Konzept Endlager zu Grabe tragen: Lichterkette zwischen Asse, Schacht Konrad und Braunschweig/Thune

Am 11.03.2012 bildeten auf einer Strecke von circa 80 Kilometern über 24.000 Menschen zwischen Schacht Konrad, Asse II und Braunschweig/Thune eine Lichterkette – zum einen um der Katastrophe von Fukushima am 11.03.2011 zu gedenken, aber auch um auf die unhaltbare Situation in der Asse sowie der Endlagerproblematik und dem Umgang mit radiaktiven Gefahrenstoffen in Braunschweig/Thune aufmerksam zu machen.

Symbolisch wurde das “Konzept Endlager” zu Grabe getragen.

Auch wir sind der Meinung, dass Gesellschaft und Politik sich endgültig vom “Konzept Endlager” verabschieden müssen.

Den Atommüll zu verbuddeln – ohne Rückholmöglichkeit – und dabei zu hoffen, dass eine Sicherheit für 1 Million Jahre schon gegeben sein wird:

Das ist verantwortungslos und lediglich eine Illusion, der sich so manch Politiker gerne hingibt um – so wie es scheint – die Verantwortung für das strahlende Erbe weit von sich zu schieben.

(Red.: KH, 14.03.2012)

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Kommentare

One Kommentar zu “Konzept Endlager zu Grabe tragen: Lichterkette zwischen Asse, Schacht Konrad und Braunschweig/Thune”

  1. Jakob am März 15th, 2012 20:49

    Was soll denn bitte die Alternative zu einem Endlager sein? Der Atommüll ist ca. eine Million Jahre lang gefährlich. Menschliche Gesellschaften können keine Stabilität über einen derartig langen Zeitraum garantieren. Jede überirdische Lagerung ist über kurz oder lang der Erosion ausgesetzt, wenn sich einige Zeit niemand darum kümmert. Dazu kommt die Gefahr, dass die Radioaktivität durch Kriege oder Terrorismus freigesetzt wird. Langfristig muss man natürlich auch mit weiteren geologischen Veränderungen wie z.B. Eiszeiten rechnen. Dagegen schützt nur eine Endlagerung in stabilen geologischen Formationen. Viele Gesteinsschichten sind seit hunderten Millionen Jahren stabil und werden dies aller Wahrscheinlichkeit auch für die nächste eine Million Jahre sein. Daher gibt es wohl keine Alternative zu einer Endlagerung.

    Andererseits muss man wohl bezweifeln, dass die Menschheit zum gegenwärtigen Zeitpunkt in der Lage ist, ein sicheres Endlager zu errichten. In Deutschland gab es bisher zwei Versuche (Asse und Morsleben) und beide Versuche sind gescheitert. In Morsleben ist trotz einer milliardenteuren Sanierung unklar, ob damit tatsächlich ein sicherer Einschluss des Atommülls garantiert werden kann. Und bei der Asse dringt laufend Wasser ein, obwohl für eine sichere Endlagerung eine trockene Lagerung des Mülls essentiell ist. Deutschland hat im weltweiten Vergleich wohl relativ hohe Sicherheitsstandards und dennoch sind zwei von zwei Endlagerprojekten gescheitert. Bei den weltweit benötigten 10-100 Endlagern muss man daher davon ausgehen, dass es zumindest in einigen der Endlager zu einer massiven Freisetzung von Radioaktivität kommt. Als Lösung bleibt wohl nur ein rückholbares Endlager, das nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft sicher ist. Wenn sich in den folgenden Jahrhunderen herausstellt, dass das Endlager doch nicht sicher ist, dann muss es eine Möglichkeit zu einer Rückholung geben. Andererseits sollte das Endlager nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft sicher sein und den Müll dauerhaft einschliessen, falls das Endlager in z.B. 200 Jahren immer noch als sicher gilt oder es zu einem Zusammenbruch der aktuellen Gesellschaftsordnung kommt und sich niemand mehr um den Müll kümmern kann.

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