Japan stoppt am Wochenende das letzte Kernkraftwerk
Boden in Tokio kontaminiert

Dieses Wochenende wird in Japan das Kernkraftwerk Tomari 3 zur regulären, jährlichen Revision abgeschaltet. In Japan müssen zum Wiederanfahren eines Reaktors die lokalen Behörden ihre Zustimmung erteilen. Diese wurde bei den 49 weiteren Kernreaktoren nicht erteilt. Damit ist Japan ab Samstag das erste mal seit 42 Jahren wieder ohne Atomstrom und hat zumindest vorübergehend den Atomausstieg innerhalb eines Jahres geschafft.

In einen Radio-Interview schildert der Reaktorexperte Arnie Gunderson die Situation in Japan. So nahm er bei einem Besuch in Tokio zufällige Bodenproben, unter anderem auch von einem Spielplatz, der bereits dekontaminiert wurde. Im Labor wurde dann festgestellt, dass es sich bei diesen Bodenproben faktisch um Atommüll handelt.

Gunderson geht in diesem Interview auch auf die Situation am Kernkraftwerk Fukushima ein. Ebenso zieht er vergleiche zu den Unfällen auf Three Mile Island und Tschernobyl und den Opfern dieser Unfälle. Schließlich geht er auch auf die Neubauten von Reaktoren in den USA ein.

Auch Thorium-Reaktoren kann Gunderson nicht empfehlen. Diese haben einfach andere Probleme. Gunderson empfiehlt für die Stomversorgung auf viele verteilte, lokale, regenerative Kraftwerke zu setzen. Die Kernenergie kann an einem schlechten Tag ganze Länder zerstören, der Mensch ist nicht geeignet, diese Technologie zu beherrschen.

Unsere Empfehlung: Selber hören!

Über Gunderson: Arnold Gundersen hat den Grad eines Master als Ingenieur der Kerntechnik. Er hatte die Lizenz als Reaktorfahrer, war Senior Vizepräsident eines lizenzierten, kerntechnischen Unternehmens und war Manager einer Prüfabteilung für kerntechnische Anlagen. Er wurde entlassen, nachdem er das Management seines Unternehmens auf ein Sicherheitsproblem aufmerksam gemacht hatte. Gundersen war an 70 Reaktoren in den USA und Europa tätig. Auch war er als Experte Zeuge des Unfalls auf Three Mile Island und war an der Analyse des Unfalls beteiligt.

Links

Du magst diesen Artikel? Teile ihn mit anderen:

Kommentare

3 Kommentare zu “Japan stoppt am Wochenende das letzte Kernkraftwerk
Boden in Tokio kontaminiert”

  1. Rainer Klute am Mai 4th, 2012 22:02

    Ach ja, der Arnie Gundersen! Entweder verharmlost er Atommüll oder er schürt wieder unbegründete Ängste. Lest mal diese interessante Geschichte (und die Kommentare), um zu sehen, wie Gundersen tickt: http://neinuclearnotes.blogspot.de/2012/03/nei-questions-associated-press.html

  2. Jürgen Stemke am Mai 4th, 2012 23:28

    Dass der Nuklear-Lobby (in diesem Fall NEI) Gundersens Aktivitäten nicht gefallen ist aber auch nicht sonderlich verwunderlich.

    Das Verhältnis zwischen Atomlobby und Gundersen ist nicht das beste…
    Siehe auch: http://enenews.com/gundersen-they-tried-to-crush-us-our-house-was-foreclosed-on-there-was-bankruptcy-we-were-followed-harassing-calls-sued-for-1-5-million-video

  3. Wolf am November 12th, 2012 20:54

    Gut, dass Ihr darüber berichtet, auf Arnie Gunderson und auf enenews verweist!

    Erstaunlich, wie in den Medien so getan wird, als gehe das Leben in Tokio “normal” weiter. Sogar ein Treffen von IWF und Weltbank hat dort kürzlich stattgefunden …

Schreibe einen Kommentar