Neuer Anti-Atom-Piraten-Flyer

Es gibt neue Flyer! Unser Unterstützer Landesverband Niedersachsen hat neue AntiAtomPiraten-Flyer gedruck. Die dargestellten Positionen sind unter Mitwirkung der AntiAtomPiraten erarbeitet worden. Wir haben am Donnerstag gleich ca. 2000 Stück der Flyer in Hannover verteilt. Hier zum Runterladen und selber angucken:

Bild Umschlagseite: CC-BY-ND - Kina Meyer / PubliXviewinG

Bild Umschlagseite: CC-BY-ND – Kina Meyer / PubliXviewinG

 

AntiAtomPiraten stapeln Fässer in Hannover, 17. Januar 2013

AntiAtomPiraten stapeln Fässer in Hannover, 17. Januar 2013

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Erste Eindrücke aus Gorleben

Piratendoku begleitet Piraten über 1 Jahr und war bei uns mit in Gorleben. Hier die Eindrücke:

Die 600-Einwohner-Gemeinde im äußersten Nordosten Niedersachsens macht einen beschaulichen Eindruck, viel grün, gute Luft, besinnliches Landleben – doch die Idylle ist trügerisch: wir sind in Gorleben, sagenumwobenes Sinnbild für den Kampf gegen Atomkraft und vor allem bekannt wegen des Atommüllzwischenlagers und den dort ankommenden Castortransporten.

Wir begleiten an diesem kühlen und grauen Donnerstag zehn Piraten auf ihrer Erkundungstour durch den viel diskutierten potenziellen Endlagerstandort. Fast 300 Kilometer und drei Stunden Autofahrt nahmen einige Piraten zu frühmorgendlicher Zeit auf sich, um pünktlich um 08:30 Uhr auf dem Gelände des Bergwerks zu sein.

Wir haben nur die halbe Strecke – und kommen trotzdem zu spät. Wir fragen uns schon, ob die Gorlebener Anlage vielleicht die deutsche Area 51 ist, finden den Eingang aber doch noch. Als wir ankommen, vermitteln die Geologen schon die ersten Informationen über das Erkundungsbergwerk. Wenig später laufen wir über das große, eher unspektakuläre Gelände und schneller als man “Atomkraft? Nein danke!” sagen kann stecken wir in weiten und fast-piratenorangen Overalls, tragen einen Grubenhelm mit Lampe auf dem Kopf und einen Sauerstoffselbstretter lässig wie eine Tasche über der Schulter.

Ein Fahrstuhl bringt uns fast 900 Meter unter die Erdoberfläche. Wir sehen lange, vornehmlich leere Gänge, groß aber akkurat in den Gorlebener Salzstock gesprengt, wir sehen Wissenschaftler, Bergarbeiter, Salzkristalle, Sprenglöcher, wir sehen Fahrzeuge, die über den glattgefahren Salzboden rasen, mächtige Salzbrockenverkleinerungsanlagen und erfahren eine Menge über die Möglichkeiten und Probleme der Lagerung von Atommüll in Salzstöcken.

Der Fahrstuhl bringt uns wieder ans Tageslicht – die schmucke Bergmannskleidung müssen wir leider wieder abgeben, doch wir haben viel gesehen, viel erfahren und alle haben ein paar kleine (manche auch eher ein paar mehr und ein paar größere) Salzbrocken als Souvenir mitgenommen. Nach einem stärkenden Mittagessen und abschließeden Informationen zum Erkundungsbergwerk (unterbrochen durch kritische Fragen der Piraten) folgt im Informationszentrum ein Vortrag zum Zwischenlager – doch die oft energisch geführte Diskussion beginnt schon vor Beginn des Vortrags, so dass der Vortrag erst am Ende beginnt und quasi mit dem Anfang endet.

Jetzt wird es spannend: Wir begleiten die Piraten zum Zwischenlager. Nicht jeder darf rein, kurzfristig wird so zum Beispiel mit Verweis auf das LKA einem Piraten der Zutritt verwehrt. Auch der Spitzenkanidat Meinhart Ramaswamy erhielt knapp 24 Stunden vor dem Besichtigungstermin eine unbegründete Absage – wir fahren trotzdem mit ihm zusammen zu der meistdiskutierten Mülldeponie Deutschlands. Schon beim Besuchereingang ist dann für uns leider Schluss – wir waren nicht angemeldet und Filmen ist auf dem Gelände strengstens verboten. Dadurch verpassen wir leider auch, wie Meinhart vom Gelände verwiesen wird.

Es wäre ein “schönes” Schlussbild gewesen – doch trotzdem hatten wir wieder einmal einen überaus interessanten Tag an einem äußerst spektakulären Ort.

Wer mehr wissen will, sollte sich auf den Film freuen!

Schöne Grüße,
David

Wir AntiAtomPiraten selbst sind gerade etwas im Wahlkampfstress, wollen aber in Kürze auch Bilder und Infos posten.

Links

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AntiAtomPiraten besuchen Gorleben

Wegen Krankheiten kurzfristig wieder Plätze frei! Siehe unten.

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Zufahrt Transportbehälterlager Gorleben bei Nacht. Foto: Jürgen Stemke

Die AntiAtomPiraten haben für diesen Donnerstag, den 10. Januar, einen Besuch des Bergwerks und des nuklearen Zwischenlagers in Gorleben organisiert.

Mit dabei sind auch Kandidaten der Piratenpartei zur Landtagswahl in Niedersachsen, zum Beispiel der Spitzenkandidat Meinhart Ramaswamy. Ebenfalls mit dabei sind Mitglieder der Bürgerinitiative Strahlenschutz Braunschweig, BISS e.V. und der Anti-Atom-Initiative Göttingen – und natürlich auch AntiAtomPiraten ;)

Unser Programm:

Datum: 10. Januar 2013

Bergwerk
Anfahrt in Eigenregie
8:30: Eintreffen beim Pförtner, Begrüßung, Besichtigung Ausstellung
9:00: Einführungsvortrag
9:30: Umkleiden (Kleidung wird gestellt)
10:00: Einfahren in das Bergwerk
12:00: Umkleiden, Mittagessen, Abschlussdiskussion Berkwerk

Zwischenlager
13:30: Zwischenlager, Einführung, Führung durch die Ausstellung
16:30: Besichtigung des Transportbehälterlagers (“Castor-Halle”)
17:00: Ende

Treffen mit der BI
Wir versuchen ebenfalls noch ein Treffen mit Leuten aus der BI, bzw. mit Aktivisten aus dem Wendland zu organisieren.

Kurzfristig haben wir wieder Plätze frei. Falls Du mit möchtest, melde Dich bitte per Mail an: info[ät]anti-atom-piraten.de. Wir prüfen dann, ob eine Teilnahme noch möglich ist.
(Der Besuch der Castor-Halle ist mit Verweis auf Sicherheitsbestimmungen nur für bereits angemeldete Teilnehmer möglich.
Hinweise zum Befahren des Bergwerks, siehe hier ganz unten.)

 

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Podiumsdiskussion Energiewende – 3. Januar, Wolfsburg

Energiewende, Bilder: CC SA: Kohlekraftwerk:Volker Polednik, Erneuerbar: Florian Gerlach, Bearbeitung: Jürgen Stemke
Was bedeutet die Energiewende? Was läuft gut, was läuft nicht so gut?

Öffentlicher Vortrag & Podiumsdiskussion
Referent: Dr. Michael Berndt
3. Januar 2013 17:00 Uhr
Neues Schützenhaus, Breslauer Straße 400, Wolfsburg

Den ganzen Beitrag lesen

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Offizielle Aussagen der Piratenpartei

Dieser Artikel enthält offizielle Aussagen der Piratenpartei.

Willst Du diese Aussagen/Positionen ändern oder erweitern, so musst Du als antragsberechtigter Pirat einen Änderungsantrag auf dem nächsten Parteitag der entsprechenden Gliederung stellen.

Piraten bei der großen AntiAtomDemo 2010 vor dem Reichstagsgebäude. Piraten hatten damals mit Hilfe von Gasballons die <a href="http://stemke.blogspot.de/2010/09/piraten-hissen-die-anti-atom-flagge-am.html">AntiAtom-Fahne am Bundestag gehisst</a>. Mehr <a href="http://www.anti-atom-piraten.de/fotos/">Bilder von AntiAtomPiraten</a>. Foto: Kine

Piraten bei der großen AntiAtomDemo 2010 vor dem Reichstagsgebäude. Piraten hatten damals mit Hilfe von Gasballons die AntiAtom-Fahne am Bundestag gehisst. Mehr Bilder von AntiAtomPiraten. Foto: Kine

Piratenpartei Deutschland

“Abstimmung, ob wir fordern: “Ausstieg aus der Stromerzeugung durch Kernspaltung” Der Versammlungsleiter stellt fest, dass die Mehrheit dafür ist.”

(Quelle: Bundesparteitag 2008)

“Die Piratenpartei Deutschland lehnt die Stromerzeugung durch Kernspaltung ab. Die Piratenpartei Deutschland will als Minimalforderung an dem beschlossenen Atomausstieg festhalten. Die Piratenpartei Deutschland setzt sich des weiteren dafür ein, dass nur ausreichend sichere kerntechnische Anlagen eine Betriebserlaubnis erhalten, beziehungsweise solche die Betriebserlaubnis verlieren, sobald deren Unsicherheit bekannt wird. Unsicheren Anlagen ist die Betriebserlaubnis unmittelbar nach Bekanntwerden der Mängel zu entziehen. Eine erneute Erteilung einer Betriebsgenehmigung soll nur nach den aktuellen Standards möglich sein. Kerntechnische Anlagen (Kraftwerke, Zwischenlager, etc.) mit mangelhafter Sicherheit müssen nachgerüstet oder aufgelöst werden. ”

(Quelle: Aktuelles Positionspapier, verabschiedet im November 2010)

“Die Piratenpartei Deutschland setzt sich für die Lösung der Endlagerproblematik und den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen ein. Die Piratenpartei Deutschland lehnt eine weitere Erkundung des Salzstockes in Gorleben ab. Die Piratenpartei Deutschland hält die Erkenntnisse die in den letzten 30 Jahren über den Salzstock gewonnen wurden und die politischen Vorgänge zu dessen Auswahl für ausreichend, um den Salzstock als nicht geeignet und nicht genehmigungsfähig einzustufen. Die Piratenpartei Deutschland setzt sich für eine bundesweite Suche nach tatsächlich geeigneten Lagerstätten ein. Die Piratenpartei Deutschland setzt sich dafür ein, dass nuklearer Müll grundsätzlich so gelagert wird, dass bei Bedarf eine Rückholung erfolgen kann.”

(Quelle: Aktuelles Positionspapier, verabschiedet im November 2010)

Nachhaltigkeit (Freiheit für nachfolgende Generationen)
Die Piratenpartei steht für Nachhaltigkeit. Deshalb wollen wir so handeln, dass auch in Zukunft die Grundlagen für eine würdige Existenz in Freiheit vorhanden sind. Voraussetzung dafür ist ein transparenter und verantwortungsvoller Umgang mit den natürlichen Ressourcen.

Lebenswerte Umwelt (Lebensgrundlagen sichern)
Wir wollen eine gesunde und natürliche Umwelt erhalten. Dies bedeutet die Reduktion des Eintrages von schädlichen Stoffen in unsere Umwelt und den Schutz und die Wiederherstellung von Naturräumen, insbesondere denen mit einer hohen Artenvielfalt.

Umgang mit Ressourcen
Wir wollen einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Dafür müssen endliche und regenerative Ressourcen nachhaltig genutzt werden. Um nachfolgenden Generationen auch Möglichkeiten zu erhalten sollen generative Ressourcen in großem Umfang genutzt werden und soweit möglich die Verwendung von endlichen und regenerativen Ressourcen ersetzen.

Energiepolitik
Wir wollen eine langfristig sichere und umweltschonende Energie-Infrastruktur. Dies bedeutet eine Umstellung von endlichen Energieträgern auf generative und regenerative Energiequellen. Regenerative Energieträger sollen dabei nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit genutzt werden und nicht in Konkurrenz zu anderen Umweltzielen stehen. Außerdem wollen wir eine transparente dezentralisierte Erzeugerstruktur. Nur so kann eine Partizipation jedes Bürgers erreicht und Monopolstellungen verhindert werden.

(Quelle: Grundsatzprogramm: Umwelt)

Die Programme der Landesverbände sind zum Teil noch deutlich weitergehender. Die Mehrzahl der Landesverbände der Piratenpartei sind Unterstützer der AntiAtomPiraten.

Links

Kleine FAQ der AntiAtomPiraten zur Zukunft der Energieversorgung

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Ist Ökostrom aus der Sahara nicht sinnvoller?

  1. Wer sind die AntiAtomPiraten?
  2. Wie stehen die AntiAtomPiraten zu neuen Reaktortypen?
  3. Was spricht gegen eine neue Generation von Kernkraftwerken?
  4. Sind die AntiAtomPiraten einfach nur ‘Dagegen’?
  5. 100% Ökostrom. Kann das funktionieren?
  6. Wie kann man den steigenden Energiebedarf decken?
  7. Nachts scheint keine Sonne.
  8. Ist Ökostrom aus der Sahara nicht sinnvoller?

Wäre es nicht sinvoller, Solarenergie aus der Sahara zu nutzen anstatt Deutschland mit Windrädern zu pflastern?

Es gibt viele Gründe dafür, die Energie im eigenen Land zu ernten.

Das Wüstenprojekt DESERTEC ist nicht mehr zeitgemäß und auch nicht wirtschaftlich. Es setzt im Wesentlichen auf Solarthermische Energiegewinnung. Der Vorteil dieser Kraftwerke ist, dass die Sonnenwärme gespeichert werden kann und so auch während der Nachtstunden über das thermische Kraftwerk Elektrizität gewonnen werden kann. Das ist ein entscheidendes Merkmal für die Stromversorgung über den weiten Weg aus der Wüste, denn mit den angedachten Srommengen und bei den benötigten Leitungen soll nicht nur der Spitzenbedarf tagsüber gedeckt werden, eine Dauerauslastung ist wirtschaftlich notwendig.

Die Solarthermie hat mehrere Nachteile. Die thermischen Kraftwerksprozesse zum Betrieb von Dampfturbinen erfordern zur Kondensation des Dampfes immer auch eine ausreichende Kühlung. In der Wüste kann man nicht einfach durch aufheizen eines Flusses oder durch verdampfen von Wasser kühlen. Wasser ist dort Mangelware und man muss auf andere, aufwändige Methoden der Kühlung zurück greifen, zum Beispiel auf Trockenkühltürme.

Dies  war der größte Trockenkühlturm der Welt. Er stand in Hamm-Uetrop und diente  zur Kühlung des Hochtemperatur Thorium Reaktors. Er wurde 1991 gesprengt, da die Erhaltung als Industriedenkmal an den hohen Kosten scheiterte. Foto: Rainer Knäpper, Lizenz Freie Kunst (http://artlibre.org/licence/lal/de )

Dies war der größte Trockenkühlturm der Welt. Er stand in Hamm-Uetrop und diente zur Kühlung des Hochtemperatur Thorium Reaktors. Er wurde 1991 gesprengt, da die Erhaltung als Industriedenkmal an den hohen Kosten scheiterte.
Foto: Rainer Knäpper, Lizenz Freie Kunst (http://artlibre.org/licence/lal/de )

Der Preisverfall der Solarzellen macht es wirtschaftlicher, Stom aus Sonnenenergie mit diesen direkt vor Ort zu produzieren, dort, wo er gebraucht wird. Die Kosten für Solarmodule purzeln weiter. Alleine in den letzten vier Jahren ist der Preis um durchschnittlich 55% gesunken, im 1. Halbjahr 2012 sank der Preis um etwa 15%.

DESERTEC wäre vor etwa 30 Jahren eine gute Option gewesen, heute wird das Projekt von der Realität überholt. Hier haben sich die Energieriesen zu lange geziert.

Ein ganz entscheidendes Argument für die Produktion des Stroms im eigenen Land, in der eigenen Region, ist aber die Unabhängigkeit.

Wenn wir uns unabhängig machen können, von Energiemonopolen, unabhängig machen können von Energie- und Brennstoffimporten, wenn wir unsere Regionen selbständig machen können, bei der Energieversorgung, dann haben wir einen entscheidenden Schritt getan. Den Schritt in eine neue, freie, önkonomisch sinnvolle und ökologisch verantwortliche Energiepolitik. Weil wir das machen können, zu einem günstigen Preis, sollten wir es auch tun. Es geht, sobald wir es denken können.

Links

  • Wüstenstrom, eine Fata-Morgana?
    Weil die Photovoltaik deutlich billiger und leistungsfähiger geworden ist, gerät das  DESERTEC-Projekt in die Bredouille.
  • Linksammlung zu Quellen
  • Get it Done!
    Nachhaltiger Klimaschutz: Die Studentin Anjali Appadurai spricht tacheles mit den Delegierten auf der Weltklimakonfernz in Durban:
    Mandela sagte:
    Es scheint immer unmöglich – bis man es einfach getan hat.

 

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Nachts scheint keine Sonne

  1. Wer sind die AntiAtomPiraten?
  2. Wie stehen die AntiAtomPiraten zu neuen Reaktortypen?
  3. Was spricht gegen eine neue Generation von Kernkraftwerken?
  4. Sind die AntiAtomPiraten einfach nur ‘Dagegen’?
  5. 100% Ökostrom. Kann das funktionieren?
  6. Wie kann man den steigenden Energiebedarf decken?
  7. Nachts scheint keine Sonne.
  8. Ist Ökostrom aus der Sahara nicht sinnvoller?

 


Aber Nachts scheint keine Sonne …

Richtig. Aber Wind weht dennoch. Ernsthaft: Nachts wird deutlich weniger Energie benötigt. Der Solarstrom kann hervorragend dazu genutzt  werden, die Spitzenlasten tagsüber abzudecken. Der dynamische Anteil an benötigter Energie ist nahezu deckungsgleich mit den Zyklen der Photovoltaik. Scheint weniger Sonne, gibt es meist mehr Wind.

Schon heute sorgt der Solarstrom für niedrige Preise an der Strombörse zu den Spitzenzeiten, zu denen früher der Strom besonders teuer war. Derzeit werden durch das Überangebot an Kraftwerken die flexiblen Gaskraftwerke, die früher Spitzenlasten abgefangen haben, unrentabel. Die ersten werden bereits stillgelegt. Dabei benötigt das Netz bei vollzogener Energiewende gerade solche flexiblen Kraftwerke, um Zeiten mit weniger Wind und Sonne zu überbrücken.

Stromüberschüsse können in Pumpspeicherkraftwerken und auch chemisch gespeichert werden. Zur chemischen Speicherung erzeugt man Beispielsweise durch Elektrolyse Wasserstoff. Diesen kann man durch Zugabe von CO² (zum Beispiel aus der Luft) in Methan umwandeln. Wasserstoff wie Methan lassen sich im Gasnetz speichern. Benötigt man kurzfristig mehr Energie als Wind und Sonne liefern, kann man flexible Gaskraftwerke sehr schnell zuschalten, um den Bedarf zu decken. Kohle- und Kernkraftwerke müssen immer auf mindestens 50% Leistung gehalten werden. Gaskraftwerke dagegen lassen sich innerhalb weniger Minuten hoch und runter fahren.

Die Nutzung dieses sogenannten EE-Gases ist ökologisch deutlich sinnvoller, als die Nutzung von Agrargas, das die Bezeichnung Biogas gänzlich zu Unrecht trägt.

Das deutsche Gasnetz hat eine Kapazität von über 500 TWh. Diese Kapazität reicht aus, auch einen totalen Wind- und Sonnenausfall über 1 Monat zu überbrücken, wenn wir die gesammte Primärenergie aus Wind- und Sonnenenergie beziehen würden. Das entspricht einer Kapazität von 4-5 Monaten, bezogen auf den heutigen Strombedarf. Jeweils gerechnet mit thermischen Gaskraftwerken. Noch effektiver, mit einem Wirkungsgrad von etwa 80% arbeiten Druckluft-Speicherkraftwerke.

Verteilte Energiegewinnungsanlagen können virtuell ein Kraftwerk abbilden. Durch Wettervorhersagen kann man heute den erzeugbaren Strom der Anlagen bereits 2 Tage im Voraus bestimmen und die Stromverteilung planen. Bild: Peter Lehmacher, CC BY-SA 2.0

Verteilte Energiegewinnungsanlagen können virtuell ein Kraftwerk abbilden.
Durch Wettervorhersagen kann man heute den erzeugbaren Strom der Anlagen bereits 2 Tage im Voraus bestimmen und die Stromverteilung planen.
Bild: Peter Lehmacher, CC BY-SA 2.0

Weiter:
Ist Ökostrom aus der Sahara nicht sinnvoller?

Links

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Wie kann man den steigenden Energiebedarf decken?

  1. Wer sind die AntiAtomPiraten?
  2. Wie stehen die AntiAtomPiraten zu neuen Reaktortypen?
  3. Was spricht gegen eine neue Generation von Kernkraftwerken?
  4. Sind die AntiAtomPiraten einfach nur ‘Dagegen’?
  5. 100% Ökostrom. Kann das funktionieren?
  6. Wie kann man den steigenden Energiebedarf decken?
  7. Nachts scheint keine Sonne.
  8. Ist Ökostrom aus der Sahara nicht sinnvoller?

 


Den steigenden Energiebedarf kann man doch mit Windrädern und Solarenergie nicht decken?

Der steigende Energiebedarf ist ein Ammenmärchen. Diese Aussage gilt nicht für Deutschland. In den letzen 10 Jahren blieb der Verbrauch an Primärenergie in Deutschland nahezu konstant, mit leicht fallender Tendenz.

Wird konventionelle Energiegewinnung durch regenerative Elektroenergie ersetzt, verringert sich der Energiebedarf zusätzlich deutlich, da viele konventionellen Energiewandler einen Wirkungsgrad von nur etwa 30% haben (Verbrennungsmotoren, konventionelle Kraftwerke (Kohle, Kernenergie), ..).

Alleine durch 100% generative Stromerzeugung und Elektromobilität verringert sich der Bedarf an Primärenergie um etwa 40% (!), die wir bisher als Abwärme an die Umwelt abgeben.

Den Primärenergiebedarf in Deutschland kann man mit generativen Energieträgern decken – man muss nur wollen.

Der EV1 war ab 1996 das erste in Serie gebaute reine Elektrofahrzeug nach aktuellem Standard für ein "vollwertiges" Auto. Das Fahrzeug wurde nur verleast und nach dem erfolgreichen Kampf gegen die Emissionsgesetze in Kalifornien wurden die Fahrzeuge von General Motors wieder eingezogen und verschrottet, obwohl es lange Listen mit Kaufinteressenten gab. Die Nachfrage war deutlich höher, als die vorhandenen Fahrzeuge. Die Patente der Akkutechnologie (NiMH) wurden an die Ölindustrie verkauft. Diese hat die Weiterentwicklung gestoppt und den Einsatz auf Kleinbatterien beschränkt. Seit 2012 ist mit dem Telsa Model S das erste realisierte Konzept eines 5+2-sitzigen autobahntauglichen Elektroautos der oberen Mittelklasse auf dem Markt. Bild: EV1, Foto: Rmhermen, CC-BY-SA 3.0

Der EV1 von General Motors war ab 1996 das erste in Serie gebaute reine Elektrofahrzeug nach aktuellem Standard für ein “vollwertiges” Auto. Das Fahrzeug wurde nur verleast und nach dem erfolgreichen Kampf gegen die Emissionsgesetze in Kalifornien wurden die Fahrzeuge von General Motors wieder eingezogen und verschrottet, obwohl es lange Listen mit Kaufinteressenten gab. Die Nachfrage war deutlich höher, als die vorhandenen Fahrzeuge.
Die Patente der Akkutechnologie (NiMH) wurden an die Ölindustrie verkauft. Diese hat die Weiterentwicklung gestoppt und den Einsatz auf Kleinbatterien beschränkt. Siehe dazu auch den Film “Warum das Elektroauto sterben musste”.
Seit 2012 ist mit dem Telsa Model S das erste realisierte Konzept eines 5+2-sitzigen autobahntauglichen Elektroautos der oberen Mittelklasse mit einer Reichweite von 480km auf dem Markt.
Bild: EV1, Foto: Rmhermen, CC-BY-SA 3.0

Weiter:
Nachts scheint keine Sonne

Links

  • Destatis
    Primärenergieverbrauch
  • Linksammlung zu Quellen
  • Warum das Elektroauto sterben musste, 2006
    Dieser Dokumentarfilm zeigt die Geburt eines der ersten serientauglichen Elektroautos, den EV1 von GM. Der Film zeigt auch, wie alle Fahrzeuge gegen den Protest der Kunden durch GM wieder zerstört wurden. Der Automobilindustrie lag sehr viel daran, dass es kein Elektroauto gibt.
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100% Ökostrom. Kann das funktionieren?

  1. Wer sind die AntiAtomPiraten?
  2. Wie stehen die AntiAtomPiraten zu neuen Reaktortypen?
  3. Was spricht gegen eine neue Generation von Kernkraftwerken?
  4. Sind die AntiAtomPiraten einfach nur ‘Dagegen’?
  5. 100% Ökostrom. Kann das funktionieren?
  6. Wie kann man den steigenden Energiebedarf decken?
  7. Nachts scheint keine Sonne.
  8. Ist Ökostrom aus der Sahara nicht sinnvoller?

 


Ist es denn überhaupt möglich, uns mit 100% Ökostrom zu versorgen?

Es ist möglich, Deutschland innerhalb von 18 Jahren zu 100% mit Elektrizität aus generativen Energiequellen zu versorgen. Auch den gesamten Primärenergieverbrauch können wir bis auf vielleicht wenige Ausnahmen auf generative Energieträger umstellen.

Wir selbst haben nachgerechnet und festgestellt, es ist möglich, Deutschland autonom mit Strom aus Wind oder Sonne zu versorgen. Dazu haben wir die Zahlen aus 2009 verwendet, da diese vollständig vorlagen.

Sehr anschaulich kann man das am Beispiel der Elektromobilität darstellen. Der Straßenverkehr in Deutschland hat einen Anteil von 18,6% am Primärenergieverbrauch. 2009 waren das 706,4 TWh. Durch Umstieg auf Elektroantrieb benötigt man weniger als ein Drittel der Energie für die selbe Wirkleistung. Das liegt daran, dass der Elektroantrieb drei mal effizienter ist, als der Verbrennungsmotor im optimalen Arbeitspunkt. Außerdem können wir die Bremsenergie wiederverwenden. Bei eMobilität benötigen wir also nur noch ungefähr 200 TWh um dieselben Fahrleistungen zu erbringen, vermutlich sogar deutlich weniger.

Das entspricht einer Kraftwerks-Leistung von 22,8 GW. Wenn wir diese mit Hilfe von Solarzellen ernten wollen, benötigen wir dazu eine Fläche von 500 km², beim Einsatz von Zellen mit 40% Wirkungsgrad und durchschnittlicher Sonneneinstrahlung. Die Fläche entspricht etwa 2% der versiegelten  Fläche in Deutschland, kann also ohne zusätzlichen Flächenverbrauch  genutzt werden.

Zum Vergleich, ein PKW mit den Abmessungen 1,8 x 4,3 Meter (z.B. VW Golf) verdeckt eine Fläche von 7,74 m². In Deutschland sind 58 Mio Fahrzeuge zugelassen. Diese verbrauchen damit über den Daumen geschätzt ungefähr die selbe Fläche (449 km²), die man zur Erzeugung des notwendigen Stroms mit Photovoltaik benötigt. Das sollte zu bewerkstelligen sein.

Der Vorteil an Photovoltaik ist, dass wir bereits versiegelte Flächen zur Ernte der Sonnenenergie nutzen können, ohne zusätzlichen Flächenverbrauch. Auch Windräder schränken die Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen oder von Wäldern und Brachland nicht ein.

Flächenvergleiche:  Das Bild zeigt die Fläche der Bundesrepublik Deutschland, so wie  exemplarisch die Menge einzelner Flächentypen. A: Menge der Waldfläche der Bundesrepublik Deutschland B: Menge der versiegelten Fläche der Bundesrepublik Deutschland 1: Notwendige Fläche, um eMobilität mit Photovoltaik zu speisen 2: Notwendige Fläche, um 100% des Strombedarfs mit Photovoltaik zu decken 3: Notwendige Fläche, um 100% des Primärenergiebedarfs mit Photovoltaik zu decken 4: Notwendige Fläche, um 100% des Strombedarfs mit Windenergie zu decken 5: Notwendige Fläche, um 100% des Primärenergiebedarfs mit Windenergie zu decken Die  Berechnungen beruhen auf Daten aus dem Jahr 2009, es wurde bei der  Photovoltaik mit 40% Wirkungsgrad gerechnet. Die Felder zeigen den  Flächenverbrauch an, der jeweils benötigt werden würde, wenn ausschließlich der genannte Energieträger zur Anwendung käme. Bild: AntiAtomPiraten; Karte: Botaurus-stellaris, CC-BY-SA 3.0

Flächenvergleiche: Das Bild zeigt die Fläche der Bundesrepublik Deutschland, so wie exemplarisch die Größe einzelner Flächentypen.
A: Größe der Waldfläche der Bundesrepublik Deutschland
B: Größe der versiegelten Fläche der Bundesrepublik Deutschland
1: Notwendige Fläche, um eMobilität mit Photovoltaik zu speisen
2: Notwendige Fläche, um 100% des Strombedarfs mit Photovoltaik zu decken
3: Notwendige Fläche, um 100% des Primärenergiebedarfs mit Photovoltaik zu decken
4: Notwendige Fläche, um 100% des Strombedarfs mit Windenergie zu decken
5: Notwendige Fläche, um 100% des Primärenergiebedarfs mit Windenergie zu decken
Die Berechnungen beruhen auf Daten aus dem Jahr 2009, es wurde bei der Photovoltaik mit 40% Wirkungsgrad gerechnet. Die Felder zeigen den Flächenverbrauch an, der jeweils benötigt werden würde, wenn ausschließlich der genannte Energieträger zur Anwendung käme.
Bild: AntiAtomPiraten; Karte: Botaurus-stellaris, CC-BY-SA 3.0

Die im Moment erhältlichen Standard-Solarzellen haben einen Wirkungsgrad von bis knapp über 20%. Damit würde man derzeit noch doppelt so viel Fläche wie in dem Beispiel errechnet benötigen. 2009 lag der Standard-Wirkungsgrad noch bei 15%. Serienreif sind seit 2012 schon Module mit 34% Wirkungsgrad. Im Labor gibt es bereits Zellen mit über 40% Wirkungsgrad. Die Innovationen in der Solarbranche schreiten derzeit noch schnell voran.

Weiter:
Wie kann man den steigenden Energiebedarf decken?

Links

  • Strom ohne Atom
    Ausstieg bis 2015, 100% erneuerbar bis 2030
  • Get it Done!
    Nachhaltiger Klimaschutz: Die Studentin Anjali Appadurai spricht tacheles mit den Delegierten auf der Weltklimakonfernz in Durban:
    Mandela sagte:
    Es scheint immer unmöglich – bis man es einfach getan hat.
  • Linksammlung zu Quellen
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Sind die AntiAtomPiraten einfach nur ‘Dagegen’?

  1. Wer sind die AntiAtomPiraten?
  2. Wie stehen die AntiAtomPiraten zu neuen Reaktortypen?
  3. Was spricht gegen eine neue Generation von Kernkraftwerken?
  4. Sind die AntiAtomPiraten einfach nur ‘Dagegen’?
  5. 100% Ökostrom. Kann das funktionieren?
  6. Wie kann man den steigenden Energiebedarf decken?
  7. Nachts scheint keine Sonne.
  8. Ist Ökostrom aus der Sahara nicht sinnvoller?

 


Sind die AntiAtomPiraten einfach nur ‘Dagegen’?

Wir stehen vor allen Dingen für einen nachhaltigen, ressourcenschonenden Umgang mit unserer Umwelt und sprechen uns für einen zügigen Vollzug der Energiewende aus – ohne Kernenergie, ohne fossile Kraftwerke.

Wir benötigen bereits heute dringend Lösungen für unsere Energie- und Klimaprobleme: Können wir Deutschland alleine auf der Basis generativer Energieträger versorgen?

Wir sagen, es geht und es ist  wirtschaftlich.

Wir unterscheiden dabei zwischen regenerativen Energieträgern und generativen Energieträgern. Regernerative sind solche, die sich wieder regenerieren können. Zum Beispiel Biomasse. Diese schaffen aber erhebliche Probleme in Flora und Fauna. Wir wollen diese weitgehend vermeiden und setzen auf generative Energiequellen. Das sind Energiequellen, die sich nicht verbrauchen und sich nicht erholen müssen. Sie sind einfach nur da und man muss sie nur ernten. Das sind im wesentlichen Windenergie und Sonnenenergie.

Die unendliche Verfügbarkeit von Energie ist ein alter Menschheitstraum der Moderne. Wir möchten nicht dieser Hybris fröhnen und den Menschen keine Märchen von grenzenloser Energie ohne Nachteile erzählen.

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100% Ökostrom. Kann das funktionieren?

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