FreitagsFilm: Der erste Tag

Das erste Alarmsignal könnte noch eine Fehlmeldung sein. Doch bald verdichten sich die Hinweise: Ein tschechisches Kernkraftwerk nahe der österreichischen Grenze erlebt einen Störfall von bislang ungesehenem Ausmaß. Die österreichischen Krisenstäbe lösen Strahlenalarm aus … [arte]

Sehr gut gemachter österreichischer Katastrophenfilm über den Ernstfall. Im Gegensatz zu den sonst üblichen hysterischen Tönen wird sich hier strikt an die Fakten gehalten. Der Film wurde 2008 gedreht, erinnert aber teilweise doch sehr beängstigend an Fukushima, wo auch zehntausende Menschen nach dem Super-GAU abgesiedelt wurden.

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AKW-Vogtle – Seit 2 Jahren genehmigt, seit 4 Jahren in Bau

Der Bau des neuen Kernkraftwerks vom Typ AP1000 wurde im Februar 2012 durch die US-Atomaufsicht genehmigt. Der Chef der Atombehörde hat deutlich Sicherheitsbedenken geäußert und sich gegen die Genehmigung ausgesprochen. Er nahm bald darauf seinen Hut und hat die Behörde verlassen.

Wir berichteten ausführlich über das Sicherheitskonzept und die Bewertung desselben durch Spezialisten der Behörde, AKW-Gegnern und AKW-Befürwortern.

Ende November wurde jetzt das Fundament des Reaktorgebäudes aus 1,8 Meter dickem Sicherheits-Beton gegossen. Zum Vergleich: Das Beton-Fundament der havarierten Kernkraftwerke in Fukushima ist nach Auskunft des Deutschen Atomforums 8 Meter dick, darüber liegt eine 2,6 Meter dicke Schicht des Sicherheitsbehälters. Dennoch ist das Fundament seit den Kernschmelzen undicht. Täglich dringen große Mengen Grundwasser ein (ca. 400 Kubikmeter) und werden hochgradig kontaminiert. Man versucht das Wasser in Tanks vor Ort zu lagern. Wieviel kontaminiertes Wasser in die Grundwasserschichten eindringt ist unklar. Die Radioaktivität von Wasser in Brunnen um das Kraftwerk steigt in letzter Zeit stark an.

Der Bau des Kernkraftwerks vom Typ AP1000 in Vogtle wurde im Februar 2012 genehmigt. Dieses Video zeigt den Baufortschritt seit Baubeginn im März 2009 bis zum November 2013. Der Hersteller Westinghouse (eine Tochter von Toshiba) gibt in ihren Broschüren eine Bauzeit von 3-4 Jahren an. Die Baukosten des AP1000 am Standort Vogtle haben sich seit Baubeginn um etwa 2 Mrd. US$ erhöht, die Bauzeit um ca. 2 Jahre verlängert.

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Von Hochwasser überschwemmtes AKW Fort Calhoun nach knapp 3 Jahren wieder in Betrieb

OPPD: Kernkraftwerk Fort Calhoun im Hochwasser. Mit Sandsäcken und Wasserpumpen wird versucht die Katastrophe abzuwenden. 20. Juni 2011

OPPD: Kernkraftwerk Fort Calhoun im Hochwasser. Mit Sandsäcken und Wasserpumpen wird versucht die Katastrophe abzuwenden. 20. Juni 2011

Das im Sommer 2011 vom Hochwasser überflutete Kernkraftwerk Fort Calhoun hat jetzt seinen Betrieb wieder aufgenommen.

Die Schäden durch die Flut sowie durch ein Feuer und zahlreiche Sicherheitsprobleme haben das Wiederanfahren des im April 2011 zur Wartung abgeschalteten Kernkraftwerks um beinahe 3 Jahre verzögert. Der Schutz vor Fluten und vor Stürmen soll verbessert worden sein. Die Dampfleitungen und der Kühlkreislauf seien verstärkt worden.

Insgesamt wurden etwa 200 Mio US$ in die Instandsetzung des 478 MW Kraftwerks investiert und 69.000 Arbeiten zur Behebung von 450 Mängeln durchgeführt. Alleine dieses Jahr wurden 14 Mio US$ an Überstunden gezahlt, um das Kraftwerk möglichst schnell wieder ans Netz zu bekommen. Die Atomaufsicht sah sich mehrfach gezwungen, gegen Überschreitungen bei den Überstunden einzuschreiten. Die Kosten der Instandsetzung werden seit Januar 2013 durch eine Strompreiserhöhung von 7 % durch die Stromkunden gegen finanziert. Die Betriebserlaubnis des ab 1968 gebauten und 1973 fertig gestellten Reaktors gilt noch bis ins Jahr 2033.

Das Kernkraftwerk war im Sommer 2012 von einer erheblichen Flut betroffen, in deren Verlauf ein provisorischer Damm aus Gummischläuchen geborsten war und Wassermassen das Gelände des Kraftwerks flutete. Dabei wurden auch Vorräte an Diesel zur Notstromversorgung von den Fluten mitgerissen. Zudem bestand die Gefahr, dass mehrere Dämme Flussaufwärts überlastet waren und ein Bersten dieser Dämme zur weiteren Überflutung des Kraftwerks geführt hätte. Während der Flut kam es zu einem Feuer im Kontrollraum. Dabei ist die Kühlung der Abklingbecken ausgefallen. Ohne Kühlung betrug die Zeit bis zum Kochen des Kühlwassers etwa 80 Stunden. Die Kühlung konnte rechtzeitig wieder in Betrieb gesetzt werden. Das Feuer stand nach Information der Atomaufsicht in keinem Zusammenhang mit der Flut.

Der Betreiber des Kraftwerks, OPPD, gibt zudem bekannt, dass er den Betrieb des Kraftwerks dem Subunternehmer Exelon Nuclear Partners übertragen hat. Exelon war seit 2012 an den Instandsetzungsarbeiten wesentlich beteiligt.

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FreitagsFilm: Machen Sie ihren Job! Bauern weisen die Regierungauf die ernste Situation in Fukushima hin

Am 6. Juni hatten Bauern eine Aussprache mit Vertreten der japanischen Regierung zu ihrer Situation.

Die Lage ist dramatisch. Die Bauern bemängeln, dass die Radioakrivität der Böden nicht gemessen wird. Hoch belastete Böden werden nur erkannt, wenn die Belastung der Lebensmittel über dem Grenzwert liegt. Die Böden werden nicht abgetragen, sondern nur unter gepflügt. Die radioaktiven Stoffe bleiben im Boden.

Ein Reisbauer findet klare Worte:

Verstehen Sie die Bedeutung von “De” in Dekontamination? So brauen wir uns nicht zu wundern, dass die radioaktive Belastung nicht sinkt. Wir verdünnen sie allenfalls.

Die Freude an der Ernte unserer Arbeit ist uns vergangen.

Die Bauern kennen die radioaktive Belastung der Ernte. Wenn sie unter dem Grenzwert liegt, dann dürfen wir sie verkaufen, aber ich selbst wage nicht, diese Lebensmittel zu essen.

[Anm.: Die Bauern erhalten eine Kompensationszahlung für den verminderten Preis.]

Die Bauern werfen der Regierung vor, untätig zu sein und sich nicht für den Schutz der Bevölkerung einzustehen.

Der Regierungsvertreter antwortet mit schnell herunter gespulten Floskeln, ohne auf die konkreten Fragen der Bauern einzugehen. Er bat darum, nicht weiter diese Gerüchte zu verbreiten.

Ein Bauer kommentiert dies scharf:

Wenn es nur ein Gerücht ist, dann lassen sie es von meinem Land verschwinden, so dass ich es nicht mehr messen kann!

Machen Sie endlich ihren Job!

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Neuer Strom-Export-Rekord

Die neuen Kohlekraftwerke in Deutschland zeigen ihre Wirkung. Deutschland hat Anfang September den Strom-Rekord-Export von 2008 überholt.

Der Export-Überschuss des deutschen Stromnetzes seit 2008, kumuliert pro Jahr. Anzeige in Gigag-Watt-Tagen

Der Strompreis ist aufgrund des Überangebots an Strom im deutschen Netz auf ein Rekordtief gefallen. Allein im letzten Jahr sank der Preis an der Börse um 25%.

Dass dieser niedrige Preis beim Verbraucher nicht an kommt hat mehrere Gründe. Wesentliche Ursachen sind unter anderem:

Der niedrige Preis und das Überangebot an Kraftwerksleistung in Deutschland führt dazu, dass viele Kraftwerke brach liegen. Insbesondere flexible Spitzenlastkraftwerke, die besonders gut mit der Energiewende harmonieren werden unwirtschaftlich und teilweise bereits stillgelegt.

Dies belastet die Stromnetze zusätzlich, da eine Regulierung der Lastverhältnisse erschwert wird. Nicht die schwankenden erneuerbaren Energieträger sorgen für Probleme, sondern die unflexiblen Atom- und Kohlekraftwerke, die nur schwer auf Schwankungen reagieren können.

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