eindruck, viel grün, gute Luft, besinnliches Landleben – doch die Idylle ist trügerisch: wir sind in Gorleben, sagenumwobenes Sinnbild für den Kampf gegen Atomkraft und vor allem bekannt wegen des Atommüllzwischenlagers und den dort ankommenden Castortransporten.
Wir begleiten an diesem kühlen und grauen Donnerstag zehn Piraten auf ihrer Erkundungstour durch den viel diskutierten potenziellen Endlagerstandort. Fast 300 Kilometer und drei Stunden Autofahrt nahmen einige Piraten zu frühmorgendlicher Zeit auf sich, um pünktlich um 08:30 Uhr auf dem Gelände des Bergwerks zu sein.
Wir haben nur die halbe Strecke – und kommen trotzdem zu spät. Wir fragen uns schon, ob die Gorlebener Anlage vielleicht die deutsche Area 51 ist, finden den Eingang aber doch noch. Als wir ankommen, vermitteln die Geologen schon die ersten Informationen über das Erkundungsbergwerk. Wenig später laufen wir über das große, eher unspektakuläre Gelände und schneller als man “Atomkraft? Nein danke!” sagen kann stecken wir in weiten und fast-piratenorangen Overalls, tragen einen Grubenhelm mit Lampe auf dem Kopf und einen Sauerstoffselbstretter lässig wie eine Tasche über der Schulter.
Ein Fahrstuhl bringt uns fast 900 Meter unter die Erdoberfläche. Wir sehen lange, vornehmlich leere Gänge, groß aber akkurat in den Gorlebener Salzstock gesprengt, wir sehen Wissenschaftler, Bergarbeiter, Salzkristalle, Sprenglöcher, wir sehen Fahrzeuge, die über den glattgefahren Salzboden rasen, mächtige Salzbrockenverkleinerungsanlagen und erfahren eine Menge über die Möglichkeiten und Probleme der Lagerung von Atommüll in Salzstöcken.
Der Fahrstuhl bringt uns wieder ans Tageslicht – die schmucke Bergmannskleidung müssen wir leider wieder abgeben, doch wir haben viel gesehen, viel erfahren und alle haben ein paar kleine (manche auch eher ein paar mehr und ein paar größere) Salzbrocken als Souvenir mitgenommen. Nach einem stärkenden Mittagessen und abschließeden Informationen zum Erkundungsbergwerk (unterbrochen durch kritische Fragen der Piraten) folgt im Informationszentrum ein Vortrag zum Zwischenlager – doch die oft energisch geführte Diskussion beginnt schon vor Beginn des Vortrags, so dass der Vortrag erst am Ende beginnt und quasi mit dem Anfang endet.
Jetzt wird es spannend: Wir begleiten die Piraten zum Zwischenlager. Nicht jeder darf rein, kurzfristig wird so zum Beispiel mit Verweis auf das LKA einem Piraten der Zutritt verwehrt. Auch der Spitzenkanidat Meinhart Ramaswamy erhielt knapp 24 Stunden vor dem Besichtigungstermin eine unbegründete Absage – wir fahren trotzdem mit ihm zusammen zu der meistdiskutierten Mülldeponie Deutschlands. Schon beim Besuchereingang ist dann für uns leider Schluss – wir waren nicht angemeldet und Filmen ist auf dem Gelände strengstens verboten. Dadurch verpassen wir leider auch, wie Meinhart vom Gelände verwiesen wird.
Es wäre ein “schönes” Schlussbild gewesen – doch trotzdem hatten wir wieder einmal einen überaus interessanten Tag an einem äußerst spektakulären Ort.
Wer mehr wissen will, sollte sich auf den Film freuen!
Schöne Grüße,
David
Wir AntiAtomPiraten selbst sind gerade etwas im Wahlkampfstress, wollen aber in Kürze auch Bilder und Infos posten.
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AntiAtomPiraten wurde Zutritt in Gorleben verweiterg
Die AntiAtomPiraten haben sich zu einer Besichtigung des Erkundungsbergwerks und des Zwischenlagers in Gorleben angemeldet. Die Vorlaufzeit betrug etwa 6 Monate.
Um das Zwischenlager zu besuchen muss man seine Personendaten vorher einreichen: Name, Adresse, Geburtstag und -ort, Ausweisdaten.
Diese Daten werden dann an das Umweltministerium weiter geleitet um ggf. den Zutritt zu verweigern. Das wird aus Sicherheitsgründen gemacht und ist im Prinzip eine gute Idee. Alleine es scheint nicht gut und zuverlässig zu funktionieren.
Was geht da schief?
Wir sind in der ungewöhnlichen Lage, dass wir unseren Besuch für 2 Termine mit der selben Teilnehmerliste angemeldet haben. Und jetzt kommt’s: Meinhart Ramaswamy war am 12.12.12 zugelassen, die Castorhalle zu betreten. Allerdings wurde einem anderen Mitglied der Gruppe der Zutritt verweigert. Einzige Begründung: Es würden “Erkenntnisse” vorliegen.
Am 10.01.2013 ist diesem anderen Mitglied der Gruppe der Zutritt gestattet. Dafür wird dem Kandidaten der Piraten auf Listenplatz 1 nun der Zutritt verweigert, wieder einen Tag vor der Anreise und ohne Angabe von Gründen.
Man kann nun denken was man will, es drängt sich aber ganz offensichtlich der Eindruck auf, dass der “Sicherheitscheck” nicht funktioniert. Zudem verstößt es gegen grundlegende rechtsstaatlichen Grundsätze, die Begründung dem Betroffenen vorzuenthalten.
Wir können uns dem Eindruck nicht erwehren, dass hier willkürlich gehandelt wird und ein falscher und unverständlicher Eindruck von sicherheit entsteht. Aber das sind wir von Atomanlagen ja schon gewohnt.
Wir fordern die zuständigen Behörden auf, die folgenden Fragen zu beantworten:
- Wie findet die Überprüfung der Personen statt?
- Wer ist bei der Überprüfung involviert?
- Wer trifft die Entscheidung?
- Welche Kriterien führen zur Verweigerung des Zutritts?
- Warum wird den Betroffenen erst 24h vor dem Termin die Absage erteilt?
- Warum wird den Betroffenen der Grund der Absage nicht mitgeteilt?
- An wen können sich Betroffene wenden um ggf. falsche Daten der Behörden richtig zu stellen?
- Warum erfolgt keine entsprechende Rechtsbelehrung?
- Wievielen Personen wurde 2012 der Zutritt verweigert?
Aus welchen Gründen? - Wieviele Personen haben für 2012 den Zutritt beantragt?
Update 2013-01-10: Nach Aussage des Vertreters von GNS warn beide betroffenen Mitgliedern an beiden Besuchstagen der Zugang vereigert worden. Es wurde uns lediglich nicht mitgeteilt. Da Meinhart Ramaswamy beim ersten Termin nicht dabei sein konnte, ist dies damals nicht aufgefallen. Zu den Gründen könne man sich nicht äußern. Diese seien durch die betroffenen Personen bei den Behörden zu erfragen.
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AntiAtomPiraten besuchen Gorleben
Wegen Krankheiten kurzfristig wieder Plätze frei! Siehe unten.

Zufahrt Transportbehälterlager Gorleben bei Nacht. Foto: Jürgen Stemke
Die AntiAtomPiraten haben für diesen Donnerstag, den 10. Januar, einen Besuch des Bergwerks und des nuklearen Zwischenlagers in Gorleben organisiert.
Mit dabei sind auch Kandidaten der Piratenpartei zur Landtagswahl in Niedersachsen, zum Beispiel der Spitzenkandidat Meinhart Ramaswamy. Ebenfalls mit dabei sind Mitglieder der Bürgerinitiative Strahlenschutz Braunschweig, BISS e.V. und der Anti-Atom-Initiative Göttingen – und natürlich auch AntiAtomPiraten
Unser Programm:
Datum: 10. Januar 2013
Bergwerk
Anfahrt in Eigenregie
8:30: Eintreffen beim Pförtner, Begrüßung, Besichtigung Ausstellung
9:00: Einführungsvortrag
9:30: Umkleiden (Kleidung wird gestellt)
10:00: Einfahren in das Bergwerk
12:00: Umkleiden, Mittagessen, Abschlussdiskussion Berkwerk
Zwischenlager
13:30: Zwischenlager, Einführung, Führung durch die Ausstellung
16:30: Besichtigung des Transportbehälterlagers (“Castor-Halle”)
17:00: Ende
Treffen mit der BI
Wir versuchen ebenfalls noch ein Treffen mit Leuten aus der BI, bzw. mit Aktivisten aus dem Wendland zu organisieren.
Kurzfristig haben wir wieder Plätze frei. Falls Du mit möchtest, melde Dich bitte per Mail an: info[ät]anti-atom-piraten.de. Wir prüfen dann, ob eine Teilnahme noch möglich ist.
(Der Besuch der Castor-Halle ist mit Verweis auf Sicherheitsbestimmungen nur für bereits angemeldete Teilnehmer möglich. Hinweise zum Befahren des Bergwerks, siehe hier ganz unten.)
Konzept Endlager zu Grabe tragen: Lichterkette zwischen Asse, Schacht Konrad und Braunschweig/Thune
Am 11.03.2012 bildeten auf einer Strecke von circa 80 Kilometern über 24.000 Menschen zwischen Schacht Konrad, Asse II und Braunschweig/Thune eine Lichterkette – zum einen um der Katastrophe von Fukushima am 11.03.2011 zu gedenken, aber auch um auf die unhaltbare Situation in der Asse sowie der Endlagerproblematik und dem Umgang mit radiaktiven Gefahrenstoffen in Braunschweig/Thune aufmerksam zu machen.
Symbolisch wurde das “Konzept Endlager” zu Grabe getragen.
Auch wir sind der Meinung, dass Gesellschaft und Politik sich endgültig vom “Konzept Endlager” verabschieden müssen.
Den Atommüll zu verbuddeln – ohne Rückholmöglichkeit – und dabei zu hoffen, dass eine Sicherheit für 1 Million Jahre schon gegeben sein wird:
Das ist verantwortungslos und lediglich eine Illusion, der sich so manch Politiker gerne hingibt um – so wie es scheint – die Verantwortung für das strahlende Erbe weit von sich zu schieben.
(Red.: KH, 14.03.2012)
FreitagsFilm: 35 Jahre Atommülllager Gorleben
Die Standortentscheidung für das Endlagerprojekt Gorleben ist im Jahr 1977 gefallen, unter der SPD-Bundesregierung von Bundeskanzler Helmut Schmidt und der CDU-Landesregierung von Ministerpräsident Ernst Albrecht. Die Entscheidung ist im innerdeutschen Kalten Krieg maßgeblich nach politischen Kriterien erfolgt – insbesondere in Hinblick auf die allgemein dünne Besiedlung der Gegend im damaligen Zonenrandgebiet zur DDR und wegen der Nähe zu Morsleben und dem dort im Aufbau befindlichen Endlager Morsleben. [Wikipedia]
30 Jahre Proteste in Gorleben, Deutsche Welle, 2010








