Stresstest für Endlager Asse und Konrad

Zeichen des einstürzenden Grubengebäudes des Atommülllagers in der Asse. Foto: Jürgen Stemke

Risse und Einbrüche, Zeichen des einstürzenden Grubengebäudes des Atommülllagers in der Asse. Foto: Jürgen Stemke

Von Christian Kerl, Asse-Info:

BERLIN. Zwei Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima unterzieht die Bundesregierung jetzt doch auch die Atomendlager Asse, Schacht Konrad und Morsleben einem Stresstest. Dabei wird geprüft, wie gut die Endlager für radioaktive Abfälle zum Beispiel gegen Erdbeben oder Flugzeugabstürze geschützt sind – über die bisherigen Anforderungen hinaus.

Das wurde gestern im Bundesumweltministerium bekannt. Nach Angaben aus Regierungskreisen wird zudem auch das Strahlentechnik-Unternehmen Eckert und Ziegler in Braunschweig in die Untersuchung einbezogen. Die Stresstests führt die Entsorgungskommission des Ministeriums durch. Sie hat jetzt eine Überprüfung von Atommüll-Zwischenlagern abgeschlossen. Fazit: Die Anlagen erreichen in fast allen Fällen das höchste Stresslevel, sind robust genug.

Links:

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Aktuelles zum Asse-Gesetz

Heute tagte der Umweltausschuss des Bundestages zur Lex Asse. Dazu Andreas Riekeberg vom Asse II – Koordinationskreis:

in der heutigen Umweltausschuss-Sitzung des Bundestages zur Lex Asse wurde der Änderungsantrag 698 angenommen, die Anträge 699 bis 704 hingegen abgelehnt.
(hier die Antäge)

Zwei Forderungen des A2K konnten also durchgebracht werden, insbesondere die Streichung des “vorzugsweise” und die zusätzliche Einfügung von Transparenz bezüglich der Verwaltungsvorschriften zur Asse.

Zwei wichtige Forderungen haben leider keine Mehrheit im Ausschuss gefunden, so etwa die Verfahrensförderungspflicht und die explizite Bestimmung der Rückholung des Atommülls als Ziel des Handelns, nicht nur Weg zum Ziel der Schließung der Asse.

Zweischneidig ist das Ergebnis bezüglich der Frage, ob die Rückholung des Atommüll eine Tätigkeitsart im Umgang mit radioaktivem Material ist. Zwar wurde aus dem Gesetz selber die Vorschrift zur Rechtfertigungsnotwendigkeit entfernt, indem in Absatz 2, Satz 5 nur noch auf §5 der Strahlenschutzverordnung Bezug genommen wird und nicht auf “Teil 2, Kapitel 1″ (das die §§ 4-6 umfasst). Allerdings wurde aus der Gesetzesbegründung ein zwischenzeitlich eingefügter Satz wieder entfernt, der klargestellt hätte, dass Rückholung keine neue Tätigkeit mit Rechtfertigungsnotwendigkeit ist. Dadurch wird – nach gegenwärtigem Stand des Gesetzes und seiner Begründung – der diesbezügliche Erlass des BMU nicht in Frage gestellt.

Zwei weitere Forderungen zur Begrifflichkeit in der Gesetzesbegründung wurden nicht diskutiert.

Das dürfte eine Vorentscheidung für die morgige Plenarsitzung gewesen sein, wo der TOP Asse um 15.55 Uhr im aufgerufen werden soll, mit einer geplanten Dauer von 45 Minuten.

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Erste Eindrücke aus Gorleben

Piratendoku begleitet Piraten über 1 Jahr und war bei uns mit in Gorleben. Hier die Eindrücke:

Die 600-Einwohner-Gemeinde im äußersten Nordosten Niedersachsens macht einen beschaulichen Eindruck, viel grün, gute Luft, besinnliches Landleben – doch die Idylle ist trügerisch: wir sind in Gorleben, sagenumwobenes Sinnbild für den Kampf gegen Atomkraft und vor allem bekannt wegen des Atommüllzwischenlagers und den dort ankommenden Castortransporten.

Wir begleiten an diesem kühlen und grauen Donnerstag zehn Piraten auf ihrer Erkundungstour durch den viel diskutierten potenziellen Endlagerstandort. Fast 300 Kilometer und drei Stunden Autofahrt nahmen einige Piraten zu frühmorgendlicher Zeit auf sich, um pünktlich um 08:30 Uhr auf dem Gelände des Bergwerks zu sein.

Wir haben nur die halbe Strecke – und kommen trotzdem zu spät. Wir fragen uns schon, ob die Gorlebener Anlage vielleicht die deutsche Area 51 ist, finden den Eingang aber doch noch. Als wir ankommen, vermitteln die Geologen schon die ersten Informationen über das Erkundungsbergwerk. Wenig später laufen wir über das große, eher unspektakuläre Gelände und schneller als man “Atomkraft? Nein danke!” sagen kann stecken wir in weiten und fast-piratenorangen Overalls, tragen einen Grubenhelm mit Lampe auf dem Kopf und einen Sauerstoffselbstretter lässig wie eine Tasche über der Schulter.

Ein Fahrstuhl bringt uns fast 900 Meter unter die Erdoberfläche. Wir sehen lange, vornehmlich leere Gänge, groß aber akkurat in den Gorlebener Salzstock gesprengt, wir sehen Wissenschaftler, Bergarbeiter, Salzkristalle, Sprenglöcher, wir sehen Fahrzeuge, die über den glattgefahren Salzboden rasen, mächtige Salzbrockenverkleinerungsanlagen und erfahren eine Menge über die Möglichkeiten und Probleme der Lagerung von Atommüll in Salzstöcken.

Der Fahrstuhl bringt uns wieder ans Tageslicht – die schmucke Bergmannskleidung müssen wir leider wieder abgeben, doch wir haben viel gesehen, viel erfahren und alle haben ein paar kleine (manche auch eher ein paar mehr und ein paar größere) Salzbrocken als Souvenir mitgenommen. Nach einem stärkenden Mittagessen und abschließeden Informationen zum Erkundungsbergwerk (unterbrochen durch kritische Fragen der Piraten) folgt im Informationszentrum ein Vortrag zum Zwischenlager – doch die oft energisch geführte Diskussion beginnt schon vor Beginn des Vortrags, so dass der Vortrag erst am Ende beginnt und quasi mit dem Anfang endet.

Jetzt wird es spannend: Wir begleiten die Piraten zum Zwischenlager. Nicht jeder darf rein, kurzfristig wird so zum Beispiel mit Verweis auf das LKA einem Piraten der Zutritt verwehrt. Auch der Spitzenkanidat Meinhart Ramaswamy erhielt knapp 24 Stunden vor dem Besichtigungstermin eine unbegründete Absage – wir fahren trotzdem mit ihm zusammen zu der meistdiskutierten Mülldeponie Deutschlands. Schon beim Besuchereingang ist dann für uns leider Schluss – wir waren nicht angemeldet und Filmen ist auf dem Gelände strengstens verboten. Dadurch verpassen wir leider auch, wie Meinhart vom Gelände verwiesen wird.

Es wäre ein “schönes” Schlussbild gewesen – doch trotzdem hatten wir wieder einmal einen überaus interessanten Tag an einem äußerst spektakulären Ort.

Wer mehr wissen will, sollte sich auf den Film freuen!

Schöne Grüße,
David

Wir AntiAtomPiraten selbst sind gerade etwas im Wahlkampfstress, wollen aber in Kürze auch Bilder und Infos posten.

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AntiAtomPiraten wurde Zutritt in Gorleben verweiterg

Die AntiAtomPiraten haben sich zu einer Besichtigung des Erkundungsbergwerks und des Zwischenlagers in Gorleben angemeldet. Die Vorlaufzeit betrug etwa 6 Monate.

Um das Zwischenlager zu besuchen muss man seine Personendaten vorher einreichen: Name, Adresse, Geburtstag und -ort, Ausweisdaten.

Diese Daten werden dann an das Umweltministerium weiter geleitet um ggf. den Zutritt zu verweigern. Das wird aus Sicherheitsgründen gemacht und ist im Prinzip eine gute Idee. Alleine es scheint nicht gut und zuverlässig zu funktionieren.

Was geht da schief?

Wir sind in der ungewöhnlichen Lage, dass wir unseren Besuch für 2 Termine mit der selben Teilnehmerliste angemeldet haben. Und jetzt kommt’s: Meinhart Ramaswamy war am 12.12.12 zugelassen, die Castorhalle zu betreten. Allerdings wurde einem anderen Mitglied der Gruppe der Zutritt verweigert. Einzige Begründung: Es würden “Erkenntnisse” vorliegen.

Am 10.01.2013 ist diesem anderen Mitglied der Gruppe der Zutritt gestattet. Dafür wird dem Kandidaten der Piraten auf Listenplatz 1 nun der Zutritt verweigert, wieder einen Tag vor der Anreise und ohne Angabe von Gründen.

Man kann nun denken was man will, es drängt sich aber ganz offensichtlich der Eindruck auf, dass der “Sicherheitscheck” nicht funktioniert. Zudem verstößt es gegen grundlegende rechtsstaatlichen Grundsätze, die Begründung dem Betroffenen vorzuenthalten.

Wir können uns dem Eindruck nicht erwehren, dass hier willkürlich gehandelt wird und ein falscher und unverständlicher Eindruck von sicherheit entsteht. Aber das sind wir von Atomanlagen ja schon gewohnt.

Wir fordern die zuständigen Behörden auf, die folgenden Fragen zu beantworten:

  1. Wie findet die Überprüfung der Personen statt?
  2. Wer ist bei der Überprüfung involviert?
  3. Wer trifft die Entscheidung?
  4. Welche Kriterien führen zur Verweigerung des Zutritts?
  5. Warum wird den Betroffenen erst 24h vor dem Termin die Absage erteilt?
  6. Warum wird den Betroffenen der Grund der Absage nicht mitgeteilt?
  7. An wen können sich Betroffene wenden um ggf. falsche Daten der Behörden richtig zu stellen?
  8. Warum erfolgt keine entsprechende Rechtsbelehrung?
  9. Wievielen Personen wurde 2012 der Zutritt verweigert?
    Aus welchen Gründen?
  10. Wieviele Personen haben für 2012 den Zutritt beantragt?

Update 2013-01-10: Nach Aussage des Vertreters von GNS warn beide betroffenen Mitgliedern an beiden Besuchstagen der Zugang vereigert worden. Es wurde uns lediglich nicht mitgeteilt. Da Meinhart Ramaswamy beim ersten Termin nicht dabei sein konnte, ist dies damals nicht aufgefallen. Zu den Gründen könne man sich nicht äußern. Diese seien durch die betroffenen Personen bei den Behörden zu erfragen.

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AntiAtomPiraten besuchen Gorleben

Wegen Krankheiten kurzfristig wieder Plätze frei! Siehe unten.

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Zufahrt Transportbehälterlager Gorleben bei Nacht. Foto: Jürgen Stemke

Die AntiAtomPiraten haben für diesen Donnerstag, den 10. Januar, einen Besuch des Bergwerks und des nuklearen Zwischenlagers in Gorleben organisiert.

Mit dabei sind auch Kandidaten der Piratenpartei zur Landtagswahl in Niedersachsen, zum Beispiel der Spitzenkandidat Meinhart Ramaswamy. Ebenfalls mit dabei sind Mitglieder der Bürgerinitiative Strahlenschutz Braunschweig, BISS e.V. und der Anti-Atom-Initiative Göttingen – und natürlich auch AntiAtomPiraten ;)

Unser Programm:

Datum: 10. Januar 2013

Bergwerk
Anfahrt in Eigenregie
8:30: Eintreffen beim Pförtner, Begrüßung, Besichtigung Ausstellung
9:00: Einführungsvortrag
9:30: Umkleiden (Kleidung wird gestellt)
10:00: Einfahren in das Bergwerk
12:00: Umkleiden, Mittagessen, Abschlussdiskussion Berkwerk

Zwischenlager
13:30: Zwischenlager, Einführung, Führung durch die Ausstellung
16:30: Besichtigung des Transportbehälterlagers (“Castor-Halle”)
17:00: Ende

Treffen mit der BI
Wir versuchen ebenfalls noch ein Treffen mit Leuten aus der BI, bzw. mit Aktivisten aus dem Wendland zu organisieren.

Kurzfristig haben wir wieder Plätze frei. Falls Du mit möchtest, melde Dich bitte per Mail an: info[ät]anti-atom-piraten.de. Wir prüfen dann, ob eine Teilnahme noch möglich ist.
(Der Besuch der Castor-Halle ist mit Verweis auf Sicherheitsbestimmungen nur für bereits angemeldete Teilnehmer möglich.
Hinweise zum Befahren des Bergwerks, siehe hier ganz unten.)

 

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Strahlender Advent:
Machen statt labern – Asse

Asse bei Nacht in der Weihnachtszeit 2012

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Asse bei Nacht in der Weihnachtszeit 2012 (Foto: Jürgen Stemke)

Jürgen Stemke, AntiAtomPirat, Themenpirat Energiepolitik und Kandidat der Piratenpartei zur Landtagswahl zu den aktuellen Vorgängen um die Asse:

 

Die Bürger sind entsetzt, wie langsam es bei der Rückholung des Atommülls aus der Asse voran geht! Man bekommt den klaren Eindruck, man will nicht, dass es schnell geht. Jedes Jahr dass man länger braucht, erhöht die  Wahrscheinlichkeit, dass das Zeug drin bleibt.

Die Landesregierung Niedersachsens und der neue Bundesumweltminister haben uns versprochen, das Zeug schnell da raus zu holen. Allein, man sieht nichts. Herr McAllister, Herr Birkner, Herr Altmaier, machen statt labern!

Wir haben erfahren, die Planungen gehen auch deshalb so langsam voran, da es an Personal fehlt, die Planungen durchzuführen. Jetzt soll zwar aufgestockt werden, es wurde aber weniger Personal und für dieses weniger Budget genehmigt, als benötigt. Damit kann nur weniger qualifiziertes Personal beschäftigt werden, als benötigt. Schlüsselpersonal im Umeltministerium wird aber mit Menschen besetzt, die die Rückholung gar nicht wollen. Herr  Altmaier, sie haben uns Bürgern vor Ort versprochen, am Geld wird es nicht scheitern. Herr Altmaier, machen statt labern!

Wir haben erfahren, dass seit 2010 klar ist, dass Schacht 5 her muss. Der Bau ist an zwei Stellen im Naturschutzgebiet bereits genehmigt, die Bohrstellen sind gerodet. Allein, man sieht keine Arbeiten und die Stellen verwildern wieder. Warum? Weil eine europaweite Ausschreibung zur Planung gemacht wird. Diese soll mehrere Jahre dauern. Dann soll das Bohren ausgeschrieben werden. Trotz Beschleunigung soll der Schacht erst 2025 fertig sein. Schnell geht anders und dass es anders geht, zeigt die Industrie. 1905 dauerte es 3 Jahre, den Schacht der Asse abzutäufen. Herr McAllister, Herr Altmaier, machen statt labern!

Michael Seiler, der Vorsitzende der Entsorgungskommission sagt ganz klar, bei der Asse ist Gefahr im Verzug. Warum, Herr Altmaier, Herr McAllister, Herr Birkner, warum muss man bei Gefahr im Verzug jeden einzelnen Schritt der Rettungsmaßnahme ausschreiben!? Wenn ein Atom-GAU passiert, machen wir dann auch erst eine Ausschreibung? Was ist billiger zu bewerten, die Gefahr jetzt ein paar Euro zuviel zu bezahlen, oder morgen den Müll der Asse im Grundwasser zu haben, von Göttingen bis zur Nordsee? Herr Altmaier, Sie haben den Menschen ins Gesicht versprochen, man wird alles mögliche tun, um den Müll schnell heraus zu holen. Herr Altmaier, machen statt labern!

Herr Altmaier, ihr Berater und Vorsitzender der Entsorgungskommission, Michael Seiler, glaubt nicht an die Rückholung – und das schon immer.

Herr Altmaier, ihr zuständiger Abteilungsleiter im Umweltministerium, Gerald Hennenhöfer, glaubt nicht an die Rückholung – und das schon immer.

Wie kann ein solches Projekt gelingen, wenn wichtige Schlüsselpositionen mit Leuten besetzt sind, die nicht an das Ziel glauben!? Bremser können wir hier aber nicht gebrauchen! Herr Altmaier, machen statt labern!

Frau Merkel ist entscheidend mit verantwortlich für den Zustand der Asse und in Morsleben. Sie war schon in den 90er Jahren über den Handlungsbedarf informiert. Frau Merkel macht auch nicht. Frau Merkel schweigt.

Eine besinnliche Weihnachtszeit wünscht,
Jürgen Stemke

Links:

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Podiumsdiskussion zur #Asse

Heute findet im Remmlingen eine Podiumsdiskussion zur Asse Statt. Auf dem Podium sitzten Politiker zur Landtagswahl in Niedersachsen.

Ort: Dorfgemeinschaftshaus Remlingen
Zeit: Dienstag, 4. Dezember, 19 Uhr

Piraten dürfen leider nur im Publikum sitzen. Dieses kann Fragen stellen, auch schon vorab per Mail an: redaktion.wf@bzv.de

Wer sich kritische Fragen zu Politikern der aktuell regierenden Parteien zur Asse und der Verschleppung der Bergung der Fässer vormerken möchte, dem empfehlen wir, sich 45 Minuten Zeit zu nehmen, und sich diese Dokumentation des NDR anzusehen: Der Asse-Skandal

Ergänzend oder alternativ zur Sendung gibt es ein umfangreiches Dossier.

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Kann man mit neuen Kernkraftwerken den Atommüll vernichten?

  1. Wer sind die AntiAtomPiraten?
  2. Wie stehen die AntiAtomPiraten zu neuen Reaktortypen?
  3. Was spricht gegen eine neue Generation von Kernkraftwerken?
  4. Sind die AntiAtomPiraten einfach nur ‘Dagegen’?
  5. 100% Ökostrom. Kann das funktionieren?
  6. Wie kann man den steigenden Energiebedarf decken?
  7. Nachts scheint keine Sonne.
  8. Ist Ökostrom aus der Sahara nicht sinnvoller?

 


Kann man mit neuen Kernkraftwerken den Atommüll vernichten?

Die Verwendung des bisherigen Atommülls als Brennstoff für Thorium-Reaktoren ist Augenwischerei. Allenfalls besonders aufbereiteter Atommüll aus Brennstäben wäre dafür geeignet. Diese Wiederaufbereitung sorgt ebenfalls für eine erhebliche Belastung der Umwelt.

Leicht- und mittelradioaktive Stoffe lassen sich in der Regel überhaupt nicht wiederaufarbeiten. Das sind ganz normale Abfälle aus Kernkraftwerken, wie Kleidung, Handschuhe, Wischtücher, Staub, abgenutzte Teile oder Geräte und so weiter. Das sind etwa 90% des Volumens an Atommüll, der in einem Kernkraftwerk anfällt. Dieses Material ist das, das uns derzeit in der Asse und in Morsleben so Kopfzerbrechen macht. Der Atommüll fällt an, sobald man eine kerntechnische Anlage betreibt. Beim Betrieb von Thorium-Reaktoren ist dieser Atommüll voraussichtlich deutlich stärker belastet. Es muss wesentlich sorgfältiger damit umgegangen werden. Die Befürworter neuer Reaktorgenerationen verschweigen gerne, dass neuer Atommüll entsteht, werben sie doch damit, dass diese Reaktoren Atommüll vernichten würde.

In der Asse

Zwischenlager der eintretenden Grubenlauge der absaufenden Schachtanlage Asse II, ca. 10m3 pro Tag. Besuch der Asse durch Mitglieder der Piratenpartei am 2012-03-06. Foto: Jürgen Stemke.

Die Vision der Befürworter dieser Reaktoren geht so weit, auch Kleinanlagen herzustellen, die lokal und vor Ort betrieben werden sollen. Mit den eben beschriebenen Risiken. Ein solcher Gedanke ist völlig verantwortungslos. Man stelle sich vor, man benötigt eine Atomrechtliche Genehmigung zum Betrieb seiner Heizung. Wie will man hier das Missbrauchsrisiko in den Griff bekommen? Dann öffnet der Selbstmörder nicht mehr den Gashahn, sondern verstrahlt gleich die ganze Region..?

Zudem gibt es bei kerntechnischen Anlagen Effekte, die bisher nicht verstanden sind. So gibt es im Umkreis von etwa 30 km um Atomanlagen Anomalien im Geschlechterverhältnis Neugeborener. Es werden weniger Kinder geboren, insbesondere weniger Mädchen. Diese Phänomen hat man in Europa auch nach dem Unglück in Tschernobyl festgestellt. In Europa wurden nach Tschernobyl etwa 800.000 Kinder weniger lebend geboren, als statistisch zu erwarten waren. Als Ursache vermutet man DNA-Schäden der Keimzellen durch Strahlung. Auch treten in der Umgebung von Nuklearanlagen deutlich mehr Krebserkrankungen und Läukemiefälle auf. Mit den derzeitigen Modellen zum Strahlenschutz lassen sich diese Effekte nicht erklären. Sie sind jedoch auffällig und von statistischer Relevanz. Die aktuellen Modelle zum Strahlenschutz sind damit ungenau und bilden nicht die tatsächlich auftretenden Effekte ab.

Weiter:
Bietet Kernenergie aus neuen Reaktoren sauberen Öko-Strom?

Links

  • Transmutation
    Eine Lösung für das Atommüll-Problem?
  • Phänomen der “verlorenen Mädchen”
    Seit Beginn der Castor-Transporte werden in der Region auffällig weniger Mädchen geboren.
    Dieses Phänomen betrifft auch Kernkraftwerke und andere Nuklearanlagen, wie z.B. die Schachtanlage Asse II
    Nuklearanlagen scheinen ungeborenes Leben zu töten oder zu verunmöglichen, bevorzugt Mädchen.
  • Tschernobyl
    Zahl der Opfer in Europa ungeklärt
  • Wie entsteht Krebs durch Strahlung?
    Ab welcher Dosis bekomme ich Krebs?
  • Albtraum Atommüll, arte, 2009
    Der Dokumentarfilm beleuchtet eine Seite der Atomenergie, an der auch ihr demokratisches Defizit deutlich wird: der Atommüll. Dabei wird auch die Wiederaufarbeitung von Atommüll betrachtet.
  • Linksammlung zu Quellen
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Was spricht gegen eine neue Generation von Kernkraftwerken?

  1. Wer sind die AntiAtomPiraten?
  2. Wie stehen die AntiAtomPiraten zu neuen Reaktortypen?
  3. Was spricht gegen eine neue Generation von Kernkraftwerken?
  4. Sind die AntiAtomPiraten einfach nur ‘Dagegen’?
  5. 100% Ökostrom. Kann das funktionieren?
  6. Wie kann man den steigenden Energiebedarf decken?
  7. Nachts scheint keine Sonne.
  8. Ist Ökostrom aus der Sahara nicht sinnvoller?

 


Was spricht gegen eine neue Generation von Kernkraftwerken?

Neue Kraftwerkskonzepte basieren beispielsweise auf dem Erbrüten von Brennstoff aus Thorium mit der Hilfe energiereicher, schneller Neutronen (siehe auch: Neue Atomreaktoren – Die Erfolgsaussichten). Die Thorium-Reaktoren sind in der Regel so aufgebaut, dass Brennstoff oder frisches Thorium im laufenden Betrieb nachgefüllt werden kann und Abfallstoffe abgeschieden werden. Dazu wird z.B. eine Wiederaufbereitungsanlage im Kraftwerk integriert. Diese Konzepte sind allerdings auch gar nicht neu, sondern wurden schon sehr früh zu Beginn des “Atomzeitalters” diskutiert und zum Teil auch prototypisch erprobt.

In Thorium-Flüssigsalz-Reaktoren wird Uran 233 aus dem Thorium erbrütet. Dieses Uran ist waffenfähiges Uran, eignet sich also zum Bau von Atomwaffen. Uran 233 hat dabei “bessere” Bomben-Eigenschaften, als das bisher verwendete Uran 235. Es gleicht in den Bomben-Eigenschaften eher dem Plutonium. Das Uran kann über eine im Kraftwerk integrierte Wiederaufbereitungsanlage aus dem Reaktor entnommen werden, während des laufenden Betriebs. Die Integration einer Wiederaufbereitungsanlage ist bei diesen Reaktortypen prinzipbedingt, um die kontrollierte Kettenreaktion aufrecht zu erhalten.

Thorium Reaktor Brennstoffkreislauf, Quelle: EnergyFromThorium

Quelle: EnergyFromThorium

Aufgrund von Spaltprodukten des in Spuren mit erzeugten Uran 232, entwickelt eine solche Waffe bereits während der Lagerung eine sehr hohe Gamma-Strahlung. Eine solche Waffe eignet sich daher eher zum kurzfristigen Einsatz, will man das Uran 232 nicht aufwändig abscheiden. Andernfalls würde das Personal in der Nähe der Waffe schwere, bzw. tödliche Strahlendosen erleiden.

Wesentliche Probleme bei der Wiederaufbereitung des Brennstoffkreises sind ungelöst. Leicht flüchtige Spaltprodukte, wie zum Beispiel Krypton, können nicht wirtschaftlich zurückgehalten werden. Auch heutige Wiederaufbereitungsanlagen geben diese und andere Spaltprodukte über Schornsteine und Abwasserleitungen in die Umwelt ab. Überhaupt keine Lösung gibt es im Moment, um das anfallende Tritium aus dem Salz heraus zu filtern. Dieses bildet Flusssäure, dass zur Korrosion der Anlage bei trägt.

Korrosion ist ein erhebliches, ungelöstes Problem. Neben der Materialermüdung, durch die hohe Neutronenstrahlung dieser Reaktoren, greift auch das hoch erhitzte, flüssige Salz die verwendeten Materialien an. Eine Langzeitsicherheit konnte bisher nicht erreicht werden.

Als Moderator wird wie in Tschernobyl Graphit verwendet. Regelmäßige Wartungsarbeiten werden durch die verwendeten Materialien notwendig, aber durch die extrem hohe Strahlung sehr erschwert. Auch entsteht mehr höher belasteter, radioaktiver Abfall, insbesondere an radioaktivem Cäsium, das neben dem Plutonium auch bei heutigen Atomunfällen zu den wesentlichen Problemstoffen zählt. Der anfallende Atommüll strahlt zwar nicht so lange, aber deutlich stärker. Es muss also noch sorgfältiger mit Atommüll umgegangen werden.

Die Entsorgung von außer Betrieb genommenen Altanlagen  bereitet ähnliche, bzw. mehr Probleme als sie bei derzeitigen  Kernkraftwerken erwartet werden. Der einzige kommerzielle  Thorium-Reaktor Deutschlands, der THTR-300 in Hamm-Uentrop, wurde 1988  abgeschaltet. Aufgrund der hohen Strahlenbelastung kann voraussichtlich  frühesstens im Jahre 2027 mit dem Rückbau des Reaktorblocks begonnen  werden. Der Rückbau wird etwa 20 Jahre in Anspruch nehmen. Das bedeutet,  die Stillegung alleine benötigt einen Zeitraum von 60 Jahren. Die  Anlage verursacht derzeit jährliche Kosten von 6,5 Mio €. Die Kosten  trägt der Steuerzahler, da die Betreiber-GmbH insolvent ist und RWE als Nachfolger der Betreibergesellschaft sich nicht an Kosten beteiligt.

Für die Endlagerung des THTR werden derzeit Kosten von deutlich über 1 Mrd. € veranschlagt. Das ist der dreifache Wert der Schätzung aus dem Jahre 2007. Der Betrieb des Reaktors wurde  wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt, obwohl noch Brennstoff für zwei Betriebsjahre vorhanden ist. Zuvor schon wurde die Brennstoffabrik wegen Sicherheitsmängeln geschlossen. Derzeit streitet man sich darum, wohin  mit dem restlichen Brennstoff, da die Genehmigung zur Lagerung  abgelaufen ist. Weltweit wurde kein weiterer solcher Reaktor mehr  gebaut.

Im Umkreis um das stillgelegte Kraftwerk hat die 11-jährige Schülerin Samantha Seithe für eine Arbeit zu Jugend Forscht erst kürzlich in Bodenproben um das Kraftwerk ähnliche Pac-Kügelchen gefunden, wie sie im Leukämiecluster in der Elbmarsch gefunden werden können. In den Jahren 1992/93 trat in der Elbmarsch Kinderleukämie sieben mal häufiger auf, als zu erwarten wäre. Dort ist inzwischen nachgewiesen, dass es sich bei den Kügelchen um Reaktorbrennstoff handelt. Eine Untersuchung der Sterbefälle um den THTR-300 ergab eine niedrigere Lebenserwartung je näher man man am Standort des Reaktors wohnt. Nach dem Auffinden der Pac-Kügelchen in Bodenproben hat der Betreuer der Arbeit die Fortsetzung der Untersuchungen abgebrochen. Die Kügelchen wurden bisher noch nicht radiologisch untersucht, es gibt jedoch keine andere schlüssige These außer dem Bezug zu Kernbrennstoff.

[Update: Nach weiteren Recherchen und Rücksprache mit der Abteilung für Strahlenschutz des Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) ist bei den gefundenen Kügelchen keine künstliche Radioaktivität feststellbar. Nach Angaben des Mitarbeiters handelt es sich bei den Kügelchen um ein Eisen-Silizium-Gemisch unbekannten Ursprungs. Sie sind vermutlich auf die Vergangenheit des Fundorts als Industriegebiet zurück zu führen.]

[Update: Diese Untersuchung wird inzwischen massiv kritisiert, da entscheidende Punkte nicht unterucht wurden oder deren Ergebnis nicht veröffentlicht wurde.]

Operation Teapot: Die erste Atombombe auf Basis von Uran 233 und Plutonium. Das Uran 233 wurde in einem Thorium-Reaktor erbrütet. Foto: NNSA, Public Domain

Operation Teapot: Die erste Atombombe auf Basis von Uran 233 und Plutonium. Das Uran 233 wurde in einem Thorium-Reaktor erbrütet. Foto: NNSA, Public Domain

Weiter:
Kann man mit neuen Kernkraftwerken den Atommüll vernichten?

Links

  • Neue Atomreaktoren – Die Erfolgsaussichten
  • Mit Putzlappen und Gummischieber am Reaktor
    Leiharbeiter, die in Atomkraftwerken beschäftigt waren, berichten über schwere Versäumnisse  beim Strahlenschutz
  • Leukämie in der Elbmarsch – Und keiner weiß warum
    Über Auswirkungen radioaktiver Freisetzungen und wie man in Deutschland damit umgegangen ist / umgeht.
    Film von Barbara Dickmann und Angelica Fell, ZDF, 2006-04-02
  • “Ich bebe vor Wut!”
    Rede von Prof. Kodama, Leiter des Radioisotopen-Zentrums der Universität von Tokyo, zur Kontamination nach Fukushima und der Katastrophenbewältigung, fünfeinhalb Monate nach dem Beginn der Katastrophe.
  • Albtraum Atommüll, arte, 2009
    Der Dokumentarfilm beleuchtet eine Seite der Atomenergie, an der auch ihr demokratisches Defizit deutlich wird: der Atommüll. Dabei wird auch die Wiederaufarbeitung von Atommüll betrachtet.
  • PRISM-Raktoren von GE
    Auch wenn durch den Ansatz von GE Hitachi weniger Atommüll übrig bleibt und sogar Brennstoff für andere Reaktoren produziert wird, löse er das Endlagerproblem immer noch nicht, gibt MIT-Experte Forsberg zu bedenken. Eine vollständige Trennung in verschiedene Materialgruppen sei schlicht nicht möglich. Es würden immer auch Stoffe übrigbleiben, die nicht weiterverwendet und für mindestens 10.000 Jahre eingelagert werden müssten.
    Außerdem entsteht weiter leicht und Müttelradioaktiver Müll in großen Mengen. Müll vom “Typ Asse”.
  • Linksammlung zu Quellen
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Neulich im Kernkraftwerk Grohnde:
E.ON glaubt nicht an den Atomausstieg

Folgender Schnippsel aus dem Besuch des Kernkraftwerk Grohnde wurde uns zugespielt:

UPDATE 2012-08-23: Die Wiedergabe wurde YouTube offensichtlich untersagt, obwohl E.ON zugestimmt hatte, dass Aufnahmen erstellt werden dürfen.

UPDATE 2012-08-24: E.ON hat offenbar Anzeige gegen unseren Informanten erstattet. Da das Video nicht mehr online ist, haben wir das Transskript des Beitrags veröffentlicht.

Weitere Updates und Transkript, siehe hier.

Neulich im AKW Grohnde:
E.ON glaubt nicht an den Atomausstieg.

Frage:
Warum investiert E.ON 2,5 Mio € in einen neuen Farbanstrich des Kühlturms, wenn das Kernkraftwerk doch in weniger als 10 Jahren stillgelegt werden soll?

Der E.ON-Sprecher klärt auf:
Es wird nicht damit gerechnet, dass das AKW wirklich stillgelegt wird.

Frage:
Und der Atommüll?

Der E.ON-Sprecher klärt auf:
Nichts im Leben ist umsonst.

Kommentar der AntiAtomPiraten:
Das Leben wird jedem Menschen geschenkt, völlig umsonst, und vielleicht kennen die Menschen bei E.ON Wind und Sonne als Umsonst-Energiequelle einfach nur noch nicht, wenn die immer im Betonatombunker sitzen?

Außerdem lügt der Sprecher zu Beginn des Ausschnitts, wenn er behauptet, der Meiler in Fukushima hätte ein Jahr später abgeschalten werden sollen. Das Gegenteil ist richtig. Bei der Anlage wurde im Februar 2011 die Laufzeit verlängert, anstatt Block 1 Anfang 2011 still zu legen.

Weitere Updates und Transkript, siehe hier.

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