Fukushima-Gedächtnisticker
Tag 2

Am Tag 2 der Katastrophe haben wir die Karten zur Ausbreitung der radioaktiven Wolke aktualisiert. Die Piraten waren immer noch weltweit die einzigen, die solche Karten angeboten haben.

Außerdem haben wir beschrieben weshalb man darauf schließen kann, dass bereits Kernschmelzen stattgefunden haben. Auch das Zuführen von Bor in den Kühlkreislauf lässt darauf schließen, dass eine Kettenreaktion stattgefunden hat, die nicht mehr durch die Steuerung des Reaktors zu kontrollieren war. Die deutsche Atomaufsicht hat dies bestätigt.

Die Verteilung von Jodtabletten zu diesem Zeitpunkt war eigentlich schon zu spät. Die Tabletten sollten eingenommen werden, bevor das Jod freigesetzt wird. Auch in Deutschland ist dies jedoch nicht besser gelöst. Die zuständigen Behörden haben nicht einmal Kenntnis davon, wo diese Tabletten lagern, wie eine Dokumentation zeigt.

Etwas untergegangen ist inzwischen der Zustand des Kernkraftwerks Fukushima II (Daini). Am Tag 2 war gerade mal ein Reaktor der 4 Reaktorblöcke unter Kontrolle und die Behörden haben die Evakuierung der Bevölkerung angeordnet, da auch in Fukushima II nicht klar war, ob die Situation unter Kontrolle gebracht werden kann.

Anfragen zu einem Anstieg der Radioaktivität in Bayern konnten wir beruhigen. Zu diesem Zeitpunkt konnte die Radioaktivität noch nicht bis nach Deutschland transportiert sein. Die Messungen in Bayern waren auf die Wetteränderung zurück zu führen.

Im Folgenden bringen wir eine Kopie unserer damaligen Veröffentlichung. Den Ticker liest man von unten nach oben. Das bedeutet, im Artikel erst nach unten scrollen und dann nach oben lesen. Tag 1 kann man hier nachlesen.

Samstag, 12.03.2011

23:59: Kyodo berichtet von 15 neue Strahlenopfern an einem der beiden Kernkraftwerke bei Fukushima.

23:48: Kyodo berichtet, dass nun bei insgesamt 6 Reaktoren der beiden Kernkraftwerke bei Fukushima die Kühlung ausgefallen ist.

23:46: Mit der Freisetzung geringer Mengen von Radioaktivität ist zu rechnen, so Tepco.

23:42: Die BBC berichtet über den deutschen Protest gegen Kernkraftwerke und die Atompolitik der deutschen Regierung.

23:38: Dampf steigt aus dem Reaktorgebäude des Reaktors N0.3. Tepco gibt an, den Druck in dem überhitzten Reaktor ab zu lassen, wie bereits einige Stunden zuvor bei Reaktor No.1, bevor dessen Reaktorgebäude explodierte.

23:25: Dossier ZDF: “Glaube an Atomenergie unerschütterlich”
Japan & Kernkraft.

23:20: Inzwischen sind 140.000 Menschen aus der Zone um die Kernkraftwerke Fukushima 1 (Daiichi) und Fukushima 2 (Daini) evakuiert. Über den Zustand der kritischen Reaktoren in Fukushima 2 (Daini) sind uns weiterhin keine neuen Nachrichten bekannt. Zuletzt gab es dort Probleme mit der Kühlung von 3 Reaktoren.

23:16: Entgegen den aktuellen Meldungen berichtet die IAEA, dass Japan mitgeteilt hätte, die Radioaktivität würde nach dem Anfänglichen Anstieg durch die Explosion nun sinken. Hier wird offensichtlich, dass die Informationen auf diesem Weg nur mit deutlicher Verzögerung weitergegeben werden.

23:03: Norbert Röttgen (Bundesminister für Umweltschutz und Reaktorsicherheit, CDU) gegenüber dem ZDF: Man muss über Atomkraft neu nachdenken.
Jürgen Stemke (Piratenpartei): Zumindest bis zu den nächsten Wahlen – eigentlich wären die allerschlimmsten deutschen Meiler ohne die CDU schon vom Netz. Die Gefahren und Risiken sind bekannt. Noch am Nachmittag wollte Herr Röttgen die Kernkraft nicht in Frage stellen.

22:55: Im Reaktor No.1 ist die Kernschmelze vermutlich im vollen Gange. Das schließt man aus neuen Messwerten zu Cäsium. (reuters)

22:47: Die Behörden vermuten, dass ca. 160 Zivilisten radioaktiv kontaminiert sind.

22:42: Die Kühlung des Reaktors No.3 ist zusammengebrochen. Damit steht dieser Reaktor vor dem selben Problem wie der Reaktor No.1 vor dessen Explosion.

22:41: Soeben meldet Reuters, dass es neue Probleme in Fukushima gibt.

22:00: Offizielle Meldung der IAEA

Info: Bor bildet in Verbindung mit Wasser Borsäure. Die Borsäure (bzw. das Bor in der Säure) absorbiert Neutronen. Damit kann die Aktivität des Reaktors gesengt werden. Die Kernspaltung wird verringert und damit weniger Energie frei gesetzt. Das Bor zerfällt durch das Absorbieren eines Neutrons in Lithium und Helium. Das bedeutet, ein Bor-Atom kann genau ein Neutron absorbieren (einfangen und damit der Kettenreaktion des Kernbrennstoffs entziehen.)

21:33: Mehrere hundert Leute waren Teilnehmer einer spontanen Demonstration in Hamburg

21:31: Japan meldet einen Rückgang der Radioaktivität außerhalb des Kraftwerks.

21:30: IAEA bestätigt, dass der Sicherheitsbehälter intakt ist.

20:58: Pressemitteilung der Piratenpartei

20:55: Impressionen der Anti-Atom-Menschenketten heute in ganz Deutschland.

20:45: Bereits vor 1,5 Stunden nahm die WHO Stellung: die WHO hält das Gesundheitsrisiko für gering.

20:35: Die Bevölkerung wird massenhaft auf radioaktive Kontamination untersucht.

20:30: Sehr gute Übersicht über die Konstruktion des Unfall-Reaktors mit einer einfachen Erklärung, des Aufbaus und der Sicherheitsfunktion.

Info: Was bedeutet es, wenn Jod und Cäsium freigesetzt wurde? Wo kommt das denn her? Und wo kommt der Wasserstoff / das Knallgas her?

Jod und Cäsium entstehen bei der Kettenreaktion innerhalb der Brennstäbe. Im Brennstab sind viele Kapseln oder Scheiben mit dem Brennstoff (meist Uranoxid). Der Stab besteht aus Zirkalloy. Während der Kernreaktion wird das Uran in andere Elemente zum Teil mehrfach umgewandelt. Das nennt sich radioaktiver Zerfall.
Zwei dieser Elemente, die dabei typischerweise entstehen und länger stabil sind, ist eine radioaktive Variante von Jod und eine von radioaktivem Cäsium.
Aber wie kommen die nun nach draußen? Wird der Reaktor nicht mehr ausreichend gekühlt, können im Brennstab sehr hohe Temperaturen entstehen. Das Zirkonium schmilzt bei ca. 1500°C. Zudem kann der Zirkonium-Mantel schon zuvor porös sein. Der Stab altert im Betrieb aufgrund der thermischen und radioaktiven Belastung.
Wird der Stab undicht, dann kann Jod und Cäsium im Kühlwasser gelöst werden. Es wird kontaminiert. Ist der Kühlkreislauf undicht, oder wird Kontaminierter Dampf abgelassen, dann gelangt diese Jod und Cäsium in die Umwelt und kann dort gemessen werden.
Das bedeutet, wenn Jod und Cäsium nach draußen gelangen soll, muss es auch aus dem Brennstab heraus. Das geht nur, wenn dieser beschädigt ist. Und diese Beschädigung ist dann höchstwahrscheinlich ein mindestens angeschmolzener Stab. Also gab es eine sogenannte Kernschmelze.

Wie entsteht nun Wasserstoff? Bei einer großen Hitze kann das Zirkonium des Brennstabs mit dem Wasserdampf reagieren. das Zirkonium oxidiert und spaltet dabei den Wasserstoff aus dem Wasser ab. Dadurch können große Mengen an Wasserstoff entstehen. In Verbindung mit Sauerstoff bildet Wasserstoff ein hochexplosives Gemisch, das schon durch eine kleinste Ursache gezündet werden kann. Dieser Wasserstoff hat z.B. in Tschernobyl den Reaktor und das Reaktorgebäude gesprengt. Es ist wahrscheinlich, dass auch in Japan das Gebäude durch solchen Wasserstoff gesprengt wurde, denn dies ist ein zu erwartender Vorgang bei einem überhitzten Reaktor.

Wenn der Stab versagt, dann fällt der Brennstoff in den Druckbehälter. Das ihn umgebende Wasser wirkt nun wieder als Moderator, Steuerstäbe fangen freie Neutronen nicht mehr auf. Das bedeutet, die Kettenreaktion wird maximal gefördert und die Temperatur steigt unkontrollierbar an.
Der Brennstoff hat eine Schmelztemperatur von ca. 2800°C. Damit kann der Brennstoff sich auch durch den Sicherheitsbehälter hindurch brennen. Damit würde der Sicherheitsbehälter versagen. Neue Kraftwerkskonstruktionen versuchen dann diesen heißen Kern mit Hilfe eines massiven Fundaments aufzufangen.

19:40: Kyodo berichtet von einer Dringlichkeits-Pressekonferenz: Der Versuch, den Reaktor mit Meerwasser zu kühlen steht unmittelbar bevor. Geplant ist, den Reaktor komplett unter Wasser zu setzen. Der Vorgang würde etwa 10 Tage benötigen. Das Stahl-Containment sei scheinbar intakt. Radioaktivität wird jedoch freigesetzt. Akute Gefahr für die Menschen bestünde aber nicht. Die Kernschmelze würde den Zustand des Reaktordruckbehälters derzeit nicht beeinträchtigen. Der Reaktor wird voraussichtlich nicht wieder in Dienst gestellt werden können.
Anmerkung Jürgen Stemke: Eine Kernschmelze erfordert eine Temperatur von 2700 °C bis 2800 °C. Das bedeutet, innerhalb eines Reaktors herrschen während einer Kernschmelze mindestens diese Temperaturen.

19:33: Die deutsche Hilfsorganisation I.S.A.R. hat ihren Hilfseinsatz in Japan abgebrochen. Die Helfer, die bereits im Land sind werden umgehend ausgeflogen. Begründet wird der Schritt mit der Situation der nuklearen Notfälle in Japan.

19:30: Die aktuelle Pressemitteilung von Tepco berichtet von keiner Änderung der Situation. Das letzte Nachbeben habe keine weiteren Schäden verursacht.

19:10: Kanzlerin Angela Merkel will Kernkraftwerke in Deutschland prüfen. “Wenn schon in einem Land wie Japan mit so hohen Sicherheitsstandards, nukleare Folgen eines Erdbbens nicht verhindert werden können, dann kann auch ein Land wie Deutschland nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.
Jürgen Stemke: Ich frage mich, ob Frau Merkel jetzt bei den Grünen ist, oder ob demnächst irgendwo Wahlen anstehen …? Bei den Piraten ist sie nicht.
Tipp: Sicherheitscheck
Tipp: 100 Gründe

18:53: Ein Arbeiter starb bei der Explosion, 2 Arbeiter werden noch vermisst.
Die World Nuclear News berichtet über die Arbeiten an den betroffenen Reaktoren.

18:47: Trivia: Die Tage werden kürzer: Die NASA hat festgestellt, dass das Erdbeben die Erdmassen verschoben hat und dadurch die Erdrotation erhöht wurde und ein Tag seither 1,6 Millisekunden kürzer ist als zuvor.

18:40: Reuters erklärt die Katastrophe zum kritischen Test der weltweiten Akzeptanz von Kernenergie.

18:30: Uns sind keine neuen Informationen zu den weiteren Kernanlagen mit Problemen bei der Kühlung bekannt (Kernkraftwerk Fukushima 2 (Daini) mit 6 Reaktoren und der Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho wo Inventar im Umfang von ca. 25 bis 30 Kernreaktoren lagert).

18:21: Personenkontrolle in Japan. (reuters/Kim Kyung-Hoon)

18:07: Notrufnummern für Deutsche, die unmittelbar von den Ereignissen in Japan betroffen sind:
Es ist die Botschaft in Tokyo unter der Telefonnummer +81 3 5791 7700 und der E-Mail-Adresse info@tokyo.diplo.de erreichbar, ferner der Krisenstab im Auswärtigen Amt in Berlin rund um die Uhr unter +49 30 5000 3000.

18:06: Das auswärtige Amt empfiehlt deutschen in Japan, das Land zu verlassen:
Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Deutschen in der Region um die Atomkraftwerke Fukushima und im Großraum Tokyo/Yokohama zu prüfen, ob ein Aufenthalt in Japan weiterhin erforderlich ist. Falls dies nicht gegeben ist, sollte eine Ausreise außer Landes mit kommerziellen Mitteln in Erwägung gezogen werden, insbesondere von Familien mit Kindern.

18:05: Bundeskanzlerin Merkel beruhigt Deutschland: Japan sei zu weit weg, als dass Deutschland betroffen werden könnte.

17:40: Brernnstebe sind zu über zwei Drittel nicht mehr mit Kühlwasser bedeckt. Experten bestätigen, dass das aufgefundene Jod und Cäsium darauf hinweist, dass eine Kernschmelze statt findet.

17:15: Der Ex-Chef der Deutschen Atomaufsicht, Wolfgang Renneberg, meint, Japan hat keine Chance mehr, den Reaktor unter Kontrolle zu bringen. Die Financial Times Deutschland macht daraus die Aussage “Das ist der klassische Super-GAU”.
Jürgen Stemke: Tatsächlich muss auch der Verlust der Kontrolle über dem Reaktor nicht zwangsläufig den Super-Gau bedeuten. Die Frage ist hier eine Frage der Definition von “kontrollierbar”. Solange es gelingt auch den nicht mehr kontrollierbaren Reaktor wieder herunter zu kühlen und eine Freisetzung des radioaktiven Inventars zu verhindern schrammt man am Super-Gau vorbei. Ich denke, daran arbeiten die Menschen in Japan.

17:10: China kündigt an, die Erfahrungen aus Japan in die geplanten Atomanlagen in China mit einfließen zu lassen.

17:00: Die japanische Atombehörde stuft den Vorfall auf Stufe 4 der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse zurück. Der Vorfall wäre damit ein “Unfall” als Stufe 5 war das Ereignis als “Ernster Unfall” klassifiziert.

16:58: Das erwartete Datum zu regulären Stillegung des explodierten Reaktors war: Im März 2011

16:54: Die japanische Atombehörde stuft den Vorfall im Kernkraftwerk Fukushima 1 (Daiichi) als weniger gefährlich ein als den Vorfall 1979 auf Three Mile Island.

16:45: Bilder der Evakuierung beim ZDF.

16:35: Update: Demos für heute abend / jetzt geplant in: Berlin, Alexanderplatz; Dresden, Prager Straße; Hamburg; Bochum, Hauptbahnhof;

16:27: Kyodo meldet, bei den 3 strahlenbelasteten Personen soll es sich um Evakuierte handeln.

16:05: Experten versichern gegenüber Interfax, dass kein 2. Tschernobyl zu erwarten ist. Begründet wird dies mit der anderen Bauweise und der Erdbebensicherheit der Kraftwerke in Japan.

16:03: CNN meldet, die 3 Strahlenverletzten seien im Krankanhaus bei einer Stichprobenmessung unter 90 Patienten entdeckt worden.

16:00: Es gibt Aufrufe zu Demonstrationen am heutigen Abend in Berlin, Hamburg und anderen Städten.

15:45: 300.000 Menschen wurden in Japan evakuiert. Unklar ist, ob diese Zahl sich ausschließlich auf die 20km-Zone um die havarierten Kernkraftwerke bezieht.

15:25: 60.000 Teilnehmer bei der Anti-Atom-Menschenkette zwischen dem AKW Neckarwestheim und Stuttgart. Das sind 20.000 Menschen mehr, als erwartet waren.
Der Veranstalter weist darauf hin, dass das Kernkraftwerk Neckarwestheim auf porösem Boden steht.

15:20: Die 3 mit Strahlung in Kontakt gekommenen Arbeiter haben eine gesundheitsschädliche Strahlendosis erfahren.

15:15: Die freigesetzte Radioaktivität übersteigt/überstieg die Grenzwerte, so der Kraftwerksbetreiber. Daher wurde um 16:17 Uhr Ortszeit entsprechender Alarm ausgelöst.

15:10: Zu den beiden anderen Kernanlagen in Schwierigkeiten, das Kernkraftwerk Fukushima 2 (Daini) mit 6 Reaktoren und der Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho wo Inventar im Umfang von ca. 25 bis 30 Kernreaktoren lagert, liegen weiterhin keine neuen Informationen vor.

15:00: Der Betreiber Tepco berichtet: Weisser Qualm/Dampf steigt am Kraftwerk Fukushima 1 (Daiichi) auf, nachdem es um 15:36 Uhr Ortszeit zu einem Beben und iim Anschluss zu einem lauten Knall kam. (das ist also keine neue Nachricht)

14:31: Es liegen Berichte vor, dass 3 der 4 bei der Explosion verletzen Arbeiter Radioaktivität ausgesetzt waren. (reuters)

14:30: Ein weiteres stärkeres Erdbeben wurde registriert. (Update: Stärke 6)

14:28: Reuters Bestätigt eine Meldung der IAEA: Die Verteilung von Jodtabletten wird vorbereitet.
Info: Jod wird im Körper in der Schilddrüse angereichert. Damit sich dort kein radioaktives Jod ansammelt soll man rechtzeitig die Schilddrüse durch die Einnahme von Jod sättigen. Radioaktives Jod und Cäsium sind wesentliche Bestandteile des radioaktiven Inventars eines Atomreaktors.
In Deutschland sind Jodvorräte in der Umgebung von Kernkraftwerken vorgeschrieben.

14:06: Es gibt unbestätigte Gerüchte, die IAEA würde Jodtabletten in das Gebiet um Fukushima schaffen. Für die Presse besteht kein Kontakt mit der IAEA. Diese ist durch Anfragen überlastet.

14:05: Es gibt jedoch ein kleineres Leck, durch welches Radioaktivität freigesetzt wird.

14:00: Offizielle Stellen betonen, der Reaktordruckbehälter ist intakt. Er wird derzeit mit Meerwasser gekühlt.
“The nuclear reactor is surrounded by a steel reactor container, which is then surrounded by a concrete building,” Chief Cabinet Secretary Yukio Edano said. “The concrete building collapsed. We found out that the reactor container inside didn’t explode. We’ve confirmed that the reactor container was not damaged. The explosion didn’t occur inside the reactor container. As such there was no large amount of radiation leakage outside.”

13:53: Dass freigesetztes Jod und Cäsium festgestellt wurde ist eigentlich nur mit einer Kernschmelze zu erklären. Diese Elemente sind eigentlich im Brennstab gekapselt. Sie können nur freigesetzt werden, wenn die Stäbe mechanisch beschädigt, bzw. angeschmolzen sind.

13:45: Aufruf zu bundesweiten Mahnwachen: Fukushima ist überall!

13:40: Die Menschenkette gegen Atromkraft von Neckarwestheim nach Stuttgart ist geschlossen.

13:27: Möglicher Erklärungsversuch zu der aktuell erhöhten Radioaktivität in Bayern: Durch die in den letzten Tagen stark gestiegene Temperatur beginnt nun langsam wieder die Konvektion. Diese wirbelt großräumig Staub vom Boden auf (der natürlich noch mit Radioaktiven Tschernobyl-Material belastet ist). Ein Zusammenhang mit Japan ist völlig ausgeschlossen, so Dr. Jaenisch.
Diese Erklärung deckt sich auch mit den Hinweisen zur Interpretation der Werte. Dort heißt es unter anderem: “Ein weiteres Beispiel für den Einfluss des Wetters auf die natürliche Gamma-Dosisleistung: Bei längeren Frostperioden können die kontinuierlich entstehenden natürlichen gasförmigen radioaktiven Stoffe wegen der Vereisung des Bodens nicht in die Luft gelangen. Bei plötzlich einsetzendem Tauwetter werden diese gasförmigen radioaktiven Stoffe innerhalb kurzer Zeit in die Luft freigesetzt und erhöhen die vorher relativ niedrige Dosisleistung ebenfalls kurzfristig und in nicht unerheblichem Maße. Auch eine Schneedecke beeinflusst durch ihre Abschirmwirkung die natürliche Dosisleistung.”

13:15: Ein Regierungssprecher berichtet, der Reaktordruckbehälter sei noch intakt. (BBC)

13:04: CNN berichtet, im Kraftwerk Fukushima 1 (Daiichi) sind scheinbar 13 von 13 Dieselgeneratoren für die Notstromversorung ausgefallen.
Jürgen Stemke: Dies könnte mehrere Ursachen haben. Sehr wahrscheinlich ist, dass die Notstromversorgung in dem Kraftwerk vermascht ist, wie auch in den älteren deutschen Kernkraftwerken (bei ca.50% aller deutschen Kernkraftwerke ist die Notstromversorgung vermascht, der zuverlässige Start der Notstromaggregate ist bei allen deutschen Kernkraftwerken nicht gegeben (Quelle: AKW-Sicherheitscheck).). Ist die Notstromversorgung vermascht, kann ein Fehler die gesamte Notkühlung außer Betrieb setzen.

13:02: Kernschmelze wohl endgültig bestätigt. Es gibt Berichte von fliehender Bevölkerung. Es ist nicht klar, ob hier eine geordnete Evakuierung gemeint ist.

13:00: Bundeskanzlerin Merkel ruft für heute Abend eine Sicherheitskonferenz ein.

12:55: Zu den gefährdeten Reaktor im Kernkraftwerk Fukushima 2 (Daini) liegen derzeit keine neuen Informationen vor. Nach der letzten PM der Tepco, wird dort weiterhin das Ablassen von Druck vorbereitet. Inzwischen tauchen widersprüchliche Meldungen auf, die behaupten es sei noch keine Kernschmelze im Gange. Das Freisetzen von Cäsium wäre dann aber nur schwer zu erklären.

12:46: Die japanische Regierung erwartet keinen massiven Austritt von Radioaktivität, nach Auskunft des Staatssekretärs Edano.

12:30: Offiziell immer noch keine genauen Erkenntnis über das Ausmaß der Explosion.

12:20: Das Auswärtige Amt spricht eine Reisewarnung vor Reisen nach Japan aus.

12:15: Die Explosion ist sehr wahrscheinlich auf eine Wasserstoffexplosion zurück zu führen. Dies ist ein “normaler Vorgang” bei einem Reaktor nach dem Überhitzen des Kühlwassers aufgrund des Ausfalls der Kühlung. Durch die hohen Temperaturen wird Wasserstoff aus dem Wasser abgespalten. Diese Explosionen sind so heftig, dass das Reaktorgebäude und eigentlich auch der Reaktor gesprengt wird. Daraufhin folgt nahezu zwangsweise die Freisetzung großer Mengen Radioaktivität. – Mit viel Glück muss das aber nicht passieren. Ein Beispiel dafür ist der Vorfall auf Three Mile Island.

12:10: Radioaktivität in Bayern steht nicht im Zusammenhang mit dem Vorfall in Japan. Dazu Dr. Volker Jaenisch: “Es ist absolut ausgeschlossen, dass diese
beiden Vorfälle etwas miteinander zu tun haben. Die Ausbreitung der Radioaktivität um den Globus wird Wochen dauern. Kann jeder selbst nachrechnen wenn er eine Windgeschwindigkeit von z.B. 100 km/h und die Entfernung Japan nach sonstwohin ansetzt.
Radioaktive Partikel sind auch nur Partikel und Partikel werden nach eine bis zwei Wochen durch natürliche Prozesse aus der Atmosphäre entfernt (Regen oder sonstiger Niederschlag). Die Wahrscheinlichkeit dass Radioaktivität durch die Luft zu uns gelangt ist daher sehr sehr gering.
Das Problem werden die Folgen sein, die der Fallout mit sich bringt. Ich würde in nächste Zeit keine Schrimps, keine Eisbären oder Wale essen.”

12:06: Ein ABC-Schutzteam ist eingetroffen um ggf. zur Verfügung zu stehen.

12:05: Pressekonferenz: Die Regierung bereitet weitere Maßnahmen vor, sobald möglich. Es ist immer noch nicht bekannt, ob der Reaktor explodiert ist. Derzeit finden neue Messungen der Radioaktivität statt. Ebenso werden weitere Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergriffen.

12:00: Die IAEA und andere Atom-Organisationen erwarten dringend Informationen aus Japan. Offenbar erhalten auch diese Organisationen nicht zeitnah Informationen. (reuters)

11:50: Wir werden auf einen Anstieg der Radioaktivität in Bayern hingewiesen. Wir prüfen das und haben bereits einen Fachmann gefragt und warten auf Antwort. Theoretisch dürfte das Ereignis in Japan hierzulande schon zu messen sein. Man kann in Deutschland an der Radioaktivität der Luft z.B. auch messen, welchen Prozessschritt die Wiederaufbereitungsanlage in La Hague gerade fährt.

11:40: Die Kernschmelze im Kraftwerk Fukushima 1 (Daiichi) wird offiziell bestätigt. Diese würde nun sehr genau beobachtet. Die Brennelemente beginnen bei einer Temperatur ab 2700°C und 2800 °C zu schmelzen.
Die Kühlung im Kernkraftwerk Fukushima 2 (Daini) ist bei mehreren Reaktoren weiterhin nicht wieder hergestellt.

11:30: Es wird vermutet, dass der Reaktorbehälter noch intakt ist. Die Ursache der Explosion ist allerdings noch nicht klar. Die derzeitig freigesetzte Radioaktivität sei noch handhabbar.

11:25: Aktuelle Berichte über den Zustand in der Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho liegen nicht vor. Auch dort wird das Inventar nur von einer Notkühlung gekühlt. Dort lagern etwa 3000 Tonnen hochradioaktiver abgebrannter Brennstoff. Das sei ungefähr die Menge an Brennstoff von 25 bis 30 Atomreaktoren. Bei nicht ausreichender Kühlung würde sich dieser selbst entzünden. Die Notgeneratoren sind nicht für längere Einsetze vorgesehen (Focus, gestern abend).

11:10: Es wurde die Evakuierung der Bevölkerung im Umkreis der beiden Kernkraftwerke im Umkreis von 20 km angeordnet. Dies betrifft mehrere Dörfer und Städte.

10:45: Es wird angegeben, dass die 4 durch die Explosion des Kernkraftwerks verletzten Menschen nicht in Lebensgefahr schweben und medizinisch behandelt werden.

10:40: Die Piratenpartei hat neue Berechnungen über die Ausbreitung der möglichen radioaktiven Wolke angestellt:

10:20: Die Schäden am explodierten Kernkraftwerk sind so enorm, dass es einige Zeit dauern wird, bis die Arbeiten dort wiederaufgenommen werden können.
Bilder der Explosion: Explosion des Kernkraftwerks

10:14: Die gemessene Radioaktivität entspricht nach der Einschätzung der Regierung den Erwartungen. Auf einer Pressekonferenz wird versichert, dass man die Sicherheitsmaßnahmen überprüfe und dann entsprechend handeln möchte. Details zu den Ereignissen wurden nicht gegeben.

10:13: Die Wände und das Dach des Reaktorgebäudes wurden komplett weg gesprengt. Es steht noch die Ruine des Stahlgerüsts der Gebäudekonstruktion.

10:10: Es wird vermutet, dass es zur Kernschmelze gekommen ist und die Kettenreaktion nicht gestoppt werden kann. (unbestätigt)

10:05: Die Bevölkerung um das Kernkraftwerk wird aufgerufen, Atemwege und Haut zu bedecken und keine Nahrung zu sich zu nehmen.

10:00: Mindestens 4 verletzte durch die Explosion im Kraftwerk Fukushima 1 (Daiichi). Radioaktivität tritt aus. Am Werkstor wurden 1500 mS gemessen. 100 Busse stehen derzeit zur Evakuierung bereit. In 5 km Entfernung zum Kraftwerk wurde eine Krisenzentrum eingerichtet.

09:58: Scheinbar herrschen immernoch Westwinde, so dass derzeit der größte Teil freigesetzten Materials auf das Meer geblasen wird. Siehe auch Bericht von Dr. Jaensch um 06:45 in diesem Blog.

09:57: Die Evakuierungszone um Fukushima 2 (Daini) wurde auf 10 km erweitert. Auch dort gibt es immer noch Probleme mit der Kühlung von 2 oder 3 Reaktoren.

09:55: Die Reaktorhülle ist offenbar beschädigt und radioaktives Inventar wird freigesetzt.

09:50: Dach und Wände des Kernkraftwerks Fukushima 1 (Daiichi) sind zerstört. Evakuierung ist im Gange, die angelaufenen Evakuierungen waren ebenfalls noch nicht abgeschlossen.

09:41: Bestätigt: Das japanische Fernsehen hat Bilder des teilweise zerstörten Reaktorgebäudes gezeigt.

09:39: Es gibt unbestätigte Berichte über Verletzte nach einer Explosion eines Kernkraftwerks in Fukushima. Medienberichte über eine Detonation im Kernkraftwerk wurden offiziell dementiert.

08:10: Tepco berichtet, dass der Reaktor No.3 in Fukushima 2 (Daini) vermutlich unter Kontrolle ist: “At 12:15PM [Ortszeit, 3:15 Uhr deutscher Zeit], the reactor achieved cold shut down.”
An den Reaktoren No.1, No.2 und No.4 wird weiterhin gearbeitet um die Kühlung sicher zu stellen.

07:30: Die japanischen Behörden berichten, dass der Druck im Reaktor erfolgreich reduziert werden konnte. Zuvor gab es erhebliche Probleme Ventile zu öffnen, da kein Strom zur Verfügung stand. Die Evakuierungszone wurde ausgeweitet.

06:45: Es ist radioaktives Cäsium aus dem Kernkraftwerk Fukushima 1 (Daiichi) ausgetreten. Dies ist ein starkes Indiz für eine begonnene Kernschmelze. Die Möglichkeit einer laufenden Kernschmelze wurde von den Behörden bestätigt.
Dr. Jaenisch von der Piratenpartei über die Verbreitung von möglicherweise freigesetztem Material: “Es scheint den Umständen entsprechend gut auszusehen. Die Trajektorien zeigen für die nächste Zeit erst einmal weg von den Küsten. Am Fukushima Airport weht Wind mit Stärke Drei aus Westen, also Richtung Meer. Die lokalen schwachen Winde sind aber z.T. ungerichtet. Minimale Niederschläge um die 1mm/h sind in der Region in der nächsten Zeit zu erwarten.

06:30: Es gab ein weiteres schweres Erdbeben der Stärke 6,8. Das Epizentrum lag nahe dem des Bebens mit der Stärke 8,9. Auf Google Earth sind die Lage aller Beben und deren Stärke eingezeichnet. Allerdings nicht in der Web-Version.

02:00: Der Betreiber Tepco bestätigt offiziell den Zustand eines nuklearen Notfalls im zweiten Kraftwerk, dem Kernkraftwerk Fukushima 2 (Daini) bei den Reaktoren No.1, No.2 und No.3. Die 3 weiteren Reaktoren dieses Kraftwerks seien heruntergefahren und verhalten sich unauffällig.

01:15: Japan warnt nun offiziell vor der Freisetzung radioaktiven Materials aus 2 Kernkraftwerken und weist dabei darauf hin, dass bereits tausende von Anwohnern in Sicherheit gebracht wurden. (reuters)
Die Evakuierung der Bevölkerung um das Kernkraftwerk Fukushima 2 (Daini) wird angeordnet (3 km Radius).

00:50: 80.000 Menschen werden aus dem 10km Radius um das Kernkraftwerk Fukushima 1 (Daiichi) evakuiert.

00:40: In Fukushima 1 (Daiichi) droht nun akut die Kernschmelze. In Fukushima 2 (Daini) sind weiterhin die Kühlsysteme von 3 Reaktoren gestört.

00:20: Der Druck in mindestens 2 Reaktoren steigt weiter, obwohl bereits Dampf in die Umgebung abgelassen wird um den Druck zu senken.

00:11: Es wird vermutet, dass die Notstromaggregate durch die USA geliefert wurden. Zuvor wurde berichtet, die USA würde Kühlmittel liefern, was seltsam klingt, da üblicherweise Wasser zur Kühlung verwendet wird.

00:00: Es wurde bekannt, dass die angelieferten Notstromaggregate nicht verwendet werden können, da ein passendes Anschlusskabel fehlt. Ein Kabel soll nun eingeflogen werden. Gleichzeitig soll versucht werden Batterien von andern Kraftwerken herbei zu schaffen.

^ Samstag, 12.03.2011

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