FreitagsFilm: Leukämie in der Elbmarsch
Ein Film über Auswirkungen radioaktiver Freisetzungen und wie man in Deutschland damit umgegangen ist und umgeht.
Film von Barbara Dickmann und Angelica Fell, ZDF, 2006-04-02
Anfang der 90er Jahre wurden die ersten Leukämieerkrankungen rund um Geesthacht registriert, in unmittelbarer Nähe des Atomkraftwerkes Krümmel und der staatlichen Atomanlage GKSS. Bei der Suche nach den Ursachen dieser mittlerweilen weltweit höchsten Leukämiedichte wurden immer wieder Mikrokügelchen mit hochradioaktiven Substanzen gefunden. Woher stammt dieser kugelförmige hochangereicherte Kernbrennstoff, der zur Stromerzeugung nicht gebraucht wird, sehr wohl aber für Atombomben. Die einzige Anlage, die mit diesem bombenfähigen Nuklear-Material “experimetieren” könnte ist die GKSS.
Tatsächlich gab es einige Jahre vor den ersten Erkrankungen einen Zwischenfall in der Region: Am 12. September 1986 wurde im Atomkraftwerk Krümmel eine alarmierend hohe Radioaktivität gemessen. Jahrelang forschen Wissenschaftler im Auftrag der Landesregierungen Niedersachsen und Schleswig-Holstein nach den Gründen für die Leukämie-Serie. Sie fühlten sich bei ihrer Suche nach möglichen Ursachen behindert und kamen zu dem Schluß, daß nur ein vertuschter Unfall mit Freisetzung von Radioaktivität die Ursache für diese mysteriöse Häufung von Kinderleukämie sein könne. Ihnen wurde aber nicht geglaubt und einige von ihnen legten im November 2004 aus Protest ihre Arbeit nieder. Die Akte „Kinderleukämie an der Oberelbe wurde kurz darauf geschlossen.
Barbara Dickmann und Angelica Fell zeichnen die Ereignisse in der Elbmarsch nach, untersuchen die vielen Merkwürdigkeiten und Ungereimtheiten bei den Untersuchungen und fragen, ob die Akte Elbmarsch nicht doch noch einmal geöffnet werden muss. “Und keiner weiß warum, Leukämietod in der Elbmarsch”.
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Kommentare
8 Kommentare zu “FreitagsFilm: Leukämie in der Elbmarsch”
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mich würde sehr interessieren was denn bei der prüfung, die GKSS doch bestimmt auf das akkurateste durchgeführt hat, herausgekommen ist.
Vielleicht experimentierte die Bundesrepublik Deutschland ja an eigenen “Bömbchen”? Da würde es mich nicht verwundern, daß die Institute weltweit eine Zusammenarbeit mit den Ursachenforschern verweigern.
Das glaube ich nicht. Für eine klassische Atombombe ist der gefundene Stoff nicht geeignet, die Analysen deuten auf Kernbrennstoff hin.
Hier haben wir es eher mit Langzeit-Folgen zu tun, ähnlich wie auf den Kriegsschauplätzen der USA und der NATO seit dem Balkankrieg. Ärzte sprechen dort von einem “schleichenden Genozid”.
Zu Nuklear-Gutachten meint Prof. Dr. Volker Crystalla: Gutachter für die AKW Lobby haben zwei Möglichkeiten: Ihr erstes und letztes hoch bezahltes Gutachten zu schreiben oder …
http://www.anti-atom-piraten.de/2011/04/zur-atomkatastrophe-in-japan-und-den-folgen/
Das Gefaellt mir Button Plugin waere stark. Oder ist mir der Button entgangen?
Hallo,
weis man denn, wie hoch die damals freigesetzte Strahlungsdosis war? In SiW?
Ich frage deshalb, weil das doch schon sehr nach Verschwörung klingt. Erfahrungswerte (Hiroshima, Tschernobyl) haben ja gezeigt, dass eine gewisse Strahlendosis (0,05 SiW) keine nachvollziehbar erhöhte Krebsgefahr verursacht. Zudem gibt es in gebieten mit natürlich hohen Werten (z.B. bayr. Wald) auch keine Häufung von Fällen.
Vali
Offiziell ist nie etwas passiert, d.h. es wurde überhaupt nichts freigesetzt.
Erfahrungen aus Tschernobyl, aber auch aus der KiKK-Studie und Folgestudien erhärten den Verdacht, dass man zwischen Dauerbelastung und kurzzeitiger Belastung unterscheiden muss. Auf jeden Fall gibt es Effekte, die sich mit dem derzeitigen Modell nicht erklären lassen (Leukämiecluster in 50km Umkreis um Kernkraftwerke, Krebscluster und Geburtsratenanomalie im Umkreis der Asse, o.ä.)
Vor allem in Bayern gibt es Gebiete, die noch erheblich durch Tschernobyl belastet sind. Wild und Waldfrüchte / Pilze sind dort ungenießbar hoch belastet. Geschossenes Wild muss als Strahlenmüll entsorgt werden. Dafür gibt der Bund im Jahr ca. 500.000€ aus. Ebenso ist dort die Mortalität durch Krebs angestiegen. Eindeutige Nachweise sind aber aufgrund der langen “Inkubatonszeit” und der Wirkungsweise kaum möglich.
Siehe zum Beispiel diesen Beitrag von Frontal21: http://www.youtube.com/watch?v=EHSHZFTraxw
aber wieso,sie haben doch eindeutig kügelchen mit plutonium drin gefunden! oder? wo ist die beweislast??
Wenn man Wikipedia glauben mag, dann streitet man sich sogar um noch ganz andere Tatsachen, die eigentlich leicht zu überprüfen sein sollten. Das geht vom Alter von Bäumen bis zum Streit darum, ob ein ganzes Gebäude fehlt oder nicht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Leuk%C3%A4miecluster_Elbmarsch
Hier ein Interessanter Abschnitt über die Ergebnisse von 2 Kommissionen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Leuk%C3%A4miecluster_Elbmarsch#Abschlussberichte_der_Leuk.C3.A4miekommissionen