Anti-Atom-Piraten fordern:
Stopp der Einlagerungen und
verlässliche Regelungen zu Grenzwerten!

Aus dem Studium der Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages zu Strahlungsmessungen am Transportbehälterlager Gorleben leiten wir folgende Handlungsempfehlungen ab:

  1. Die Einlagerung weiterer radioaktiver Stoffe ist zunächst zu untersagen.

    Die Verdachtsmomente, dass Eingreifwert oder Grenzwert überschritten werden sind hinreichend groß. Bei einer Betrachtung der Messunsicherheiten kann keine der angestellten Bewertungen ein Erreichen dieser Werte sicher ausschließen.

  2. Bei der Definition von Grenzwerten sind diese stets als Grenzwerte der gesamten Strahlung anzugeben, also inklusive der sogenannten natürlichen Strahlung, bzw. der Umgebungsstrahlung.

    Nur eine Betrachtung der tatsächlichen Dosisleistung vor Ort ist eine sinvoll zu betrachtende Größe. Nur diese Größe ist auch tatsächlich messbar. Das Herausrechnen von anzunehmender, natürlicher Strahlung, die bei Vorhandensein einer künstlichen Strahlenbelastung prinzipbedingt nicht separat messbar ist, ist praxisfern, nicht nachvollziehbar und führt zu den nun hier vorliegenden Problemen mit unterschiedlichen Bewertungsweisen der Messergebnisse.

  3. Bei der Festlegung von Grenzwerten zu freigegebener Strahlung muss die gesamte Dosisleistung betrachtet werden. Der gesamte Strahlenfluß, der eine Anlage verlässt sollte als relevante Größe herangezogen werden und nicht nur die Belastung in einem Ring auf einer einzigen Ebene.

    Nach den derzeitigen Vorgaben können Strahlungsleks z.B. einfach durch bauliche Maßnahmen “behoben” werden, die lediglich die Messsonden abschirmen, nicht aber das tatsächliche Strahlenleck beheben.

    Beispiele solcher kosmetischer Maßnahmen wären: einen dickeren Zaun aufstellen, den Zaun zu versetzen oder dichtere Bepflanzung des Erdwalls. Keine dieser Maßnahmen schränkt die Freisetzung von Strahlung ein, aber sie haben alle Einfluss auf ein Messergebnis am Zaun. Solche Maßnahmen sind daher durch Vorgaben der Art und Weise, wie die freigesetze Strahlung zu bestimmen ist, zu verhindern.

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Kommentare

6 Kommentare zu “Anti-Atom-Piraten fordern:
Stopp der Einlagerungen und
verlässliche Regelungen zu Grenzwerten!”

  1. Jan Schejbal am November 24th, 2011 14:06

    Wo liegt das Problem bei der Freisetzung von Strahlung, solange es Strahlung und nicht strahlendes Material ist und die Strahlung in ungefährliche Richtungen abgegeben wird? Solange sichergestellt ist, das in dem Bereich, wo sich Menschen bewegen, die Strahlung niedrig genug ist, ist doch eigentlich alles OK. Wenn das durch einen höheren Erdwall (=mehr Abschirmung auf dem Betriebsgelände) erreicht wird, ist das doch auch ok?

    Die Endlagerfrage ist natürlich davon unabhängig und ich verstehe, warum die Strahlengrenzwerte jetzt als Mittel herangezogen werden, um das sinnvolle Ziel “kein Endlager in Gorleben” zu erreichen. Aber *eigentlich* gibt es doch keinen Grund, Strahlung in “uninteressante” Richtungen zu berücksichtigen, oder?

  2. Jürgen Stemke am November 24th, 2011 15:13

    Bitte definiere “uninteressante” Richtungen.

    Streng genommen fragst Du: “Wenn irgendetwas strahlt ist das ok, solange man nur weit genug weg ist” bzw. man genug Bauwerk, Umwelt oder Natur zwischen die Strahlenquelle und Lebewesen Menschen packt? Wieviel Strahlung abgegeben wird sei egal, solange am Erdboden außerhalb eines Sperrbezirks auf bis zu 2 Meter Höhe Lebewesen ausreichend gering belastet werden?

    Die Strahlungsdosis nimmt quadratisch mit dem Abstand zur Strahlungsquelle ab, so sie nicht absorbiert wird. Die Summe der Strahlung, die eine geschlossene Hüllfläche um die Strahlenquelle durchdringt bleibt aber konstant – bis auf den Teil, der absorbiert wird, also bereits “Strahlenschäden” verursacht.

    Bei ionisierender Strahlung in einem Medium – wie Luft – kommt hinzu, dass die Strahlung aufgrund von Wechselwirkungen mit dem Medium gestreut wird, z.B. bei Kollision mit Atomen. Der Wesentliche Anteil der gemessenen Strahlung am Zaun in Gorleben kommt nicht aus der “Sichtlinie” zum Castro, sondern aufgrund des Erdwalls von oben, bzw. scheinbar von außerhalb des Lagers. Das bedeutet, oberhalb des Erdwalls wird die Strahlung sehr deutlich höher sein, als die gemessenen Werte.

    Das strahlende Material ist in seiner Eigenschaft als strahlendes Material ja genau deshalb gefährlich, weil es ionisierende Strahlung aussendet, neben ggf. toxischen Wirkungen. Man unternimmt Anstrengungen, das Material an der Freisetzung von Strahlung zu hindern. Daher versucht man auch die Freisetzung des Materials selbst zu verhindern – wenn man sie nicht gerade als Waffe (DU-Munition) oder bei der Wiederaufbereitung bewusst frei setzt und in die Umwelt ab gibt.

    Bei der dritten Empfehlung geht es im Wesentlichen darum, das Problem von freigesetzter Strahlung an der Quelle an zu gehen, anstatt Möglichkeiten zu Tricksereien und Rechenspielchen zu eröffnen. Wenn Du nur den Zaun versetzt, gehst Du das Problem nicht an, dass die Strahlung irgendwo her kommt, und zwar in zuvor nicht beabsichtigter Menge.

  3. Einladung zur Sondersitzung der Piratenfraktion im Wendland | Piratenfraktion Berlin am November 27th, 2011 09:58

    [...] team, Kessel Metzlingen * Bericht Sanizentrale * Anschluss an die Forderung der antiatompiraten: http://www.anti-atom-piraten.de/2011/11/handlungsempfehlungen-der-antiatompiraten/ * [...]

  4. Stellungnahme der Fraktion zum Castortransport im Wendland 2011 | Piratenfraktion Berlin am November 27th, 2011 13:00

    [...] zur Korrektur und Verlässlichkeit der Strahlenmessungen am gegenwärtigen Lager Gorleben unter http://www.anti-atom-piraten.de/2011/11/handlungsempfehlungen-der-antiatompiraten/ vollumfänglich an. Dieser Beitrag wurde unter Beschlüsse, Demonstration, Fraktionssitzungen [...]

  5. Zurück aus dem Wendland : #AntiAtomPiraten am Dezember 6th, 2011 12:35

    [...] aus dem Wendland. Heute erst mal Fotos. Außerdem hat sich die Fraktion der Piraten aus Berlin den Forderungen der AntiAtomPiraten bezüglich der Messergebnisse am Lager in Gorleben vollständig [...]

  6. Berliner Fraktion im Wendland beim #Castor : #AntiAtomPiraten am Dezember 6th, 2011 12:44

    [...] der Fraktionssitzung hat sich die Fraktion des Berliner Abgeordnetenhauses einstimmig den Forderungen der AntiAtomPiraten zum Umgang mit Messwerten in Gorleben [...]

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