Stellungnahme der @FDP_NDS zu Fracking – und unsere Antwort.

Die FDP-Fraktion des Landtags Niedersachsen bezieht unter dem viel versprechenden Titel “Fakten zu Fracking.” Stellung zum Thema Fracking.

Im folgenden werden wir das ein wenig unter die Lupe nehmen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Thema Fracking beschäftigt die Öffentlichkeit in Niedersachsen seit Monaten immer wieder. Die Position der FDP-Fraktion ist dabei deutlich. Genannt seien hier die fünf wichtigsten Punkte:

1. Beim Hydraulic-Fracking-Verfahren handelt es sich um eine Technik, die in Deutschland seit Jahrzehnten angewendet wird.

Das ist richtig, allerdings in einem sehr beschränktem Umfang, unter Einsatz von weniger Chemikalien und in sehr großer Tiefe von mehreren 1000 Metern. Dieses Fracking ist mit dem Fracking der aktuellen Debatte nicht zu vergleichen.

Unsere bisherigen Erkenntnisse:

Die gemachte Aussage der FDP ist im gegebenen Kontext grob irreführend.

2. Die Energieversorgung und die Energiewende verlangt nach dieser Technik.

Das ist schlicht und ergreifend falsch. Lediglich einige Investoren verlangen nach dem Einsatz dieser Technik. Die Energiewende verlangt das Gegenteil, nämlich den Verzicht auf fossile Energieträger.

3. Saubere und effiziente Gaskraftwerke können die wetterabhängigen und jahreszeitlichen Schwankungen der Erneuerbaren Energien absichern. Wir sichern somit unsere Energieversorgung in jeder Hinsicht und nehmen Einfluss auf die Preisgestaltung bei Erdgas.

Das ist reines Blendwerk, gespickt mit Falschaussagen.

Gaskraftwerke sind nur so sauber, wie das Gas, das verwendet wird. Die Umweltbilanz von sogenanntem unkonventionellem Gas, das durch Fracking gefördert wird, ist jedoch schlechter als die von der “dreckigen” Braunkohle. Schiefergas ist keine saubere Energiequelle. Normales Gas aus fossiler Förderung übrigens in der Regel auch nicht.

Die Vorkommen des durch Fracking gewinnbaren Gases und die möglichen Fördermengen pro Jahr in Deutschland sind sehr gering. Die gesamten Vorkommen in Deutschland sind nach voraussichtlich 20 Jahren Ausbeutung erschöpft. Deutschland kann sich mit den Fördermengen nicht selbst versorgen. Deutschland kann auch die gesamte Fördermenge an Gas nicht erhöhen, sondern durch diese zusätzlichen Quellen maximal die derzeitigen jährlichen Fördermengen beibehalten. Damit ist auch keine gesteigerte Einflussnahme auf die Preise möglich, zumindest nicht in Richtung sinkende Preise. Die Förderung durch Fracking ist extrem teuer.

4. Wir sichern mehrere tausend Arbeitsplätze, wir sichern damit Forschung und Entwicklung in Deutschland und 500 bis 1.000 Millionen Euro pro Jahr an Förderabgaben für Niedersachsen.

Wir sollten uns damit abfinden und darauf reagieren, dass der Wohlstand in Deutschland nicht länger mit der Anzahl der Arbeitsplätze korreliert. Wir sichern 300.000 Arbeitsplätze in Deutschland, wenn wir die Energiewende voran treiben, so meldet das Bundesministerium für Umweltschutz und Reaktorsicherheit.

Für die Forschung und Entwicklung zu Fracking ist der Zug für Deutschland abgefahren. Bekannt ist, dass diese Technologie eine Hochrisikotechnologie ist und dass Experten auch nach 3-Jähriger Einarbeitung die bisherigen Erkenntnisse noch nicht vollständig verstanden haben. Wesentliche, neue Erkenntnisse sind jedoch nicht mehr zu erwarten.

Die Einnahmen durch Förderabgaben sind gering, verglichen mit den Erlösen, die die Industrie mit der Förderung erzielt. Ebenso stehen sie in keinem Verhältnis zu den Risiken, die bis heute nicht vollständig abgeschätzt werden können und den Kosten und Nachteilen für die Menschen, die einmal kontaminiertes Grundwasser verursacht.

5. Der Trinkwasserschutz muss an erster Stelle stehen – die FDP im Landtag setzt sich deshalb für strengere Kontrollen ein.

Vermutlich steht deswegen diese Forderung auch an der letzten Stelle der Aufzählung.

Kontrollen verhindern nichts. Kontrollen können immer nur prüfen, ob etwas passiert ist. Das ist völlig unzureichend.

Wir müssen dafür sorgen, dass unser Grundwasser und das Trinkwasser unverseucht bleiben.

Wer diese Technik aufgrund gefühlter und abstrakter Befürchtungen in Frage stellt, gefährdet viel und gewinnt nichts. In diesem Aktuelles aus der Fraktion möchten wir Ihnen Fakten rund um das Thema Fracking und weiterführende Links zur Verfügung stellen. Für Ihre Nachfragen stehen wir wie immer gerne zur Verfügung.
Herzliche Grüße! Gero Hocker
Dr. Gero Hocker
Umweltpolitischer Sprecher

Unsere Antwort an die FDP

Sehr geehrter Herr Hocker,
sehr geehrte Damen und Herren der FDP,

Sie haben nicht ein einziges, valides Argument vorgetragen, das für die Anwendung des Fracking-Verfahrens spricht.

Auf Umweltaspekte gehen Sie bis auf die Forderung nach mehr Kontrollen nicht ein.

Die Rahmenbedingungen muss man abstecken, bevor kontrolliert wird. Was kontrolliert werden soll und was dann erlaubt ist und was nicht, muss vorher festgelegt werden.

Wer nur kontrollieren will, wer das Grundwasser und Erdboden verseucht hat, der hat Umweltschutz und Nachhaltigkeit nicht verstanden.

Die FDP winkt hier gewissenlos ein Industrieprojekt durch.

Insgesamt sind Ihre “fünf wichtigsten Punkte” Vertretern der entsprechenden Industrie-Lobby würdig. Gibt es diesbezüglich etwas, das wir wissen sollten?

Genauso wenig, wie wir jemals ein Endlager in Gorleben akzeptieren werden, genauso wenig werden wir Fracking akzeptieren.

Die nächsten Wahlen werden kommen.

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Japan stoppt am Wochenende das letzte Kernkraftwerk
Boden in Tokio kontaminiert

Dieses Wochenende wird in Japan das Kernkraftwerk Tomari 3 zur regulären, jährlichen Revision abgeschaltet. In Japan müssen zum Wiederanfahren eines Reaktors die lokalen Behörden ihre Zustimmung erteilen. Diese wurde bei den 49 weiteren Kernreaktoren nicht erteilt. Damit ist Japan ab Samstag das erste mal seit 42 Jahren wieder ohne Atomstrom und hat zumindest vorübergehend den Atomausstieg innerhalb eines Jahres geschafft.

In einen Radio-Interview schildert der Reaktorexperte Arnie Gunderson die Situation in Japan. So nahm er bei einem Besuch in Tokio zufällige Bodenproben, unter anderem auch von einem Spielplatz, der bereits dekontaminiert wurde. Im Labor wurde dann festgestellt, dass es sich bei diesen Bodenproben faktisch um Atommüll handelt.

Gunderson geht in diesem Interview auch auf die Situation am Kernkraftwerk Fukushima ein. Ebenso zieht er vergleiche zu den Unfällen auf Three Mile Island und Tschernobyl und den Opfern dieser Unfälle. Schließlich geht er auch auf die Neubauten von Reaktoren in den USA ein.

Auch Thorium-Reaktoren kann Gunderson nicht empfehlen. Diese haben einfach andere Probleme. Gunderson empfiehlt für die Stomversorgung auf viele verteilte, lokale, regenerative Kraftwerke zu setzen. Die Kernenergie kann an einem schlechten Tag ganze Länder zerstören, der Mensch ist nicht geeignet, diese Technologie zu beherrschen.

Unsere Empfehlung: Selber hören!

Über Gunderson: Arnold Gundersen hat den Grad eines Master als Ingenieur der Kerntechnik. Er hatte die Lizenz als Reaktorfahrer, war Senior Vizepräsident eines lizenzierten, kerntechnischen Unternehmens und war Manager einer Prüfabteilung für kerntechnische Anlagen. Er wurde entlassen, nachdem er das Management seines Unternehmens auf ein Sicherheitsproblem aufmerksam gemacht hatte. Gundersen war an 70 Reaktoren in den USA und Europa tätig. Auch war er als Experte Zeuge des Unfalls auf Three Mile Island und war an der Analyse des Unfalls beteiligt.

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FreitagsFilm: Die Wolke – Tschernobyl und die Folgen

Die Wolke – Tschernobyl und die Folgen, Dokumentarfilm, mdr 2010 Erstausstrahlung: 12. März, 2011, nominiert für den Grimme Preis 2012

Der Reaktorunfall von Tschernobyl, die erste globale Industriekatastrophe. Interviews mit Zeitzeugen und Archivmaterial aus Ost und West rekonstruieren den Verlauf des Supergaus und die Reaktion darauf.

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Tschernobyl – vor 26 Jahren
Die Katastrophe in den Medien
Zahl der Opfer in Europa ungeklärt

Presseberichte der ersten 5 Tage. Die ersten Nachrichten kamen 3 Tage nach der Katastrophe.

Deutsche Politiker haben sofort ausgeschlossen, dass eine Gefahr in Deutschland bestünde und dass in Deutschland auch kein solches Ereignis stattfinden kann. Deutschland habe die sichersten Kernkraftwerke der Welt….
(hier der Bundesinnenminister Dr. jur. Zimmermann, CSU, zuvor NSDAP, dessen Ministerium auch die Fälschung des Gorleben-Gutachtens mit veranlasst hat)

Im Folgenden zunächst Auszüge der Wikipedia, dann Daten aus einer Studie der Ärzte-Organisation IPPNW. Den ganzen Beitrag lesen

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FreitagsFilm: Kernfragen der Energiewende



Wege aus der Atomfalle: Kernfragen der Energiewende,
ARD, 2011-07-06

Diese Dokumentation stellt Kernfragen der Kernenergie, zum Betrieb und zum Ausstieg.

Sicherheit, Lobbyissmus, TÜV, Politik, Lobbyismus, Abhängigkeiten, Anwohner, Kritiker, …

Ändert sich etwas am Prinzip? Ist Energiegewinnung eine Frage der Moral?

 

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Erdbeben in Japan in 2011

Diese Animation visualisiert die Erdbeben in Japan im Jahre 2011. Besonders imposant ist der Anstieg der Zahl der Erdbeben nach dem 11. März 2011.

 

 

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FreitagsFilm: Die deutsch-französische Atom-Spaltung


Die deutsch-französische Atomspaltung,arte, 2012-03-06

Entlang des Rheins treffen zwei Industrienationen aufeinander, deren Atomtechnik weltweit führend ist, deren Atomkultur sich jedoch diametral unterscheidet.

Deutsche und Franzosen könnten in ihrer Haltung zur Atomkraft nicht unterschiedlicher sein.

In Deutschland hat sich über Jahrzehnte eine breite Anti-Atom-Bewegung aufgebaut, die sich am Ende – Fukushima gab den letzten Anstoß – durchgesetzt hat.

Die Regierung in Frankreich setzt weiterhin auf die Kernenergie. Noch folgt ihr die Bevölkerungsmehrheit, nicht zuletzt dank billiger Strompreise.

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Wie funktioniert der Strommarkt?
Wie bildet sich der Strompreis?
Brauchen wir Kernkraftwerke in Deutschland?

Deutschland benötigt für seinen Strommarkt keine Kernkraftwerke. Wie funktioniert der Strommarkt? Brauchen wir die Kernenergie? Welchen Einfluss haben generative Energieträger auf den Strompreis? Diese leicht verständliche Präsentation des Öko-Instituts beantwortet diese Fragen.


Vortrag von Charlotte Loreck, Wissenschaftlerin im Institutsbereich Energie & Klimaschutz am 13.3.2012 (TU Darmstadt) zu Wirkungen auf den Strommarkt, -preise und Versorgungssicherheit.

Am 11. März 2011 kam es nach einem schweren Erdbeben an der japanischen Ostküste zu erheblichen Sicherheitsproblemen in verschiedenen Kernkraftwerken. Ein Jahr nach der Katastrophe rekonstruieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Öko-Institut den Unfallablauf, schildern die derzeitige Situation vor Ort und skizzieren den Aufbruch in ein neues Energiezeitalter.

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FreitagsFilm: Gasland
Welche Folgen hat unkonventionelle Gasförderung durch Fracking?

Jetzt wieder verfügbar, daher nochmal als Update.
Wenn Du gerade keine Zeit hast, die Dokumentation in Kinofilm-Länge zu sehen, bitte schau Dir unbedingt ein der verlinkten, kurzen Dokumentationen aus Deutschland an. Das Thema ist brandwichtig!

 


Dokumentation von einem, der auszog zu erfahren, was es bedeutet, wenn er Schürfrechte an seinem Land an die Schiefergasfürderung abtritt.

Gasland

Josh lebt mitten in der Natur. In einem Wasserschutzgebiet. Es ist eines der größten Trinkwasserreservoirs in den USA, es versorgt unter anderem New York mit Trinkwasser.

Eines Tages erhält er Post. Eine Firma bietet ihm 100.000 US$ für die Schürfrechte an seinem Land. Sein Grundstück steht auch auf einem der größten Schiefergasvorkommen der USA.

Anders als seine Nachbarn möchte Josh herausfinden, was es denn für ihn bedeuten würde, wenn er das Angebot annimmt. Dafür reiste er durch mehrere betroffene Regionen der USA. Der Film präsentiert Aussagen und Erlebnisse betroffener Anwohner und lässt zahlreiche Experten zu Wort kommen.

Fracking hinterlässt brennbares Wasser, unwiederbringlich mit Giften und hormonaktiven Substanzen vergiftetes und mit Radioaktivität kontaminiertes Trinkwasser, tote, gasblubbernde Gewässer, erstickte Tiere …. Das so ausströmende Methan ist ein größerer Klimakiller als CO2. So gewonnenes Erdgas ist umweltschädlicher als Braunkohle, der bisher umweltschädlichste, fossile Energieträger.

In Deutschland

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USA genehmigen zweiten AKW-Neubau
33 Jahre nach dem Unfall auf Three Mile Island
Der Chef der US-Atombehörde NRC ist erneut dagegen

Der Chef der US-Atombehörde NRC hat sich abermals dagegen ausgesprochen, eine Baugenehmigung für ein neues Kernkraftwerk vom Typ AP-1000 zu erteilen. Dennoch hat die NRC den Neubau von 2 Reaktorblöcken diesen Typs in Jenkinsville, Californien genehmigt. Die Betreiber der Anlage hoffen nun darauf, die neuen Anlagen mit jeweils etwa 1 MW elektrischer Leistung ab 2017/2019 in Betrieb nehmen zu können.

Dies ist die zweite Genehmigung eines Kernkraftwerks seit dem Unglück im Kernkraftwerk Three Mile Island, 1979. Zuvor ging der letzte Reaktor der USA Mitte 1996 in Betrieb, Baubeginn war im Januar 1973.

Dies ist das zweite mal in Folge, dass sich der Chef der US-Atombehörde gegen den Bau eines Reaktos des Typs AP1000 ausspricht. Damit stellt sich Gregory Jaczko wiederholt und standhaft entschieden gegen das umstrittene Konzept des AP1000 und wurde von den Stimmberechtigten aus der Politik erneut überstimmt. Er hatte zuvor bereits der Genehmigung zweier Reaktoren des Typs AP1000 in Vogtle widersprochen.

Photograph of Virgil C. Summer Nuclear Station, Unit 1, Foto: NRC
Photograph of Virgil C. Summer Nuclear Station, Unit 1, Foto: NRC

Die Summer Nuclear Station gehört zu einem Drittel dem öffentlichen Versorger für Energie und Wasser, Santee Cooper. Bisher betreibt die Anlage einen Block. Baubeginn war 1973, Die Anlage ging 1984 ans Netz. Die Genehmigung wurde zuletzt 2004 verlängert und läuft nun im Jahre 2042 aus, also 69 Jahre nach Baubeginn, 60 Jahre nach dem ersten Anfahren.

Das Erdbebenrisiko für einen Kernschmelzunfall liegt nach Auskunft der NRC für die bestehende Anlage bei 1:26316 pro Jahr. Umgelegt auf die Standzeit bedeutet dies ein Risiko von etwa 1:333 (=0,3%) bei einem Reaktor oder 1:110 (=0,9%) bei 3 Reaktoren. Zum Vergleich, die Chance auf den Lottogewinn liegt bei 1:139838160 (= 0,000000715%).

Die Bauherren rechnen mit Baukosten von ca. 10 Mrd. US$, zuzüglich eines Umspannwerks und der Finanzierungskosten. 1,2 Mrd. US$ sollen über wiederkehrende Preiserhöhungen von 2,5% finanziert werden. Zu den aktuellen Strompreisen lassen sich Neubauten von Kernkraftwerken ohne staatliche Zuschüsse nicht wirtschaftlich rechnen. Zum Vergleich, für 10 Mrd. US$ kann man Windparks mit einer Nennleistung von ca. 8 MW erichten. Das Entspricht einer Nutzleistung von ca. 3,5 MW. Dazu fallen bei Windenergie keine Brennstoffkosten an. Der Preis für Uran hat sich in den letzten 10 Jahren verachtfacht.

Derzeit liegen der NRC Anträge zur Genehmigung von 20 weiteren Reaktorblöcken vor, alle vom Typ AP1000. Allerdings hat nur ein weiterer Antragsteller Vorverträge zur Errichtung eines Reaktorblocks. Dieser wird jedoch erst nach 2020 in Betrieb gehen, wenn überhaupt.

Nach dem Unglück auf Three Mile Island wurden Neubauten in den USA indiskutabel. 33 Jahre später drückt die Energie-Lobby mit der Regierung um Präsident Obama den ersten Neubau seit dem Moratorium durch. Eine energietechnische Notwendigkeit gibt es nicht, so der Whistleblower Arnold Gundersen.

Der neue Kraftwerkstyp ist bei Experten sehr umstritten. Deutlicher kann das nicht dargestellt werden: Selbst der Chef der Atomaufsicht spricht sich gegen diesen Reaktortyp aus. Wenn nicht einmal in der Atomaufsicht ein Konsens über die Sicherheit eines Kernkraftwerks herrscht, wie unverantwortlich ist es dann erst, ein solches zu errichten!

Vor wenigen Monaten haben wir Kontakt mit einem Mitarbeiter der NRC aufgenommen, der im Jahr 2010 erhebliche Bedenken zu den Entwürfen geäußert hat. Er sieht vor allem Probleme in der Standsicherheit der Gebäude. Unstrittig ist, dass die Gebäude die entsprechenden US-Normen für Betongebäude und Nuklearanlagen nicht erfüllen. Im Januar hat er uns gegenüber geäußert, dass er sich nicht zu seiner Einschätzung der Sicherheit Stellung nehmen darf. Ein Anfrage an die NRC selbst blieb unbeantwortet.

Wissenschaftler betonen, die Entwürfe können eher mit einem Forschungs-Experiment in Verbindung gebracht werden, denn mit einem baureifen Entwurf. Desweitern gibt es zahlreiche Sicherheitsprobleme, die vom Hersteller und den Behörden ignoriert werden. Auch Lehren, die man aus der Katastrophe in Fukushima ziehen kann werden ganz bewusst ignoriert. In Fukushima hätte auch der AP1000 nicht überlebt. Dort ist der Strom für 11 Tage ausgefallen. Der AP1000 soll theoretisch 3 Tagen Stromausfall standhalten.

Einen ausführlichen Streifzug zu ganzen Blumensträußen von Sicherheitsbedenken haben wir in unserer Serie zur Sicherheit des neuen Reaktortyps AP100 dargelegt:

Wie sicher ist das neue AKW-Flaggschiff AP1000?

Zu Teil 1: Wie sicher ist das neue AKW-Flaggschiff AP1000?
Zu Teil 2: Der AP1000 – was ist das Besondere?
Zu Teil 3: Einführung zur Kritik / Hintergründe
Zu Teil 4: Lehren aus Fukushima nicht berücksichtigt
Zu Teil 5: Sicherheit des Containments
Zu Teil 6: Unabhängige Wissenschaftler zur Sicherheit des AP1000
Zu Teil 7: Sicherheitsbedenken von Mitarbeitern der NRC

Links

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