FreitagsFilm:
Warum das Elektroauto sterben musste

Heute mal ein etwas ungewöhnlicher Film – aber, wenn man den Individualverkehr auf 100% generative Energieträger umstellen möchte, dann ist das Elektroauto eine der naheliegenden Optionen. Warum es heute noch keine Elektroautos im Massenmarkt gibt, zeigt dieser Film. Serienreif waren Elektroautos schon Mitte der 90er Jahre.

Warum das Elektroauto sterben musste, Dokumentarfilm, 2006

1996 tauchten die Elektroautos in Kalifornien auf. Sie waren leise, schnell und verursachten keine Abgase. Sie fuhren ohne Benzin. 6 Jahre später waren sie wieder verschwunden, so schnell und lautlos, wie sie aufgetaucht waren. 10 Jahre später haben wir Krieg in Ölländern, steigende Ölpreise und globale Erwärmung.

Dieser Dokumentarfilm zeigt die Geburt eines der ersten serientauglichen Elektroautos, den EV1 von GM. Der Film zeigt auch, wie alle Fahrzeuge gegen den Protest der Kunden durch GM wieder zerstört wurden. Der Automobilindustrie lag sehr viel daran, dass es kein Elektroauto gibt.

Als dieser Film erschienen ist, hat GM das Smithsonian Museum dazu gebracht, eines der letzten 3 Exemplare des EV1 aus der Ausstellung zu entfernen.

Wichtige Patente zu Hochleistungsakkus wurden von der Automobilindustrie und der Ölindustrie gekauft und blockiert.

Trivia

Zu Beginn des Automobilzeitalters kämpften 3 Antriebssysteme um die Vorherrschaft: Elektorautos (lange Zeit marktdominierend), Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und Fahrzeuge mit Dampfantrieb.

Die modernsten Fahrzeuge mit Dampfantrieb in den 20er Jahren benötigten maximal 30 Sekunden Vorheitszeit (bei Frosttemperaturen), sie beschleunigten von 0 auf 120 km/h in 10 Sekunden und hatten eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. Der Wasservorrat ermöglichte eine Reichweite von 2400 km. Das Auto dampfte nicht, das Wasser wurde über einen Kondensator wieder verwendet. Die Verbrennung war so effektiv, dass diese Dampfmotoren alle heutigen Abgasnormen erfüllen, ohne zusätzliche Abgasaufbereitung. Außerdem benötigten diese Fahrzeuge weder Kupplung noch Getriebe. Der Motor war in die Achse integriert. Betrieben werden konnten die Dampfmotoren mit nahezu allen Flüssigbrennstoffen, von Leichtbenzin bis zu Ölen. Die Technologieträger gingen in der Weltwirtschaftskriese pleite, der Explosionskolbenmotor setzte sich durch. Während der Ölkriese haben einige Autobauer neue Dampfantriebe entwickelt, aufgrund der kurzen Dauer der Ölkriese wurden diese jedoch nicht zu ende entwickelt und nicht in den Markt eingeführt.

Werbefilm des Doble Steam Car

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Kommentare

5 Kommentare zu “FreitagsFilm:
Warum das Elektroauto sterben musste”

  1. Monroe1665 am Juni 15th, 2012 21:32

    Es ist unlogisch, gleichzeitig pro Stromautos und contra Atomkraftwerke zu sein. Wo soll er Strom denn herkommen? Von den Windrädern? Good luck..

  2. Jürgen Stemke am Juni 16th, 2012 00:56

    Natürlich im Wesentlichen von Wind und Sonne. Woher denn sonst, wenn wir die gesamte Primärenergie mit diesen Technologien ernten wollen und können.

    Der Straßenverkehr hat einen Anteil von 18,6% am Primärenergieverbrauch. 2009 waren das 706,4 TWh. Durch Umstieg auf Elektroantrieb benötigt man weniger als ein Drittel der Energie für die selbe Wirkleistung. Das liegt daran, dass der Elektroantrieb 3 mal effizienter ist, als der Verbrennungsmotor im optimalen Arbeitspunkt. Bei eMobilität benötigen wir also nur noch ungefähr 200 TWh um dieselben Fahrleistungen zu erbringen, vermutlich sogar deutlich weniger.

    Das entspricht einer Leistung von 22,8 GW. Wenn wir diese mit Hilfe von Solarzellen ernten wollen, benötigen wir dazu eine Fläche von 500 km², beim Einsatz von Zellen mit 40% Wirkungsgrad und durchschnittlicher Sonneneinstrahlung. Die Fläche entspricht etwa 2% der versiegelten Fläche in Deutschland, kann also ohne zusätzlichen Flächenverbrauch genutzt werden.

    Zum Vergleich, ein PKW mit den Abmessungen 1,8 x 4,3 Meter (etwa VW Golf) verdeckt eine Fläche von 7,74 m². In Deutschland sind 58 Mio Fahrzeuge zugelassen. Diese verbrauchen damit ungefähr die selbe Fläche (449 km²), die man zur Erzeugung des notwendigen Stroms mit Photovoltaik benötigt. Das sollte zu bewerkstelligen sein.

  3. Thomas am Juni 16th, 2012 10:12

    Einfach überzeugend. Starker Kommentar.

  4. Anonym am Juni 29th, 2012 09:07

    Hi,

    im Artikel steht:
    Heute mal ein etwas ungewöhnlicher Film – aber, wenn man den Individualverkehr auf 100% generative Energieträger umstellen möchte,

    Ihr wollt aber vermutlich “regenerative” schreiben

    PS: Hammer blog, lese ich die ganze Zeit. Eure verlinkten Filme und die Artikel sind mir sehr viel wert!

  5. Jürgen Stemke am Juni 29th, 2012 09:14

    Hallo,

    es freut uns, dass Dir unser Blog gefällt.

    Wir Piraten unterscheiden zwischen regenerativen und generativen Energieträgern – und das aus einem wichtigen Grund.

    Regenerative Energieträger sind solche, die sich nach deren Ausbeutung (theoretisch) wieder erholen können. Also z.B. Biomasse. Wenn man das richtig macht und Erosion verhindert (z.B. durch Düngen mit Mist), dann ist das regenerativ.

    Unter generativen Energieträgern verstehen wir solche, die sich weder abnutzen, noch regenerieren müssen, sondern die einfach geerntet werden können. Die also einfach “da” sind. Das sind zum Beispiel Windenergie und Sonnenenergie.

    Wir Piraten halten die erste Variante der Energieträger für kritisch, da sie erhebliche Probleme in der Umwelt, Flora, Fauna, Landschaft und der Lebensmittelversorgung verursacht. Daher setzen wir uns dafür ein, dass wir uns auf generative Energieträger konzentrieren, deren Nutzung keinerlei derartigen Nachteile hat.

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