FreitagsFilm: 35 Jahre Atommülllager Gorleben
Die Standortentscheidung für das Endlagerprojekt Gorleben ist im Jahr 1977 gefallen, unter der SPD-Bundesregierung von Bundeskanzler Helmut Schmidt und der CDU-Landesregierung von Ministerpräsident Ernst Albrecht. Die Entscheidung ist im innerdeutschen Kalten Krieg maßgeblich nach politischen Kriterien erfolgt – insbesondere in Hinblick auf die allgemein dünne Besiedlung der Gegend im damaligen Zonenrandgebiet zur DDR und wegen der Nähe zu Morsleben und dem dort im Aufbau befindlichen Endlager Morsleben. [Wikipedia]
30 Jahre Proteste in Gorleben, Deutsche Welle, 2010
Frankreichs Nuklear-Behörde: AKW Cattenom ist sicher. Störfallserie geht weiter.
Erst Ende 2011 hat Frankreichs Atomaufsichtsbehörde ASN alle französischen Atomreaktoren nach erfolgreich absolviertem Stresstest als sicher erklärt – darunter auch das Atomkraftwerk Cattenom. Alle Atomkraftwerke können nach Ansicht von ASN bedenkenlos weiter betrieben werden – auch wenn Nachrüstungen nötig sind. Eine sofortige Stilllegung sei jedoch bei keinem einzigen Kraftwerk notwendig.
Das Kernkraftwerk Cattenom liegt an der Mosel, zwölf Kilometer von der saarländischen Grenze und neun Kilometer von der luxemburgischen Grenze entfernt in einem dicht besiedelten Gebiet. Im Umkreis von 10 Kilometern leben etwa 100.000 Menschen. Betreiber ist die französische Gesellschaft EDF. Am 13.11.1986 ging der erste Reaktorblock in Betrieb, der Bau begann bereits am 29.10.1979.
Heute gab es im Atomkraftwerk Cattenom den dritten, gemeldeten Zwischenfall in diesem Jahr. Nach Berichten von wort.lu sorgte ein defekter Ventilator für einen Feuerwehreinsatz. Gegen 6 Uhr morgens wurde im Maschinenraum der Produktionseinheit 2 ein Alarm ausgelöst.
Zum Fukushima-Jahrestag: Lichterkette
durchs Braunschweiger Land und weitere Großdemos
In nicht einmal 2 Monaten jährt sich die Katastrophe von Fukushima. Überall im Land wird es am 11.03.2012 Demonstrationen und Mahnwachen geben – unter anderem auch im Braunschweiger Land. Sogar in Frankreich ist eine etwa 235 Kilometer lange Menschenkette gegen Atomkraft von Lyon nach Avignon geplant.
In der Schweiz ist ein friedlicher Marsch mit anschliessender Kundgebung am AKW Mühleberg geplant: menschenstrom.ch und auch in Brüssel, Belgien findet am 11. März eine zentrale Demonstration statt.
Weitere Infos zu den Demonstrationen findet Ihr auch bei .ausgestrahlt
Beteiligt Euch, verbreitet es!
Zum Fukushima-Jahrestag am 11. März:
PM: Lichterkette 2012 durchs Braunschweiger Land nimmt Formen an
Ein Jahr nach der Fukushima-Katastrophe soll es am 11. März Punkt 19.00 Uhr wieder eine Lichterkette quer durch die Region geben, die – wie schon 2009 – Atommüll-Brennpunkte im Braunschweiger Land verbindet. Ein Regionales Vorbereitungstreffen findet am Dienstag, dem 24. Januar um 19.00 Uhr in der Brunsviga, Karlstraße 35 in Braunschweig statt.
In Deutschland sind weitere Großdemonstrationen am Fukushima Jahrestag an den Atomkraftwerken Gundremmingen, Neckarwestheim und Brokdorf, in Hannover (zum AKW Grohnde) und an der Urananreicherungsanlage in Gronau geplant. Weitere Aktionen finden in Frankreich, Belgien und der Schweiz statt.
Zweiter AP1000-Reaktordruckbehälter installiert
Fragen zur Sicherheit bleiben unbeantwortet
In China schreitet der Bau des neuen Reaktortyps AP1000 voran. Gebaut wird dort seit 2009 an den 4 ersten AP1000-Blöcken weltweit, lange vor der Klärung zu offenen Fragen der Standfestigkeit der geplanten Gebäude. Vor wenigen Tagen wurde nun der zweite Reaktordruckbehälter installiert. Er wird das nukleare Herz der Anlage Haiyang I bilden.
Seit Weihnachten 2011 hat der Reaktortyp der Firma Westinghouse eine offizielle Zulassung der US-Atomaufsicht NRC auf 25 Jahre. Diese Zulassung ist nicht unumstritten. Den ganzen Beitrag lesen
FreitagsFilm: Blackout Deutschland
- mit weniger Großkraftwerken Risiken eines Blackouts verringern
Blackout Deutschland:
“Wann immer wir ihn brauchen, ist er für uns da: der Strom. Trotzdem ist unser heutiges Stromsystem anfällig für Störungen; Quarks & Co hat nachgeforscht, wie wahrscheinlich ein totaler Blackout heute ist und zeigt, warum wir mit weniger Großkraftwerken die Risiken eines solchen Blackouts verringern könnten.”
“Die Macht der Energiekonzerne in Deutschland ist legendär” – Ranga Yogeshwar findet ungewohnt deutliche Worte gegen E.ON, Vattenfall, RWE und EnBW, die noch immer über 80 % der Stromproduktion kontrollieren. “Die Energiewende ist tatsächlich eine Bedrohung – für die 4 Großen!”
Links
- Nachhaltige Energieversorgung: Chance für den Standort Deutschland
- Atomausstieg ist möglich
- Atomausstieg selber machen
- Weitere Filme, Reportagen und Dokumentationen
Nachhaltige Energieversorgung:
Chance für den Standort Deutschland
Im folgenden zitieren wir aus dem Endbericht der Enquete-Kommission „Nachhaltige Energieversorgung unter den Bedingungen der Globalisierung und der Liberalisierung“, eingesetzt durch Beschluss des Deutschen Bundestages vom 17. Februar 2000.
Die Kommission hat verschiedene Szenarien untersucht und miteinander verglichen:
- Referenzszenario
Business as usual - Umwandlungseffizienz
Effizienzsteigerung, steigenede Energiesteuern, CCS - REG/REN-Offensive
Effizienzsteigerung, Ausbau der erneuerbaren, REG-Anteil 2050: 50% - Fossil-nuklearer Energiemix
Neubau von Kernkraftwerken ab 2010
Im folgenden Auszüge aus der Zusammenfassung des Endberichts. Beim Lesen ist zu berücksichtigen, dass die Untersuchung bereits 10 Jahre alt ist und sich generative Energiegewinnung sowie Konzepte zur Elektromobilität deutlich schneller entwickelt haben als erwartet. Den ganzen Beitrag lesen
1966-01-17:
4 Atombomben stürzten über Palomares (Spanien) ab
Palomares ist ein Beispiel, wie man in der westlichen Zivilisation mit radioaktiv kontaminierten Landmassen um geht.
Am 1966-01-17 kam es beim Betanken eines “Atombombers” über Spanien zu einem Unfall. Der Bomber mit 4 plutoniumgetriebenen Wasserstoffbomben kollidierte mit dem Tankflugzeug. Es kam zur Explosion. Beide Flugzeuge stürzten ab. Die Sprengkraft der vier Bomben von etwa 1,5 Millionen Tonnen TNT hätte bei einer Detonation große Teile Süd-Ost-Spaniens zerstört.
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FreitagsFilm:
Revision im Kernkraftwerk Gundremmingen
“K1 Die Reportage” begleitet Monteure und Ingenieure bei ihrer Arbeit im inneren Sicherheitsbereich des Kernkraftwerkes. Darunter sind hochspezialisierte Experten, die nur zum Schweißen einer einzigen Naht an einem Dichtungsrohr eingeflogen werden, genauso wie ehemalige Metzger oder Bäcker, die nun für die Sicherheit der Kernkraftwerke verantwortlich sind.
Die hier gezeigte Revision kostete mindestens 20 Mio. €, davon 0,5 Mio € pro Tag für den Produktionsausfall.
Links
- Vor 35 Jahren: Totalschaden des Kernkraftwerks Gundremmingen
Das Kernkraftwerk Gundremmingen erleidet einen Totalschaden, nachdem 2 Hochspannungsleitungen im Umfeld durch Raureif ausfallen. - Schutzmauern um Zwischenlager
Eine neue Mauer soll alle Zwischenlager in Deutschland sicher machen. Auch im größten Zwischenlager in Deutschland, in Gundremmingen - Weitere Filme, Reportagen und Dokumentationen
Heute vor 35 Jahren:
Erster Totalschaden an einem kommerziellen Kernkraftwerk in Deutschland
Aus aktuellem Anlass zitieren wir eine Pressemitteilung des Forum aus dem Jahre 2007. Raureif an Hochspannungsleitung führte zum Totalverlust eines Kernkraftwerks:
Am 13. Januar 1977 kam es um 18:44 in der nach Meitingen führenden 220-Kilovolt-Leitung durch Raureifbildung und kältebedingten Isolatorenbruch zum Kurzschluss. Damit stand nur noch eine 220-kV-Leitung, die nach Vöhringen führt, zum Abtransport des mit 237 Megawatt elektrischer Nettoleistung im Gundremminger Block A erzeugten Stroms zur Verfügung.
Um 21.17 hatte aus gleichen Gründen auch diese Hochspannungsleitung Kurzschluss.
Die Turbinen des AKWs und die Dampferzeugung im Reaktor hätten jetzt soweit automatisch gedrosselt werden müssen, daß nur noch elektrischer Strom für den Eigenverbrauch – etwa 15 Megawatt – produziert worden wären. Aber die Regelung funktionierte fehlerhaft. Ein Relais hing, so daß ein Absperrschieber vor der Turbine erst nicht öffnete. Den ganzen Beitrag lesen
Schutzmauern um Zwischenlager
Mit Verwundern haben wir die jüngste Pressemitteilung des Bundes- ministeriums für Umwelt und Reaktorsicherheit gelesen. [1] Die atomaren Zwischenlager (Trockenlager) sollen eine Schutzmauer erhalten.
In Gundremmingen [2] soll diese 85 cm stark, 10 Meter hoch und 210 Meter lang werden. Begründet wird dies mit dem “Schutz gegen Störmaßnahmen oder sonstige Einwirkungen Dritter, dazu zählen auch mögliche terroristische Angriffe.” Weitere Erläuterungen werden dazu nicht gemacht – offensichtlich auch nicht für nötig empfunden.
Lediglich eine etwas schwammige Stellungnahme des Umweltministeriums Niedersachsen, die der Bayerische Rundfunkt zitiert, offenbart im Zusammenhang mit dem TBL Gorleben: “Es gebe neue Erkenntnisse über Tatmittel und Täterverhalten”.
Das Zwischenlager in Gundremmingen ist 104 Meter lang, 38 Meter breit und 18 Meter hoch, hat 0,85 Meter starke Außenwände und ein 0,55 Meter dickes Dach aus Stahlbeton.
Die Webseite der Betreibergesellschaft http://www.kkw-gundremmingen.de informiert über die Lage des Zwischenlagers zum AKW Gundremmingen (150 Meter Transportstrecke):





